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Tag "tocotronic"

Eine Erinnerung an das Jahr 1998: Dirk von Lowtzow ruft im Paradies der Ungeliebten an und singt auf den Anrufbeantworter:

In den vergangenen Wochen wurde – auf Vorschlag der Musikzeitschrift Spex – viel über die Musikkritik debattiert (z.B. hier, dort und auch hier). Jetzt gibt es in der Tageszeitung Neues Deutschland heute eine Variation der Popkritik – aus Anlass der Veröffentlichtung des neuen Tocotronic Albums “Schall und Wahn” – zu bewundern, die aus unterschiedlichen Gründen bemerkenswert ist. Zum einen weil die hier dargebotene Form der Kritik in einer unklaren dialogischen Zickigkeit verbleibt:

Michael Saager: Vielleicht wird da eine Konsensband konstruiert, auf Teufel komm raus.
(…)
Ulrich Kriest: Konsensband, gut und schön. Aber warum und warum so unisono?

Zum anderen weil diese unbegründete launengetriebene Kritik, manchmal bemitleidenswert unreflektiert daherkommt:

Und wo steckt jetzt die Politik? Die Verwertbarkeit der lyrischen Einzelteile und Zusammenhänge fürs kritisch aufgeklärte Hier und Jetzt? Oder für ein besseres Morgen? Im Stück »Im Zweifel für den Zweifel« vielleicht? Herrjechen, jeder weiß doch, dass es besser ist zu zweifeln, als dauernd »Ja und Amen« zu sagen. Diese Band gefällt sich noch in der allgemeinplatzhaftesten Parole.

Am lustigsten ist jedoch, dass vor lauter popkulturellem Gequatsche beim Neuen Deutschland offenbar niemandem aufgefallen ist, dass die “allgemeinplatzhafte Parole” dass jemand irgendwo “lebt und arbeitet” schon dann peinlich ist, wenn auf sie die lokale Präposition “in” folgt. Wenn man sie aber um die Ortsbeschreibung “bei” ergänzt, kann das zu ganz schön merkwürdigen Missverständnissen führen. Denn was soll der Satz

Ulrich Kriest lebt und arbeitet bei Stuttgart

bitte bedeuten?

via

Welt-Online veröffentlicht heute unter dem Titel Die Blumen des Blödelns ein Interview mit Dirk von Lowtzow, das dieser offenbar mit sich alleine geführt hat. Das jedenfalls legt die Online-Darstellung nahe:

Das ist umso lustiger, weil der Tocotronic-Sänger am Anfang des Gesprächs (wo die Beschriftung noch stimmt) sagt:

Ich kann besser fragen als antworten.

Vielleicht hat das bei der Welt jemand zu ernst genommen und deshalb die erklärenden Zwischenpassagen einfach zu Fragen umgearbeitet, die sich Dirk von Lowtzow nun offenbar selber stellt. Das wirkt nicht nur extrem merkwürdig, es macht das Gespräch auch komplett unlesbar. Oder um es mit Tocotronic zu sagen: In diesem Artikel sind Dinge lesbar, deren tiefere Botschaft ist mir nicht bekannt. Doch es sind keine Rätsel, das ist offensichtlich.

via Perlentaucher

Eben!

Und Ihr wisst: Ich rede von bestimmten Dingen

Ich denk an das, was du empfiehlst:
Talent borrows genius steals

TimeTube heißt ein tolles Angebot, das YouTube-Filmchen in ein historische Reihenfolge bringt. Suchwort eingeben und TimeTube startet die Zeitreise. Hier (in Auszügen) das Beispiel Tocotronic:

Interview bei Fast Forward:

Zu Besuch bei Sarah Kuttner:

In den Tagesthemen mit merkwürdiger Wickert-Anmoderation:

Live-Mitschnitt eines der besten Tocotronic-Lieder aus Köln:

Eine unplugged-Version von “Drüben auf dem Hügel” bei FM4