#OJZKM15 – fünf Langstrecke-Lehren

Auf Einladung des ZKM in Karlsruhe habe ich heute an dem Symposium „Online-Journalismus und die 4. Macht“ teilgenommen – und dabei über das Projekt „Süddeutsche Zeitung Langstrecke“ berichtet (hier geht es zum Live-Stream).

zkm

Basierend auf dem Blog-Eintrag, den ich im Früjahr zum Thema schrieb, habe ich fünf Lehren herausgearbeitet, die man aus dem Projekt ziehen kann (und die vielleicht auch übergeordnet für die Entwicklung des Onlinejournalismus stehen). Außerdem habe ich die Gelegenheit genutzt, an die Frisbee-Werfer aus dem Sommer zu erinnern

1. Langstrecke ist ein Experiment: Das heißt vor allem, es ist die Option, sich öffentlich zu blamieren. Es heißt: Wir wissen es nicht, wir wollen es ausprobieren. Das setzt eine veränderte Haltung voraus (siehe Punkt 5).
2. Der Bildschirm ist ein Lesefenster: Es ist noch gar nicht so lange her, da galt es als unbequem lange Texte auf Bildschirmen zu lesen. In Zeiten von Lesegeräten und Apps wie Longform fragt man sich stattdessen wie das Zeitalter des iPhone-Readings beschaffen sein wird.
3. Kontext wird ebenso wichtig wie Content: Der Rahmen, in dem ein Inhalt wahrgenommen wird, wird immer wichtiger. Im Fall von Langstrecke sieht man das an der sehr hochwertigen Aufbereitet. Dahinter steckt aber viel mehr.
4. Crowdfunding wird das neue Social Media: Vor wenigen Jahren dachte man es sei sonderbar, wenn große Firmen auf Facebook sind. Heute ist das selbstverständlich, heute denken viele noch es sei ebenso sonderbar, dass große Firmen Crowdfunding nutzen.
5. ¯\_(ツ)_/¯ Ich mag den Shruggie – weil er so wunderbar auf den Punkt bringt, wo wir derzeit stehen: Wir wissen es nicht. Und das ist die vielleicht wichtigste Erkenntnis, dass man lernen muss mit dem Übergang umzugehen.


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