Alle Artikel mit dem Schlagwort “journalismus

“In einer früheren Version” vs. “Das versendet sich”

Von Clay Shirky stammt der Satz Publizieren sei kein Job mehr, sondern ein Knopf. Diese Satz ist die Grundlage der Demokratisierung der Publikationsmittel: Jeder kann veröffentlichen. Das fordert Journalisten überall auf der Welt heraus, verlangt eine Neudefinition von Autorität und bildet die Grundbedingungen für digitales Publizieren.

Was aber heißt das eigentlich “Publizieren”? Diese Frage hat heute der Kollege Hakan Tanriverdi in einem Blogpost bei Kleiner3 aufgeworfen. Der Text trägt den Titel “*In einer früheren Version dieses Artikels” und gefällt mir nicht nur wegen des Versions-Gedankens. Beachtlich finde ich ihn vor allem, weil er sozusagen der Gegenentwurf zu einem anderen journalistischen Satz ist: “Das versendet sich”.

Beide Sätze stehen für die Endpunkte des Spektrums auf dem sich journalistisches Publizieren bewegt – von analog nach digital. Digitales Publizieren ist ein dialogisches Publizieren, es ist geprägt von einem Grundgefühl der Rückmeldung. Hakan beschreibt dies so:

die ersten fünf Stunden sind immer schwierig. Nachdem der Artikel online ist, also für alle zu lesen, beobachte ich Reaktionen. Unter dem Artikel, Feedback per E-Mail, auf Twitter, wenn der Artikel auf der Facebook-Seite gepostet wird, dann auch dort.

Peter Horrocks hat genau dies zum Grundbestandteil journalistischen Arbeitens erklärt: zu verfolgen was mit den Inhalten passiert, die wir veröffentlichen. In Zeiten von Twitter und Facebook ist für jeden erkennbar was dies bedeutet: die Folgen des eigenen Publizierens sind öffentlich. Das war nicht immer so.

Es lohnt sich, daran zu erinnern: “Das versendet sich” gibt es nicht mehr.

Buzzfeed-Kopie: wie Social Publishing den Journalismus verändert

Dafür, dass derzeit so viel drüber geredet und geschrieben wird, ist es erstaunlich, dass die denic unter der Suche “buzzfeed-kopie.de” noch keinen Eintrag findet. Denn in zahlreichen Diskussionen wird die amerikansche Plattform zur Vorlage für Neugründungen oder neue Ansätze im Bereich der Online-Publizistik herangezogen. Vor ein paar Tagen ist Upcoming mit einem deutschsprachigen Angebot gestartet und aus der Schweiz erfährt man, dass gleich mehrere Verlage Buzzfeed-Kopien in Planung haben.

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Meinem Eindruck nach, ist Buzzfeed dabei zu einer Art Oberbegriff für etwas Neues geworden, von dem für die meisten gilt, was Karsten Lohmeyer in LousyPennies so beschrieb:

BuzzFeed ist eine Seite, die für einen klassischen (Print-)Journalisten wie mich sehr schwer zu ergründen ist. Sie ist eine riesige Aggregationsmaschine, die auf den ersten Blick nur aus Listen, Gaga-Videos und weiterem größtenteils unjournalistischem Kram zu bestehen scheint, aber mit aggregierten und selbst produziertem Content im August diesen Jahres bereits 85 Millionen Menschen erreichte

Ende September entwickelte sich in Deutschland eine kleine Debatte über Buzzfeed, in der Christoph Keese sieben Gründe für den Erfolg von Buzzfeed notierte. Neue Elite, 120 Sekunden und Netzpiloten griffen das Thema auf. Marcel Winatschek startete einen Versuch “Eine Woche Buzzfeed” und gab sich dafür bei “nur eine Regel: Hauptsache interessant, diskussionswürdig, Aufmerksamkeit erregend!”

Mit diesen drei Punkten könnte man auch klassischen Boulevard-Journalismus beschreiben, dafür braucht man keinen Buzzfeed-Bezug. Dieser liegt glaube ich eher in dem, was der Guardian “social publishing” nennt – und was ich nach der Veröffentlichung eines Memos von Buzzfeed-Gründer Peretti in einem Text in der SZ so zusammenzufassen versuchte:

… für Peretti bedeutet digitaler Journalismus mehr, als eine Facebookfanseite einzurichten. Er erwartet eine andere Art des Denkens: Bisher haben Journalisten ihre Zeit in die Herstellung von Inhalten investiert, im Zeitalter von Social Media sei das nur die eine Hälfte journalistischen Arbeitens. “Mindestens fünfzig Prozent der Arbeitszeit muss man heute darauf verwenden, diesen Inhalt auch über den richtigen Kanal an die Leser zu bringen.”

Seiten, die sich dieser Form des Publizierens verschrieben haben, wertet der Guardian in dieser Grafik aus …

… und zeigt damit, dass Buzzfeed für eine weit größere Entwicklung steht. Wer verstehen will, wie dieses “Social Publishing” bei Buzzfeed funktioniert, muss man sich anhören was Peretti erzählt oder nachlesen, was der Internet-Virologe Ze Frank, der bei Buzzfeed für Videos zuständig ist, hier erklärt: Es geht nicht ums Konsumieren von Inhalten, es geht um (soziale) Kommunikation.

The content piece, however, is only one element of the larger ecosystem in which we share media. Creators of shareable video must also consider the network, be it YouTube, BuzzFeed.com, Facebook, Twitter, Tumblr, or beyond. Frank said these are more complicated than we think. Only 10 percent of BuzzFeed’s video views come from YouTube subscribers, and only 6 percent come from BuzzFeed itself. Figuring out the nuances of where the rest of the audience is coming from — for example, that Facebook is a better sharing tool for emotional content while Twitter is better for informational content — is essential.

Meiner Meinung nach wirft diese Art des konsequenten digitalen Publizierens Fragen auf, die sich jeder Journalist stellen sollte, der im Netz veröffentlicht. Zum Beispiel diese fünf:

> Wie erreicht mein Inhalt seine Leser?
> Nehme ich darauf Einfluß?
> Was machen meine Leser mit diesem Inhalt?
> Wie verfasse ich Teaser für (welche?) sozialen Netzwerke?
> Wie unterscheiden sich “social teaser” von klassischen Anreißern?

Aus der Aufforderung von Peter Horrocks aus dem Jahr 2010, zu beobachten welche Reaktionen die eigenen Inhalte nach sich ziehen, wird in Zeiten von Buzzfeed der Ansatz, die Verbreitung von Inhalten zum Bestandteil journalistischer Arbeit zu machen. Dass das überhaupt nichts mit Katzenbildern zu tun hat, sondern durchaus auch für klassischen journalistischen Inhalt gilt, zeigt das meiner Einschätzung nach viel spannendere Buzzfeed: Upworthy – das Projekt, hinter dem u.a. Filter-Bubble-Autor Eli Pariser steckt und das sich gerade über vier Millionen Facebookfreunde freut:

Mehr zum Thema Social Publishing u.a. im Blog Phänomeme, das ich für die SZ betreibe und in diesem Buzzfeed-Porträt.

Call to action: über eine neue Form des Journalismus

tl;dr: Renommierte Journalisten verlassen klassische Verlage. Ihre neuen Arbeitgeber pflegen eine Kultur der Kundenzentrierung. Dadurch entsteht eine neue Form des Journalismus.

Die Medienbranche ist in der Krise. Das hören wir ständig. Meist geht es dabei um die zerstörerischen Folgen der Digitalisierung für Vertriebsmodelle. Wenn Glenn Greenwald von Krise redet, meint er nicht das Internet, sondern den Kern der Medien: den Journalismus. Dieser ist korrupt, erklärte der Anwalt und Investigativ-Reporter Gleen Greenwald den Zuhörern auf der Global Investigative Journalism Conference in Rio. Greenwald spricht von einer “fundamentalen Beschädigung”, die die westlichen Medien in den vergangenen Jahren erlitten haben. Die Tatsache, dass die New York Times die NSA-Enthüllungen, die im Sommer durch Greenwalds Veröffentlichtungen bekannt wurden, schon 2004 in Teilen kannte, nimmt der investigative Reporter zum Anlass für eine grunsätzliche Kritik am Zustand des Journalismus in der westlichen Welt. Dieser erfülle seine Aufgaben nicht richtig und folgerichtig stecke die Branche in der Krise:

Es ist ziemlich aufregend und auch ermutigend, dass nun immer mehr Medien scheitern und sterben. Das sollten wir feiern. Denn diese Institutionen müssen endlich darüber nachdenken, was sie besser machen können. Es gibt nun viele neue Medienunternehmen, die jungen Journalisten eine Chance geben. Dass Unternehmen scheitern ist also kein Beleg dafür, dass der Journalismus stirbt; ganz im Gegenteil er blüht auf und geht einfach woanders hin.

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Der Journalismus des Glenn Greenwald, das wurde kurz nach seiner Rede in Rio bekannt, wechselt vom britischen Guardian zu ebay-Milliardär Pierre Omidiyar. Der Mann, der sehr viel Geld mit der Auktionsplattform verdiente, stellt sich als Philantroph dar, der sich finanziell fürs öffentliche Interesse engagieren will: von 250 Millionen Dollar ist die Rede. Greenwald kommentierte seinen Wechsel – der ironischerweise geleaked wurdemit den Worten: “Ich habe eine einmalige Möglichkeit bekommen, die kein Journalist ablehnen würde.”

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Bisher ist wenig darüber bekannt, wie diese Möglichkeiten genau aussehen, die Omidyar Greenwald und seinen Kollegen Laura Poitras und Jeremy Scahill (und Dan Froomkin sowie Liliana Segura) bieten wird. Sowohl der genaue Name als auch die genau Ausgestaltung des neuen journalistischen Angebots sind unbekannt. (Bisher wird mit dem Hashtag #NewCoNews gearbeitet) Es soll rein digital sein, soviel ist klar, und investigativen Journalismus fördern. Allerdings sieht der Unternehmer Omidyar einzig darin noch kein Geschäftsmodell. Im Interview mit der New York Times erklärte er, dass er nicht daran glaube, dass sich ein solcher Journalismus allein finanzieren könnte.

Werbekunden wollen nicht im Umfeld von investigativen Geschichten stehen. Es ist extrem schwierig das hinzukriegen. Und nur wenige Menschen lesen solche seriösen Geschichten zur Zeit im Netz. Das Publikum für die wichtigsten Berichte kann ernüchternd klein sein. Es wird immer einen Kern an Lesern geben, die bereit sind, diese Arbeit zu unterstützen, aber das ist nur ein winzig winzig kleiner Teil der breiteren Öffentlichkeit. Deshalb wollen wir eine Website mit Themen von allgemeinerem Interesse schaffen und dann daran arbeiten, diese allgemeinere Öffentlichkeit zu engagierten Bürgern zu machen.

Ein Medium, das seine Leser zu engagierten Bürgern machen will: Diese Haltung taucht in zahlreichen Äußerungen Omidyars auf. In seiner Stellungnahme nach Bekanntwerden seiner Pläne schreibt er: “Ich suche nach Wegen, Mainstream-Leser zu engagierten Bürgern zu machen.” Es geht also nicht nur darum, Informationen zu verbreiten, sondern darum, “User Engagement” zu fördern. Ein Haltung, die auch seine Arbeit bei Ebay prägte und die er für den zentralen Antrieb im Silicion Valley hält: Menschen nicht nur dazu zu bringen, einen Text zu lesen, sondern danach mindestes noch einen. “Call to action” heißt das in der Sprache des Marketings, das Menschen zum Beispiel animiert, bei Ebay Produkte zu kaufen oder weitere Bücher bei Amazon zu bestellen. Diese “Action” kann sich auf Mausklicks beziehen, auf Einkäufe oder eben auf gesellschaftliches Engagement. Um letztes geht es Omidyar nach eigenen Angaben – und deshalb auch um einen anderen Journalismus. Dafür wollte er eigentlich die Washington Post kaufen, dabei hatte er allerdings das Nachsehen: Amazon-Chef Jeff Bezos setzte sich durch. Ein anderer Experte für “User Engagement”. Bezos beschrieb die drei Kernideen von Amazon einmal als den Willen etwas Neues einzuführen, den Blick fürs Langfristige und die Fixierung auf den Kunden. Was genau Bezos bei der Washington Post machen wird, ist noch unklar. Dass er sich von diesen Prinzipien verabschiedet, ist aber nicht anzunehmen.

Bezos und Omidyar sind die bekanntesten Köpfe einer neuen Entwicklung in der amerikanischen Nachrichtenbranche: Digitale Investoren entdecken gerade die Medien. 120 Sekunden und auch die New York Times widmeten diesem Trend unlängst eine längere Geschichte, in der unter anderem beschrieben wird, wie Laurene Powell Jobs (die Witwe von Apple-Chef Steve Jobs) in das Nachrichten-Start-Up Ozy Media investiert und der Facebook-Mitgründer Chris Hughes The New Republic kauft und das Social-Media-Unternehmen Upworthy mitfinanziert. Man kann diese Entwicklung als Trend hin zu wertvollen Inhalten lesen, man kann darin aber auch den Anfang eines veränderten Journalismus erkennen, der nicht mehr nur von klassischen Medien geprägt wird, sondern von Digitalunternehmen: Dieser Tage wurde bekannt, dass der renommierte amerikanische Investigativreporter Mark Schoofs von ProPublica zu Buzzfeed wechseln wird und dass der bekannte Technikjournalist David Pogue künftig nicht mehr für die New York Times arbeiten will: er ist jetzt Journalist bei Yahoo.

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Als Omidyar gefragt wurde, warum er statt in die Washington Post nun in die Reporter Greenwald, Poitras und Scahill investiere, lobte er besonders deren transparenten Zugang zu ihrer Arbeit. “Sie sind bereit, sich da raus zu stellen und offen über ihre Arbeit zu reden. Sie blasen nicht bloß Meinungen raus ohne dass klar ist, wie sie selber dazu stehen. Sie sagen: “Schaut her, das ist was ich über das Thema weiß und ich erkläre euch, was ich darüber denken.”" Diese Haltung steht in einem gewissen Gegensatz zu der distanzierten journalistischen Perspektive, die sich in dem berühmten Zitat von Hanns-Joachim Friedrichs ausdrückt, der guten Journalismus daran erkennt, “dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache.” Auf dieses Zitat angesprochen, antwortet der ausgebildete Anwalt Greenwald unlängst: “Menschen sind nicht distanziert. Alle Journalisten sind Aktivisten. Sie vertreten doch alle Interessen und Einschätzungen.” Durch das gemeinsame Projekt mit Omidyar könnte Greenwald zum Vorbild für einen anderen, kundenzentrierten Journalismus werden. In Rio riet er den etablierten Medien jedenfalls, sich von einigen ihrer überlieferten Regeln zu verabschieden.

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Glenn Greenwald ist ein engagierter Bürger, der für engagierte Bürger schreibt. Durch die Zusammenarbeit mit Pierre Omidyar arbeitet er jetzt selber an einer Antwort auf die Frage, die seit den Enthüllungen von Edward Snowden im Raum steht: Welche Schlüsse zieht die Gesellschaft aus den Überwachungen durch staatliche Stellen? Es könnte eine andere Form von Journalismus sein, der aus den Entwicklungen der vergangenen Monaten entsteht. Einer, der mehr ist als der klassische Nachrichtentransport auf die Vernetzung des Web setzt, auf die Fixierung auf den Kunden und auf “User Engagement”. Dass dieser ausgerechnet mit Geld finanziert wird, das durch die Digitalisierung verdient wurde, ist eine besondere Ironie an der Entwicklung – wirft aber auch das zentrale Problem an dem Experiment auf: Wie ist es um das öffentliche Interesse bestellt, wenn die finanziellen Interessen der Geldgeber betroffen sind?

Das Blogbox-Experiment

Heute startet Blogbox – eine iPad-App aus München. Gemeinsam mit 51 anderen Blogs taucht auch mein Blog in der Übersichtsliste der Seiten auf, die zum Start in der Blogbox zu lesen sind.

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Dazu zählt auch Netzwertig, wo Martin Weigert das Konzept von Blogbox vorstellt:

Was Blogbox von tabletbasierten Newsreadern wie Flipboard, Pulse und Newsrepublic abhebt, ist unter anderem die automatische Paketierung der Inhalte und der ausschließliche Fokus auf deutschsprachige Blogs. (…) Das Ziel der drei Blogbox-Macher Moritz Orendt, Bernhard Hering und Marco Eisenack ist es, Blogs aus der Nische zu holen und ihnen gleichzeitig eine attraktive Einnahmequelle zu erschließen. Aus diesem Grund beinhaltet Blogbox ein integriertes, freiwilliges Bezahlsystem, nicht unähnlich dem von Flattr. Nutzer der App können sich mit der internen Währung “Bonbons” bei den einzelnen Blogs für Artikel bedanken. Bonbons werden per In-App-Kauf erworben, zehn Bonbons – die sogenannte “Studentenpackung” – kosten 0,89 Cent. Wer ein größeres Budget hat, kann für 7,99 Euro die 100 Bonbons beinhaltende Förderpackung erwerben. Das Startup betont, dass es nach Abzug von Apples 30-prozentiger Provision sämtliche Einnahmen an die jeweiligen Blogs ausschüttet.

Als ich gefragt wurde, ob ich mit den Digitalen Notizen dabei sein will, habe ich nicht wegen der Bonbons zugesagt, sondern weil ich das Experiment mag. Kann man andere Zugänge zu Inhalten bauen? Blogbox versucht das, ich bin gespannt, mit welchem Ergebnis.

Feedback und eigenes Blogbox-Erleben gerne in den Kommentaren!

Best in klarem Denken

Wenn im Nachbarhaus jemand umbaut, geht mich das nichts an. Wenn der renovierende Hausbesitzer jedoch all seine Besitztümer vor die Tür setzt stellt und seinen Bauplan öffentlich aushängt, scheint er Interesse daran zu haben, dass sich Menschen eine Meinung über seine Pläne bilden, von denen ich sagen würde, dass sie sich als Unbeteiligte nicht zwingend äußern müssen.

Im Fall des Hamburger Verlagshauses Gruner&Jahr ist jetzt genau eine solche Situation eingetreten. Die Bauherren “Julia Jäkel, Stephan Schäfer und Oliver Radtke” haben unter der URL transformation-guj.de einen Bauplan ausgehängt, der mich so nachhaltig verwirrt hat, dass ich mir zwei kleine Meinungen erlaube zu dem “Weg voller Abenteuer”, den sie ankündigen. Das Ziel dieses Weges, der mit den Adjektiven “lang”, “einzigartig in der Verlagsbranche” sowie “schön und attraktiv” geschmückt wird, lautet: “Wir transformieren G+J vom Zeitschriftenhaus zum Inhaltehaus.” Denn man vertraut in Hamburg darauf, dass Inhalte auch in Zukunft einen Wert haben. Im Bauplan heißt das: “Wir sind sicher, dass es einen Markt für Quality Content gibt.”

Meinung eins: Wer hat denn diesen Text geschrieben? Man kann doch nicht von “Quality Content” reden und dann solche Satzbrocken öffentlich aushängen. Absätze wie der folgende sind doch auch irgendwie “Content”, oder?

Unsere Inhalte müssen für unsere Leser und Nutzer hoch relevant sein. Sie müssen so gut sein, das (sic!) niemand mit Interesse für ein spezielles Themengebiet ohne unsere Inhalte auskommen kann. Wir müssen die Qualität unserer Produkte permanent erhöhen, auch und besonders im Zusammenspiel mit Nutzern und Lesern.

Der zitierte “Quality Content” vermittelt sich doch vermutlich durch Sprache, warum ist dann niemand auf die Idee gekommen, diese zu prüfen? In einem Inhaltehaus sollte es doch jemanden geben, der sich mit Inhalten auskennt und nicht diesen Buchstabenbrei glaubt, der derart deprimierend weit davon entfernt ist, wie ich “Quality Content” übersetzen würde, dass ich noch immer fassungslos vor dem öffentlichen Aushang vor dem fremden Haus stehe.

Meinung zwei: Warum eigentlich!? Neben dem sprachlichen Schaudern bleibe ich auch inhaltlich ratlos. In den merkwürdigen deutsch-englisch Sätzen stecken zwar zahlreiche Powerpoint-taugliche Schlagwörter, aber keine Antwort auf die Frage, warum man eigentlich davon überzeugt ist, dass Inhalte eine Zukunft haben. Denn wenn das so wäre, hätte man die Interessengemeinschaften, die man zum zentralen Prinzip erhebt und “Community of Interest” nennt, doch auch “Community of Content” nennen können. Wenn aber das Interesse das verbindende Element ist und nicht der Inhalt, drängt sich doch die Frage auf: Warum wird das Zeitschriftenhaus dann nicht eigentlich ein Interessenhaus oder zumindest ein Community-Haus? Die Aufmerksamkeit von Menschen zu bündeln, die ein gemeinsames Interesse eint, kann ja durchaus ein ehrenwertes Ziel für einen Verlag der Zukunft sein. In diesem Bündeln spielen Inhalte vermutlich eine Rolle, aber eben nicht (mehr) ausschließlich. Hinzu kämen Aspekte des Community-Buildings, des Gemeinschaft-Stiftens. Das ist jedoch etwas anderes als das Abwerfen von Inhalten über einer Leserschaft, das ist das gemeinsame Interessenteilen von Produzenten und Konsumenten.

Den Eindruck jedoch, dass das Inhaltehaus sich als als Bestandteil der jeweiligen Communitys versteht, vermeidet der öffentliche Aushang. Er behauptet unter dem Punkt “Grundpfeiler”: “Wir denken radikal in Inhalt. Das Medium ist sekundär. Wir agieren in Zukunft plattformneutral.” Und nur einen Absatz später behauptet der gleiche Aushang: “Best in Print ist unser Anspruch, dem wir gerecht werden wollen.” Und damit nicht genug: “Genauso wie wir Best in Print als Ziel haben, müssen wir auch Best in Digital sein.”

Dabei wäre, nimmt man die oben genannten Voraussetzungen ernst, der Ansatz doch weder best in print, noch best in digital zu sein das Ziel: Best in Content (oder vielleicht auch best in community) müsste doch die logische Zielsetzung lauten, die man im besten Fall auch auf deutsch sagen könnte.

Wie gesagt, mich geht das nichts an. Ich hatte nur irgendwie gehofft, dass ein Verlagshaus wie Gruner&Jahr, das auf der Website auch ankündigt, “in den kommenden Jahren mehrere hundert Millionen Euro in die Transformation” zu investieren, ein wenig mehr für Logik und Text übrig gehabt hätte. Denn Auslöser dieses ganzen Prozesses ist die Veränderung der Digitalsisierung. Dass Verlage diese konstuktiv meistern, ist ein sehr tiefer Wunsch von mir. Eine Voraussetzung dafür scheint mir aber, dass man diese überhaupt erstmal versteht und in verständliche Worte fassen kann. Für die Powerpoint-Folie formuliert: Best in klarem Denken.

Hast du mal ne Sekunde …

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Als Uniform Ressource Locator bezeichnet man im allgemeinen Sprachgebrauch die eindeutige Adresse einer Webseite. Eine technische Angabe, die im Zeitalter der Vernetzung aber auch inhaltliche Relevanz bekommt.

Von Michael Seemann stammt der Satz: “Öffentlich ist, was einen Link hat.” Was umgedreht formuliert heißt “Was keine URL hat, existiert (öffentlich) nicht.” Das heißt Inhalte ohne Internetadresse sind nicht relevant, sie sind nicht auffindbar, sie sind nicht öffentlich.

An diese Perspektive musste ich denken, als ich vor ein paar Tagen ein Interview mit dem Vorsitzenden des Verbands Südwestdeutscher Zeitungsverleger las. Valdo Lehari stellt darin die folgende These auf:

Wenn wir nur für einen Tag unsere Inhalte nicht ins Netz stellen würden – also alle Tageszeitungen, aber auch die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender und die Magazine – dann wäre dort gar nichts los.

Diese Woche habe ich nun die Seite OneSecond entdeckt, die auflistet und erlebbar macht, was nur innerhalb einer Sekunde im Netz los ist: das Gegenteil von gar nichts. Die Grafik ist deshalb beeindruckend, weil man sie erleben kann. Die Beiträge, Likes und Suchanfragen, die sich innerhalb einer Sekunde ereignen, fliegen am Nutzer vorbei. Wem das zu schnell geht: Hier gibt es das ganze übersichtlicher für 60 Sekunden.

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Selbst wenn man glauben wollen würde, dass diese Bewegung zum überwiegenden Teil auf die Inhalte professioneller Kommunikatoren zurückzuführen wäre, muss man sagen: Dass gar nichts los ist im Netz, ist eine äußerst unwahrscheinliche Annahme. Wahrscheinlicher ist die These von Michael Seemann: Was da nicht dabei ist, ist nicht los. Also nicht öffentlich.

Dinge so machen, wie sie sein sollten

Vielleicht ist es ja kein Zufall, dass an dem Tag, an dem der Spiegel eine Debatte über die Zukunft der Tageszeitung beginnt, eine Meldung öffentlich wird, die für mich auch ein Hinweis auf die Krise des deutschen Magazinjournalismus ist: Michalis Pantelouris ist künftig vor allem im Herzen Journalist, in der Realität macht er hochklassiges Olivenöl.

Die meisten Menschen kennen Michalis vermutlich, weil er manchmal im Fernsehen sitzt und kluge Dinge über Griechenland sagt. Würde es nach mir gehen, wäre er aber noch bekannter, weil er ein herausragender Magazinjournalist ist. Einer, der – ginge es nach mir – an erster Stelle genannt würde, wenn Stern oder Spiegel eine neue Chefredaktion suchen. Denen würde er jetzt vermutlich absagen, denn er schreibt, dass er künftig in einer anderen Branche “Dinge so macht, wie sie sein sollten.” Er macht jetzt ein echtes, ehrliches, großartiges, aufregendes, besonderes Olivenöl.

Für den Journalismus ist das nicht schön. Für Michalis hingegen schon. Denn in einem der Projekte, die wir zusammen machten – im Rahmen eines jetzt-Printmagazins zur beruflichen Orientierung – schrieb er diesen wunderbaren Text, den man nochmal lesen sollte. Es ging um die ständig gestellte Berufs-Perspektiv-Frage:

Die richtige Frage ist also nicht: Was willst du werden? Sondern: Was bist du? Diese Frage wird nicht gestellt. Man kann durch die Schul- und sogar die gesamte Universitätszeit gehen, ohne sie je zu hören. Es ist sogar noch fataler: Wer sie überhaupt je hört, der hört sie heute meistens in einem völlig anderen Zusammenhang. „Was bist du?“ hören Kinder von Einwanderern immer mal wieder, aber nur im Zusammenhang mit ihrer Nationalität. „Fühlst du dich mehr als Deutscher oder als Grieche?“ – das bin ich nicht so selten gefragt worden. Und die Antwort ist: Ich habe keine Ahnung. Woher soll ich wissen, wie sich irgendein anderer Grieche oder Deutscher fühlt? Die Realität ist: Ich bin beides, aber ich bin noch viel mehr etwas anderes – nämlich ich. Ich, mit dem, was ich tun will. Ich mit meiner Motivation.

Menschen, die einen solchen Satz schreiben und sagen können, nötigen mir Respekt ab. Das ist der Grund, warum ich das Ernst nehme, was Michalis ans Ende seines Blogpost schrieb und ihm hier öffentlich Glück wünschen will. Es ist nicht das Schlechteste Ich zu sein, “mit dem, was ich tun will. Ich mit meiner Motivitation.” Völlig egal, in welcher Branche!

loading: st_ry

Bei der republica wurde er als “Posterboy des crowdfunded Journalism” in Deutschland angekündigt: Daniel Brökerhoff will mit seinem Format st_ry neu denken. Auf der Startnext-Seite heißt es: “st_ry ist ein Web-Doku-Format, das von jungen, professionellen Fernsehmachern gestaltet und produziert wird. Im Mittelpunkt steht unser Reporter Daniel Bröckerhoff, der sich gemeinsam mit Euch auf die Suche nach Antworten macht.”

Daniel hat den loading-Fragebogen beantwortet.

Was macht Ihr?
“st_ry – deine doku” ist ein interaktives journalistisches Experiment. Über einen Zeitraum von sechs Monaten gehe ich einem großen Thema auf den Grund: “Ich will meine Daten zurück!” Nicht erst seit dem PRISM-Skandal der amerikanischen Staatsschnüffler fragen wir uns, wer eigentlich was genau von uns weiß. Das Thema Datensouveränität – also die Hoheit von uns Bürgern über das, was mit unseren Daten passiert – fängt schon bei der ganz alltäglichen Zalando-Werbung an, die uns seltsam genau kennt, oder bei der Bank, die uns nach einem Wohnortwechsel plötzlich weniger Dispo geben will.

Die Nutzer, also die Mitglieder der Crowd, sind von Anfang an dabei: Als Unterstützer des Projekts entscheiden sie mit, wo die nächste Recherchereise hingeht und welchen Weg meine Mission nimmt, welchen Fragen wir uns widmen und was ins Zentrum der Recherche gestellt wird. Wir gehen nicht los mit einer vorgefertigten Arbeitsthese. Wir wollen sehen, wie die Welt da draußen wirklich ist. (Das Konzept heißt “Open journalism” und ich habe es es auf der Internetkonferenz re:publica vorgestellt).

st_ry ist vor allem auch ein Crowdfunding-Projekt: Wir wollen die komplette Doku unabhängig finanzieren, direkt unterstützt von den Menschen, um die es geht: dem Publikum.

Warum (macht Ihr es so)?
Wichtigster Grund: Weil wir ausprobieren wollen, ob es auch so geht, wie wir es uns vorstellen. Und weil wir sehen wollen, ob aus der guten alten Tante Journalismus nicht doch ein frisches, junges Ding gemacht werden kann. Das Internet gibt uns mehr Möglichkeiten, als Journalisten sie jemals zuvor hatten – wir nutzen sie. Auf unserem bisherigen Weg haben wir allerdings schon festgestellt, dass das leichter gesagt als getan ist. Viele Interessierte haben sich von Anfang an mit großem Eifer an unserer offenen Arbeitsweise beteiligt. Das breite Publikum dagegen (das ja auch was von unserer Reportage haben soll) scheint noch etwas ratlos vor unserem Projekt zu stehen und sich zu denken: “Und was hab ich davon?”

Dieses legitime Interesse – einfach einschalten dürfen, zuschauen, und hinterher mehr wissen als zuvor – werden wir jetzt, nachdem wir in Absprache mit der Plattform startnext unser Crowdfunding-Projekt bis zum 16. August verlängert haben, mehr in den Fokus rücken. Im Juli werden wir eine erste komplette Ausgabe unserer Doku-Reihe produzieren. Damit wollen wir auch jedem ganz normalen Zuschauer, der keine Zeit oder keine Lust auf intensiven Mitmach-Journalismus hat, zeigen, dass ihn das Thema Datensouveränität jeden Tag betrifft und es sehr wichtig ist, ein gut recherchiertes Doku-Stück darüber zu produzieren.

Wer soll das anschauen?
Alle, die sich für Datenschutz interessieren, mehr darüber wissen wollen und sich nicht mit schwarz-weiß Antworten zufrieden stellen. Alle, die ein neues Stück Netzjournalismus mitgestalten möchten und dabei zusehen wollen, wie eine Reportage-Reihe entsteht, bei der sie mitreden dürfen. Alle, die in unserer von Daten regierten Welt leben; alle, die sich schon mal gefragt haben, warum sie welche Werbeanzeigen im Netz serviert bekommen und wer mit dem Wissen über ihr persönliches Leben jeden Tag Geld verdient.

Wie geht es weiter?
Wir werden bis spätestens Ende Juli die erste Ausgabe unserer Doku der Öffentlichkeit präsentieren und zeigen, was st_ry Tolles für das Fernsehen im Netz leisten kann. Bis zum 16. August 2013 sammeln wir die Finanzierung für unser Projekt auf startnext.de/strytv. Wenn die stolze Summe von 42.000 Euro – für 60 Minuten Doku, für ein Team von 15 erfahrenen Macherinnen und Machern, für ein dreiviertel Jahr intensiver Arbeit – zusammenkommt, werden wir die restlichen fünf Folgen st_ry bis Januar 2014 produzieren und jeden Monat etwa zehn neue Doku-Minuten ins Netz stellen.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Wie Journalismus funktioniert, nach welchen Kriterien Journalisten entscheiden und auswählen, wie sie arbeiten und denken. Wie eine Reportage entsteht, was dabei beachtet werden muss und dass die Welt nicht so schwarz-weiß ist, wie es Journalismus uns heute oft glauben machen will.

>>> Hier kann man Daniels Projekt unterstützen!

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Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort “loading” in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:


Gawker/Rob Ford: Crowdfunding um Beweismaterial zu kaufen

Unter dem Schlagwort loading verfolge ich hier seit einer Weile die Entwicklung, die das Thema Crowdfunding für das Bezahlen im Internet einerseits, und für die Zukunft des Journalismus andererseits nimmt. Der heutige Tag markiert dabei einen besonderen Punkt, denn heute Nacht ist es der US-Website Gawker gelungen, 200.000 Dollar für ein sehr merkwürdiges Crowdfunding-Projekt einzusammeln.

Es geht um den Bürgermeister der größten kanadischen Stadt Toronto: Rob Ford wird vorgeworfen, Crack-Cocaine konsumiert zu haben. Der Politiker weist diese Vorwürfe von sich. Es gibt aber angeblich ein Beweisvideo, das diejenigen aufgenommen haben wollen, die ihm die Drogen verkauften. Der Website Gawker wurde dieser Clip angeblich für 200.000 Dollar angeboten. Dort entschied man sich, das Video kaufen zu wollen – finanziert über Crowdfunding auf indiegogo.

Toronto Mayor Rob Ford smokes crack cocaine. Gawker is trying to purchase a video of Ford smoking crack cocaine. If we raise $200,000, the owners have promised to hand it over so we can publish it online.

Dieses ominöse Video zieht bereits größere Kreise, Gawker schreibt allerdings, den Kontakt zu den Informanten verloren zu haben.

Darum geht es mir allerdings auch nicht wirklich. Viel interessanter finde ich im loading-Zusammenhang den Ansatz, Beweismaterial über Crowdfunding zu kaufen.

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Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort “loading” in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:


Die Blogger auf Island

Im Spiegel-Blog gibt es eine Antwort von Ralf Hoppe, auf die Fragen, die Alexander Svensson zu Hoppes Text “Volksreporter” aufgeworfen hatte. Hoppe schreibt von seiner eigenen Recherche und gesteht einen Fehler ein:

Bei dieser Gelegenheit erfuhr ich von jenem Gerücht: Regierung und Banker wollten die Goldschätze außer Landes bringen, Startbahn oder Flughafen müssten blockiert werden. Ich nahm mir ein Taxi und fuhr zum Flughafen. Dort traf ich Isländer, die dort standen, weil sie verhindern wollten, dass die Regierung irgendwelche Schätze außer Landes fliegt. Sie waren da, um die Startbahn zu blockieren, sie standen vor dem Flughafen. Der Abend blieb mir in Erinnerung, denn die Leute schienen mir irgendwie typisch in ihrer gereizten Orientierungslosigkeit. Ich sprach mit einigen von ihnen, stand eine Weile frierend herum und fuhr dann wieder zurück ins Hotel. Dass sie ihr Vorhaben nicht umgesetzt haben, ist mir inzwischen klar geworden. Um so peinlicher, dass mir so ein Fehler in einem Text passiert, der sich mit der Genauigkeit von journalistischer Arbeit beschäftigt.

Das finde ich erstaunlich, weil ich das Wort Fehler hier fast zu hart finde. Dann kommt Hoppe zurück zu dem, wovon seine Kolumne eigentlich handele: zur Frage des Medienwandels.

Sie handelt etwa von der, wie ich es sehe, durch das Netz und die sozialen Medien beförderte Neigung, sich schnell, aber oberflächlich zu empören, irgendwas zu liken oder eben jemanden als Lügner und Arschloch abzustempeln. Was machen die sozialen Medien mit der Generation der Jungen? Wie modelliert das Netz ihre Kommunikation, ihr Denken, Fühlen?

Eine Antwort kann man wohl gerade nachlesen: Das Netz modelliert aus Publikation eine Form der Kommunikation. Und damit verändert sich auch das Berufsbild des Journalisten.

Update: Felix Schwenzel sieht das weniger milde als ich.