Annotieren: Stand der Technik

in einer frühen Form des Browsers Mosaic gab es eine Funktion namens Group Annotations. Im Winter 2012 erinnerte Marc Andreessen daran (hier seine Mail aus dem Jahr 1993) als er begründete, warum er eine ziemlich hohe Summe in den Dienst Rap Genius investierte. Er schrieb: „it seemed obvious to us that users would want to annotate all text on the web – our idea was that each web page would be a launchpad for insight and debate about its own contents.“

Annotationen, also die Anmerkungen direkt am Text, verschwanden wegen Serverproblemen aus dem Mosaic-Angebot. Andreessen und viele anderen sind aber davon überzeugt: Annotationen sind das nächste große Dinge im Web. Es gibt einige Ansätze, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Text-Anmerkungen so selbstverständlich werden zu lassen wie Links es heute sind. Die Open Annotations Collaboration arbeitet daran, es gibt Projekte wie den Annotator (siehe Bild rechts) oder Hypothes.is. All diese Instrumente wollen die Anmerkungen direkt auf Webseiten anzeigen lassen.

annotate1Zusätzlich gibt es Anwendungen, die Annotationen in Dokumenten erlauben: A.nnotate, Markup (gerade im Relaunch), DocumentCloud oder Diigo bieten Funktionen, die man auch in GoogleDocs findet. Bei ProPublica kann man im Feature Explore Sources anschauen, welche Optionen solche Anmerkungen bieten.

Ich kann mir noch zahlreiche weitere Möglichkeiten für solche Instrumente vorstellen, wundere mich aber darüber, dass es kaum taugliche Software für diese Form der Annotation in Dokumenten gibt. Ich frage mich – und hiermit auch alle meine Leser – deshalb: Mit welcher Software kann man Annotationen in Dokumenten ermöglichen? Womöglich mit Zugangsbeschränkung und mit der Option zur internen Diskussion? Kennt Ihr Angebote? Freue mich über Hinweise!

In Kategorie: DVG, Netz, Print

Über den Autor

Veröffentlicht von

Dirk von Gehlen ist Journalist, Autor, Vortragsredner. Er macht Neues bei der Süddeutschen Zeitung und schreibt einen monatlichen Newsletter zum digitalen Wandel, den man hier bestellen kann

2 Kommentare

  1. cutter kom

    Seit ein paar Tagen gibt es auch eine JavaScript-Lösung, die auch mit Wordpres funktioniert: http://katharinabrunner.de/2014/06/use-sidecomments-js-wordpress/ Der Vorteil ggü. deiner Variante hier ist meiner Meinung nach, dass sie Kommentare selbst gehostet sind und nicht über Drittanbieter wie Disqus laufen, sondern reguläre Kommentare innerhalb des CMS sind.

  2. KerLeone

    Das nächste große Ding … hihi. Dazu eine kleine Anekdote: Ich hab mich 2003 in meinem Weblog drüber gefreut, da hieß die Implementierung dieser Idee Annotea und kam vom W3C. Dummerweise hat mir Günter Hack damals in den Kommentaren einen ähnlichen Kommentar wie diesen hier reingeknallt: Das sei doch schon fünf Jahre alt, damals habe es Third Voice geheißen und sich auch nicht durchgesetzt :-P
    http://mosaikum.org/log-03-03.shtml#1

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