Leo van der Veen macht aus dem allgegenwärtigen Strichcode Musik. Die App-Idee heißt: barcodas
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Doppelt bezahlt
Man ist offensichtlich von Seiten der Verlage auf dem Holzweg, wenn man journalistische Inhalte kostenlos anbietet. Diese Kostenloskultur kann nicht Ziel führend sein. Das kann für die Verlage nur heißen, man muss dahin kommen, die journalistischen Inhalte zu verkaufen. Da sind kostenpflichtige Apps der richtige Anfang. Bei diesen fühlen sich die Verleger jedoch im Markt behindert. Wenn der Verlegerverband die Apps kostenpflichtig macht, dann werde ich mich auch vehement dafür einsetzten, dass unsere öffentlich-rechtlichen Apps kostenpflichtig sind.
Seit diesem Jahr ist Monika Piel die amtierende Vorsitzende der ARD. In dieser Funktion hat sie zahlreiche Interviews gegeben. In dem mit der Frankfurter Rundschau hat sie die obigen Sätze gesagt. Neben der Tatsache, dass sie darin entscheidende Fragen der digitalen Verbreitung von Informationen missachtet (siehe dazu die Einschätzungen von Guardian-Chef Rusbridger sowie die Entscheidung von USA-Today zur Bepreisung ihrer iPad-App) stellt man erstaunliche Verbindungen fest, wenn man die anderen Interviews dazu quer liest. Im SZ-Gespräch sagt Piel mit Blick auf die Umstellung der Rundfunkgebühren:
Ich finde es aber angemessen, dass in einer Demokratie nicht nur Straßen mitbezahlt werden, ob man nun ein Auto hat oder nicht. Dass auch Information und deren Vermittlung ein Infrastrukturbeitrag ist, ist folgerichtig.
Ich bin kein Medien-Experte und verstehe sicher die öffentlich-rechtliche Gremien-Politik nicht ausreichend. Ich frage mich dennoch, wieso Frau Piel sich vehement dafür einsetzen möchte, dass Apple nochmal an Dingen verdient, die der Verbraucher bereits bezahlt hat. Gibt es niemanden unter den Millionen Gebührenzahler in diesem Land, der sich gegen diese Ansichten wehrt?
Update: Nach der Lektürer weiterer Piel-Interviews habe ich dann das hier geschrieben.
Alles hat ein Ende
Hier gibt es offenkundig ein Bedürfnis eines Teils der Mediennutzer nach Endlichkeit und Überschaubarkeit – im Gegensatz zum unendlichen, unüberschaubaren Internet. Es ist eine Sehnsucht nach dem Gefühl, eine Zeitschrift komplett „durchgeblättert“ zu haben, oder die Illusion, informiert zu sein, wenn man die ganze 20-Uhr-“Tagesschau“ gesehen hat.
In dem Was willst du mit dem iPad, sprich! betitelten Texte der gestrigen FAS über die iPad-Pläne von Zeitungsverlagen schreibt Stefan Niggemeier die oben genannte Sehnsucht vor allem der älteren Generation zu. Ich glaube jedoch, dass in dieser Endlichkeit sehr viel mehr steckt – auch unabhängig vom iPad.
Das Beste: ist der Inhalt
Jason Schwartzman macht Werbung für die iPad-App vom New Yorker. Das ist lustig:
Das Beste an der App ist aber: Sie liefert den Inhalt des New Yorkers. Zum Beispiel dieser famose (aber inhaltlich falsche Text) namens Twitter, Facebook, and social activism von Malcolm Gladwell. Darin versucht er – in Abgrenzung zu Clay Shirky – zu belegen, dass die neuen Ausdrucksformen des sozialen Netz’ keinen wirklichen Protestformen hervorgebracht haben. Bestätigt aber indirekt, was hier schon an unterschiedlicher Stelle Thema war: Wie Twitter und Facebook zu Informations-Hinweis-Quellen werden:
Our acquaintances—not our friends—are our greatest source of new ideas and information. The Internet lets us exploit the power of these kinds of distant connections with marvellous efficiency. It’s terrific at the diffusion of innovation, interdisciplinary collaboration, seamlessly matching up buyers and sellers, and the logistical functions of the dating world.
Das Problem mit dem Text bringt Nancy Scola bei techPresident übrigens sehr gut auf den Punkt:
And Gladwell’s unfortunate north star, as it is for so many doubters in this arena, is that effective, strategic, engaged political activism in the year 2010 onward is going to look the same as effective, strategic, engaged political activism has looked before. But why would we assume that the complex problems facing the modern United States, at least, are best met by the march-in-the-streets activism that greeted the abuses of the 1960s?
Übrigens: am morgigen Mittwoch stellt sich Gladwell den Fragen seiner Leser!
Feine Idee: Gemeinsam Taxi fahren
Im Interview mit Urban Omnibus erklären die Weeels-Gründer die Idee hinter ihrem App-Konzept:
In short, it links people and taxi cabs to create a more flexible, efficient, reliable, and affordable mode of transit. It begins to address the incredible excess capacity of New York City’s 13,000-car taxi fleet, much of which is underutilized even when engaged in fares; when not, its drivers must often troll around for rides, wasting time and energy. Starting with the premise that we need to not only improve our bike and train infrastructure, but also better use the road infrastructure and vehicles we already have, the mission is to make transit less costly, more flexible and more social. Think of it as transit-friendly rezoning, like the kind the city has been pushing, but for vehicles.
Der Nachrichtensammler
Wie an anderer Stelle bereits erwähnt: ich glaube, die größte Veränderung, die das Internet für etablierte Publikationsformen bringt, ist der Dialog. Leser werden zu Nutzern, sie beteiligen sich als aktive Rezipienten am Kommunikationsprozess.
Ich glaube, dass diese Veränderung bedeutsamer ist als all die technischen Prozesse, die wir im Netz erleben. Denn der aktive Rezipient kommuniziert nicht nur in Kommentaren, er nutzt die Medieninhalte vor allem weiter, verlinkt und verschickt sie. Facebook und Twitter basieren auf diesem Verhalten und werden so zu Nachrichtenquellen. Die Behauptung, dass eine Nachricht, wenn sie denn wichtig ist, mich schon erreichen wird, basiert darauf, dass meine Freunde zu Sendern werden, die Links und Informationen (mit mir) teilen.
Dadurch verwischt die klare Trennung zwischen harten und weichen Nachrichten, private und öffentliche Meldungen werden auf gleicher Ebene wahrgenommen und die Zusammenstellung von News wird individualisiert. In dem lesenswerten Beitrag How News Consumption is Shifting to the Personalized Social News Stream bei mashable werden weitere Folgen dieser Entwicklung dargelegt. Darin wird unter anderem eine Mitarbeiter des amerikanischen National Public Radio zitiert, der in einer Umfrage folgendes Ergebnis zu Tage gefördert hat.
“It’s not that people have lost interest in the news, it’s that they have shifted platforms”
Eine Plattform, die sich zum Finden, Sammeln und Aufbereiten von Nachrichten eignet ist das ausreichnd bejubelte Flipboard, das leider auf dem iPhone nicht funktioniert, weshalb ich die Jubelarien nur aus zweiter Hand weiter geben kann. Nicht nur auf dem iPhone, sondern auch mit einer Android-App kommt Pulse daher, das für 1,59 Euro auch auf dem iPhone funktioniert. Und zwar so:
Das iPad wird sozial
Eines der größten Probleme, die das iPad meiner Einschätzung nach hat, ist die Tatsache, dass es nicht kommuniziert. Es ist ein abgeschlossenes System, das die Entwicklung hin zum aktiven Rezipienten ignoriert. ReadwriteWeb stellt heute eine App vor, die das ändern könnte: Flipboard macht das iPad sozialer. Es handelt sich dabei um einen erweiterten RSS-Reader fürs iPad, der eine Art Nachrichtenzugang ins iPad-Web werden könnte. Das Demo-Video zeigt wie das funktionieren kann:
Die im Hintergrund laufende Musik kennt man übrigens aus der TV-Serie Stromberg
Kostenlos-Kultur: jetzt auch auf dem iPad
“It’s generating so many impressions, and we have such advertising demand for this that it would be a very poor business decision right now to put up a pay wall.”
Auf Advertising Age beschreibt David Hunke (President and publisher of USA Today) am Beispiel der iPad-App von USA-Today, woher die kolossale strategische Fehlentscheidung der vermeintlichen Kostenlos-Kultur des Internet kommt: USA-Today verdient offenbar mehr an der über die Aufmerksamkeit generierten Werbung als man es sich über verkaufte Apps vorstellen würde. Das sollte man sich merken, für den Fall, dass mal wieder jemand allgemein aufs Internet schimpft.
Wired auf dem iPad
The tablet is our opportunity to make the Wired we always dreamed of. It has all the visual impact of paper, enhanced by interactive elements like video and animated infographics. We can offer you a history of Mars landings that lets you explore the red planet yourself. We can take you inside Trent Reznor’s recording studio and let you listen to snippets of his work in progress. And we can show you exactly how Pixar crafted each frame of its new movie, Toy Story 3.
Mit diesen Worte kündigte Chris Anderson die iPad-App von Wired an, für die der Verlag diesen Werbefilm hier gedreht hat, von dem neben Apple vermutlich vor allem all die Firmen und Produkte profitieren, die sich auf dem iPad gut darstellen lassen.
Fahrrad-Navigation (auf dem iPhone)

Es gibt schöne Apps, lehrreiche, sehr schlichte und solche, die man einfach empfehlen muss: Die vom Projekt Naviki zählt in jedem Fall dazu.
Die Apps machen iPhones und Android-Geräte zum Fahrrad-Navi. Unter anderem können sie Folgendes:
* Routing auf fahrradspezifischen Wegen
* neue Wunschrouten jederzeit unterwegs abfragen
* eigene Wege aufzeichnen und einfach bei Naviki dokumentieren
* den Fahrrad-Tacho ersetzen