Interview klicken

Netz, Sport | 11. März 2010

Weil die, die sich outen, plattgemacht werden. Von ihren Mitspielern und von den Leuten im Stadion. Diese Hetz-Jagd sollte man ihnen ersparen.

Mit diesen Worten begründet Rudi Assauer im Express warum, Homosexualität im Fußball “nicht funktioniert” – und vollbringt somit den unfassbaren rhetorischen Trick, eine Hetz-Jagd vermeintlich anzuprangern, die er selber mit solchen Aussagen anführt.

Eigentlich sollte man sich derartige “Interviews” ersparen (auch von Redaktionsseite), aber aus einem formalen Grund muss man sich dennoch anschauen, wie man beim Express “die Möglichkeiten des neuen Mediums Internet” nutzt und aus den zehn Fragen an Herrn Assauer eine Klickstrecke baut, für die mir tatsächlich die Worte fehlen: Pro Frage ein Klick …

http://www.express.de/sport/fussball/schwule-sollen-sich-anderen-job-suchen/-/3186/1208102/-/index.html

via facebook

Linktipp: Das Kursbüro

Netz, Sport, Unterwegs | 1. Februar 2010

Seit kurzem ist das Kursbüro online: Ein Angebot eines Kollegen von mir, auf das ich gerne hinweisen möchten, denn es liefert tatsächlich einen bedeutsamen Service. Im Blog ist das so erklärt:

Das Kursbüro bietet Dir einen Überblick über Kurse in Deiner Stadt, damit Du genau den für Dich passenden Kurs findest. Du hast mehr Spaß, lernst besser und zahlst weniger, als wenn Du blind beim erstbesten Anbieter buchst. Einfach informieren, einfach buchen, einfach lernen.

Wie das funktioniert, kann auf am Beispiel Klettern lernen in München sehen.

http://klettern.kurs-muenchen.de/

Mehr über das Kursbüro gibt es auf Twitter und auf blog.kursbuero.de!

Zerreißt euch, sonst tun wir es!

Netz, Sport | 14. Dezember 2009

Die Medien dienen als Verstärker für die Meinungen der Anhängerschaft, und das Internet ist zu einer Plattform geworden, auf der übelste Hasstiraden meist anonym abgesetzt werden und gefährliche Stimmungen entstehen. In verschiedenen Foren können sich die Anhänger schnell organisieren, Demonstrationen planen, sich als Gruppe konzentrieren. Das Deutsche Sportfernsehen, das die Interaktion mit dem Fan einst kultiviert hat, verzichtet mittlerweile in seiner Fußball-Talkrunde “Doppelpass” auf Meinungsbeiträge aus dem Internet, weil nur noch die wenigsten inhaltlich geprägt seien und Denkanstöße gäben, wie es dort heißt. Vor allem für die Vereine aber ist der meist beleidigende oder hasserfüllte Diskussionsstil in den eigenen Internetforen zu einem Problem geworden. Immer wieder müssen diese Online-Portale, die den Klubs eigentlich zur Kundenkommunikation dienen sollen, abgestellt und “bereinigt” werden.

Der Text Kritische Masse aus der gestrigen Ausgabe der FAZ steht leider online nicht zum Nachlesen. Das ist schade, denn er schlägt eine sehr spannende Brücke von der offenbar wachsenden Macht der Fans im Fußball zu dem, was ich hier schon häufiger als das Phänomen des aktiven Rezipienten beschrieben habe. Dabei geht es um die Frage, wie Medien damit umgehen, dass Leser/Hörer/Zuschauer mittlerweile einen aktiven Rückkanal haben. Eine Frage, die – wenn man dem FAZ-Text glaubt – auch die Fußball-Branche betrifft.

Nicht besonders ruhmreich, aber doch beispielgebend ist dabei der Fall des VfL Bochum, der sich vor dem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt in der vergangenen Saison der Fan-Forderung Zerreißt Euch, sonst tun wir es! ausgesetzt sah – und sich (nach erfolgreichem Klassenerhalt) auch aufgrund von Fan-Protesten von Trainer Koller trennte.

Die Beispiele zeigen: Dass das Internet Fans und Lesern eine Stimme gibt, ist eine Herausforderung, vor dem nicht nur der Journalismus steht.

Fußball und Urheberrecht

Netz, Politik, Sport | 30. November 2009

Ben vom Scudetto-Blog zitiert aus der DSF-Sendung Doppelpass, in der wiederum Bilder von der Jahreshauptversammlung des FC Bayern gezeigt werden. Darauf zu sehen: Karl-Heinz Rummenigge, der ein Gedicht vorträgt:


Diese Reime stammen aber offenbar nicht vom ehemaligen Stürmer Rummenigge, sie sind (in etwas abgewandelter Form) auch hier nachzulesen. Aber vielleicht wurde das Gedicht vom FC Bayern auch völlig korrekt erworben – immerhin scheint die Verfasserin auch individuelle Gedichtberatung anzubieten.

via

Bochum und Koller

Sport | 21. September 2009

Für Außenstehende ist schwer zu verstehen, warum Koller, der den VfL Bochum in die Bundesliga führte und drei Jahre dort hielt, derartigen Hass des Publikums auf sich gezogen hat. Schon früher wurde in Krisen lautstark seine Ablösung gefordert, weil er vielen Zuschauern nicht emotional und hemdsärmelig genug war. Besonnene Fachleute auf der Trainerbank kommen bei den Fans im Ruhrgebiet nicht an, außer sie sind, wie Ottmar Hitzfeld es in Dortmund war, unablässig erfolgreich. Lieber hat man Grantler wie Huub Stevens, volksnahe Schwadroneure wie Peter Neururer oder knallharte Machtmenschen wie Felix Magath. Dass Koller durch seine Politik der ruhigen Hand etliche Krisen erfolgreich überstand, legte man bizarrer Weise sogar gegen ihn aus.

Christoph Biermann beschreibt bei Spiegel-Online Wie die Bochumer Fans ihren Trainer erledigten und kommt zu dem Schluß:

Jedes Jahr in der Bundesliga zu spielen, wäre für Bochum unter diesen Bedingungen ein Triumph, und dass der VfL mehr Erstliga-Spielzeiten als Hertha BSC, Hannover 96, Wolfsburg oder der 1. FC Nürnberg hat, ist ein Wunder.

Ich kann nicht beurteilen, ob das stimmt. Ich kann aber nachvollziehen, dass man sich als Fan mit diesem sehr besonnenen Urteil nicht zufrieden gibt …

Franz Beckenbauer über Intellektuelle

Film, Sport | 26. August 2009

via

Schöne Idee: Mein HSV-Moment

Netz, Sport | 25. August 2009

Eine schöne Idee von den Kollegen von tellusPublishing: Auf Mein HSV-Moment teilen Fans ihre HSV-Erlebnisse – die besten werden anschließend in Buchform gedruckt.

Bochum gleicht 0-3 Rückstand noch aus

Sport | 9. August 2009

Was für ein Start in die neue Bundesliga-Saison: Mimoun Azaouagh macht innerhalb von 48 Sekunden zwei Tore und Bochum gleicht die katastrophale erste Halbzeit noch aus:

Zaptiger, JustinTV und die Bundesliga

DVG, Netz, Sport | 3. August 2009

Anbieter wie Zaptiger oder JustinTV, die man am besten als YouTube für Live-Streams beschreibt, liefern mittlerweile Bilder aus fast allen Bundesliga-Stadien – und zwar kundenfreundlich und kostenfrei. Der Fan muss nicht mal mehr Streaming-Programme oder sonstige Software installieren.

Plattformunabhängig und browserbasiert zeigen die meist Flash-getriebenen Streams in einem kleinen Fenster im Webbrowser alle Spiele, alle Tore, alles kostenlos. Zwar in einer meist geringen Qualität, aber das kleine verpixelte Bild ist live und in Farbe. Der surfende Fan muss lediglich den Weg zu den meist von anderen Fans angebotenen Bildern finden.

Für die heutige Ausgabe der Süddeutschen Zeitung habe ich notiert, wie Streams die Übertragung von Bundesliga-Fußball verändern.

“Ohne Ball sind wir ein Desaster”

Print, Sport | 29. Mai 2009

Großzügig und in vielen Sprachen verteilte Pep Guardiola Komplimente und Dankesworte, vergab den Titel “Fußballer des Jahres” schon mal an Messi und strich Balsam auf die Wunden der gastgebenden Zuschauer aus Italien. Er wolle diesen Sieg Paolo Maldini widmen, erklärte Pep zur allgemeinen Verblüffung. “Es ist mir eine Ehre, gegen ihn gespielt zu haben. Paolo ist der beste Spieler der vergangenen 20 Jahre.”

Die Widmung zeitigte Wirkung – Maldini war bei seinem letzten Heimspiel für den AC Mailand von einigen Fans ausgepfiffen worden und hatte später die Klubleitung wegen mangelnder Solidarität kritisiert. “Wenn er noch ein Jahr dranhängen möchte, kann er sofort bei mir anfangen”, schmeichelte Pep, der Champion des melancholischen Charmes. Weitere Kostproben: “Wenn wir den Ball haben, sind wir wirklich nicht schlecht. Aber ohne Ball sind wir ein Desaster.” – “Es ist einfacher zu gewinnen, wenn man gut spielt. Nichts ist risikoreicher als nichts riskieren zu wollen.”

Birgit Schönau schreibt in Der Erde enthoben in der heutigen SZ über den Finalsieg des FC Barcelona in der Champions League.


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