Alle Artikel mit dem Schlagwort “iPhone

loading: iPhoneChina

Stellen wir uns vor, Apple wäre ein Staat – würde man lieber in Apple oder lieber in China leben? Mit dieser Frage beginnt Christian von Borries die Beschreibung seines Crowdfunding-Projekts, das von Apple und China handelt: iPhoneChina ist ein Dokumentarfilm über Apple und China.

Der Film ist bereits gedreht, die Funding-Summe von 10.000 Dollar wird für Farbkorrektur und Fertigstellung benötigt. Das Besondere: Mit der Unterstützung wird der Film erworben, aber nicht exklusiv. Christian von Borries will ihn anschließend frei zugänglich auf YouTube zeigen.

Ich habe ihm den loading-Fragebogen geschickt – hier seine Antworten.

Was machst Du?
ich mache gerade einen dokumentarischen essayfilm, der eine auf den ersten blick unsinnige frage stellt: waere der computerhersteller apple ein staat, wuerdest du lieber in apple oder im staat china leben? ich vergleiche also den groessten staat der welt mit dem groessten unternehmen. natuerlich interessiert mich eine frage dahinter: werden staaten wie unternehmen gefuehrt oder unternehmen wie staaten?

Warum (machst du es so)?
ich mache einen film, den ich noch nicht gesehen habe und der fehlt. ich will keine ruehrgeschichte ueber irgendwelche individuen, keinen investigativen journalismus (mit der kamera in der tasche ans fliessband und so) – sondern etwas systhemisches verstehen. denn es lohnt sich, rauszukriegen wie die dinge zusammenhanegen. und das soll spass machen, die erkenntnis!

Wer soll das anschauen?
also erstmal ist das natuerlich ein film fuer alle apple-juenger und fuer alle chinesinnen und chinesen. wer aber dachte dass samsung oder nokia anders waeren hat sich getaeuscht. das thema des films ist die globalisierte welt, die anders (nur wie?) organisiert zu sein scheint. also muss ein film darueber auch selbst anders aussehen. wir ahnen es – technologie bestimmt inhalte, so auch hier. weg vom fernseh-dokumentarfilm, hin zu einem assoziotionsfeld, mehr gute fragen als schnelle antworten, right?

Wie geht es weiter?
wir haben gedreht, in den usa, in frankreich, in deutschland, aber vor allem in china – bilder, die noch niemand gesehen hat. tausende junger arbeiterinnen und arbeiter, alle unter 20 jahre alt, vor den fabriken wo das iphone 5 zusammengeschraubt wird. jetzt muessen wir den film montieren, schneiden, die farben korrigieren. dafuer sammeln wir geld ein. ich habe eine us amerikanische crowdfunding website gewaehlt, weil das thema global ist. dort kann man von ueberall her mit kreditkarte ganz einfach geld ueberweisen.

Was sollten mehr Menschen wissen?
der film wird auf youtube zu sehen sein, auf filmfestivals. er wird kein copyright haben, sichtbarkeit ist die waehrung der zukunft und nicht zuletzt unsere einzige moeglichkeit aus der abhaengigkeit glattgebuersteter fernshehunterhaltung rauszukommen.

>>>> Den Film iPhoneChina kann man hier unerstützen

Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort “loading” in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:


Alles hat ein Ende

Hier gibt es offenkundig ein Bedürfnis eines Teils der Mediennutzer nach Endlichkeit und Überschaubarkeit – im Gegensatz zum unendlichen, unüberschaubaren Internet. Es ist eine Sehnsucht nach dem Gefühl, eine Zeitschrift komplett „durchgeblättert“ zu haben, oder die Illusion, informiert zu sein, wenn man die ganze 20-Uhr-“Tagesschau“ gesehen hat.

In dem Was willst du mit dem iPad, sprich! betitelten Texte der gestrigen FAS über die iPad-Pläne von Zeitungsverlagen schreibt Stefan Niggemeier die oben genannte Sehnsucht vor allem der älteren Generation zu. Ich glaube jedoch, dass in dieser Endlichkeit sehr viel mehr steckt – auch unabhängig vom iPad.

Das Beste: ist der Inhalt

Jason Schwartzman macht Werbung für die iPad-App vom New Yorker. Das ist lustig:




Das Beste an der App ist aber: Sie liefert den Inhalt des New Yorkers. Zum Beispiel dieser famose (aber inhaltlich falsche Text) namens Twitter, Facebook, and social activism von Malcolm Gladwell. Darin versucht er – in Abgrenzung zu Clay Shirky – zu belegen, dass die neuen Ausdrucksformen des sozialen Netz’ keinen wirklichen Protestformen hervorgebracht haben. Bestätigt aber indirekt, was hier schon an unterschiedlicher Stelle Thema war: Wie Twitter und Facebook zu Informations-Hinweis-Quellen werden:

Our acquaintances—not our friends—are our greatest source of new ideas and information. The Internet lets us exploit the power of these kinds of distant connections with marvellous efficiency. It’s terrific at the diffusion of innovation, interdisciplinary collaboration, seamlessly matching up buyers and sellers, and the logistical functions of the dating world.

Das Problem mit dem Text bringt Nancy Scola bei techPresident übrigens sehr gut auf den Punkt:

And Gladwell’s unfortunate north star, as it is for so many doubters in this arena, is that effective, strategic, engaged political activism in the year 2010 onward is going to look the same as effective, strategic, engaged political activism has looked before. But why would we assume that the complex problems facing the modern United States, at least, are best met by the march-in-the-streets activism that greeted the abuses of the 1960s?

Übrigens: am morgigen Mittwoch stellt sich Gladwell den Fragen seiner Leser!

Feine Idee: Gemeinsam Taxi fahren

Im Interview mit Urban Omnibus erklären die Weeels-Gründer die Idee hinter ihrem App-Konzept:

In short, it links people and taxi cabs to create a more flexible, efficient, reliable, and affordable mode of transit. It begins to address the incredible excess capacity of New York City’s 13,000-car taxi fleet, much of which is underutilized even when engaged in fares; when not, its drivers must often troll around for rides, wasting time and energy. Starting with the premise that we need to not only improve our bike and train infrastructure, but also better use the road infrastructure and vehicles we already have, the mission is to make transit less costly, more flexible and more social. Think of it as transit-friendly rezoning, like the kind the city has been pushing, but for vehicles.

via

Das iPad wird sozial

Eines der größten Probleme, die das iPad meiner Einschätzung nach hat, ist die Tatsache, dass es nicht kommuniziert. Es ist ein abgeschlossenes System, das die Entwicklung hin zum aktiven Rezipienten ignoriert. ReadwriteWeb stellt heute eine App vor, die das ändern könnte: Flipboard macht das iPad sozialer. Es handelt sich dabei um einen erweiterten RSS-Reader fürs iPad, der eine Art Nachrichtenzugang ins iPad-Web werden könnte. Das Demo-Video zeigt wie das funktionieren kann:


Die im Hintergrund laufende Musik kennt man übrigens aus der TV-Serie Stromberg

Kostenlos-Kultur: jetzt auch auf dem iPad

“It’s generating so many impressions, and we have such advertising demand for this that it would be a very poor business decision right now to put up a pay wall.”

Auf Advertising Age beschreibt David Hunke (President and publisher of USA Today) am Beispiel der iPad-App von USA-Today, woher die kolossale strategische Fehlentscheidung der vermeintlichen Kostenlos-Kultur des Internet kommt: USA-Today verdient offenbar mehr an der über die Aufmerksamkeit generierten Werbung als man es sich über verkaufte Apps vorstellen würde. Das sollte man sich merken, für den Fall, dass mal wieder jemand allgemein aufs Internet schimpft.