loading: Correctiv-Crowdfunding

Es gibt eine neue Crowdfunding-Plattform in Deutschland: Unter crowdfunding.correctiv.org bieten das Investigativ-Büro CORRECT!V und die Crowdfunding-Plattform Startnext freien Journalisten künftig die Möglichkeit, investigative Recherchen direkt von Lesern finanzieren zu lassen.

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CORRECT!V-Reporter Jonathan Sachse hat den loading-Fragebogen beantwortet.

Was machen Sie?
Ich arbeite als Reporter für das gemeinnützige Recherchebüro CORRECT!V. Wir haben diese Woche eine Crowdfunding-Plattform gestartet, mit der wir die Finanzierung von journalistischen Projekten vereinfachen wollen. Die Plattform ist erreichbar unter: crowdfunding.correctiv.org Dabei versprechen wir den Spendern und Projektiniatoren drei wesentliche Dinge: Jedes Projekte wird von uns geprüft und die Reporter werden bei ihrer Recherche von erfahrenen CORRECT!V-Reportern beraten. Jedes Projekt wird abgeschlossen werden. Sollte aus welchen Gründen auch immer mal ein Reporter seine Geschichte nicht zu Ende bringen, springt CORRECT!V ein. Und: Jeder Unterstützer kann Steuern sparen. Das funktioniert, weil CORRECT!V gemeinnützig ist.

Warum machen Sie es (so)?
Wir sind davon überzeugt, dass es jede Menge Geschichten gibt, die es sich lohnt anzugehen. Es gibt auch zahlreiche interessierte Bürger, Reporter und Journalisten, die Lust haben solche Recherchen anzugehen. Mit der Plattform wollen wir diesen Leuten helfen. Über das Crowdfunding können sie unabhängig arbeiten und wer möchte, wird von uns parallel mit den journalistischen Werkzeugen ausgebildet. Wenn zum Beispiel eine Person noch nie Anfragen an eine Behörden gestellt hat, erklären wir ihm, welche Auskunftrechte genutzt werden können.

Wer soll sich dafür interessieren?
Besonders freie Journalisten – alleine oder in Teams – haben über crowdfunding.correctiv.org die Gelegenheit, ihre Ideen in die Tat umzusetzen. Ich habe die letzten Jahre als freier Journalist gearbeitet. Damals habe ich mir öfters gewünscht, von erfahrenen Kollegen bei meinen Recherchen unterstützt zu werden. Die Crowdfunding-Plattform bietet jetzt die Gelegenheit. Aber wie bereits erwähnt: Auch interessierte Bürger oder Anfänger im Journalismus können Projekte anbieten.

Wie geht es weiter?
Wir werden erstmal beobachten, wie der Start mit den ersten sechs Projekten läuft, die noch bis Ende Januar unterstützt werden können. Parallel kümmern wir uns, um die ersten Bewerbungen für neue Geschichten. An der Plattform wird auch weiter gebastelt. Das machen wir mit unserem technischen Partner Startnext zusammen.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Über Misstände in der Gesellschaft lohnt es sich immer aufzuklären. Wenn sich Leute damit beschäftigen, sollte das die Öffentlichkeit wissen. Der Reporter Jonas Müller-Töwe schaut sich zum Beispiel ganz genau verschiedene Justizvollzugsanstalten, die mit privaten Unternehmen kooperien. Ihm geht es um mehre Fragen: Entfernt sich der Strafvollzug von der eigentlichen Aufgabe, Täter zu resozialisieren? Wie sehr bestimmt die Ökonomie die Qualität in den Gefängnissen? Genau solche Recherchen finde ich unterstützenswert.

>>> Alle Projekte kann man unter crowdfunding.correctiv.org und in der Kategorie Journalismus bei Startnext unterstützen

Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde – und ich deshalb einen Ratgeber zum Crowdfunding geschrieben habe, den man auf Kindle, iPhone/iPad und tolino lesen kann. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort „loading“ in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:

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