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	<title>Digitale Notizen &#187; Print</title>
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		<title>Preiswürdiger Journalismus</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Dec 2011 11:30:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dvg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nachrichten]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Frage, was eigentlich Journalismus sei und was nicht, steht zentral im Zeitalter der Demokratisierung dieses Berufs. Wie Journalisten darauf reagieren, kann man beispielhaft an Preisen ablesen, die in dieser Branche verliehen werden. Denn nur was als Journalismus gilt, kann auch einen Journalistenpreis bekommen (nein dabei geht es nicht nochmal um die Debatte um den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Frage, was eigentlich Journalismus sei und was nicht, steht zentral im <a href="http://www.dirkvongehlen.de/index.php/netz/das-drama-der-demokratisierung/">Zeitalter der Demokratisierung</a> dieses Berufs. Wie Journalisten darauf reagieren, kann man beispielhaft an Preisen ablesen, die in dieser Branche verliehen werden. Denn nur was als Journalismus gilt, kann auch einen Journalistenpreis bekommen (nein dabei geht es nicht nochmal um die <a href="http://www.dirkvongehlen.de/index.php/netz/das-gegenteil-von-nichts/">Debatte</a> um den <a href="http://www.dirkvongehlen.de/index.php/netz/grosartige-merker-gesucht/">Henri-Nannen-Preis</a>).</p>
<p>Aktuell wird eine <a href="http://www.pulitzer.org/digital_entries">Pressemitteilung</a> durchs <a href="http://www.niemanlab.org/2011/11/could-pulitzer-changes-mean-an-award-for-live-tweeting/">Web gereicht</a>, in der die Jury des Pulitzerpreises sich zu der Frage äußert, wie neue technische Instrumente den Beruf des Journalisten verändern &#8211; und damit das Spektrum dessen erweitern, was als auszeichnungswürdig gilt.</p>
<p>Auch in Deutschland wurde vor kurzem eine <a href="http://www.henri-nannen-preis.de/presse_de.php?id=87">Pressemitteilung</a> zu einem ähnlichen Thema verschickt. Sie stammt vom Henri-Nannen-Preis und kündigt für dessen nächste Verleihung eine neue Kategorie an. In der Erklärung heißt es:</p>
<blockquote><p>Diese Neuerung trägt nicht zuletzt dem Umstand Rechnung, dass der Journalismus sich seit 2005, als der Henri Nannen Preis aus der Taufe gehoben wurde, deutlich verändert hat und heute in viel stärkerem Maße auf das erheblich gestiegene Bedürfnis der Leser nach Einordnung und Orientierung eingeht.</p></blockquote>
<p>Wie also hat sich der Journalismus seit 2005 verändert? Geht es in der neuen Kategorie um digitale Dialogfähigkeit oder um multimediale Aufarbeitung eines Themas? Nein, die neue Kategorie trägt den Titel &#8220;Essay&#8221; und versammelt</p>
<blockquote><p>
Texte, die den Leser über ein aktuelles gesellschaftliches Phänomen orientieren, mit dem der Autor sich auf persönliche Weise mit Gedankenschärfe und stilistischer Geschmeidigkeit auseinandersetzt.</p></blockquote>
<p>Im Kontrast dazu liest man in aller Geschmeidigkeit in der Pressemitteilung des Pulitzer-Boards das hier:</p>
<blockquote><p>The Board continues to welcome a full range of journalistic tools – such as text articles, interactive graphics, blogs, databases, video and other forms of multimedia – in 12 of its 14 categories. The two photography categories remain restricted to still images, which must be submitted as digital files.</p></blockquote>
<p>Und dann ganz konkret in Bezug auf die Kategorie &#8220;Breaking News&#8221;:</p>
<blockquote><p>In an example intended to underline the importance of real-time reporting, the Board said that it would be disappointing if an event occurred at 8 a.m. and the first item in an entry was drawn from the next day’s newspaper.
</p></blockquote>
<p>Im <a href="http://www.niemanlab.org/2011/11/could-pulitzer-changes-mean-an-award-for-live-tweeting/" target="_blank">Nieman Journalism Lab</a> folgert Justin Ellis daraus:</p>
<blockquote><p>It’s a step away from the punctuated publication cycle newspapers were tied to in print, and an acknowledgement of breaking news becoming real-time news</p>
</blockquote>
<p>Für Deutschland stellt sich die Frage wie lange es dauert, bis auch ein hiesiger Journalistenpreis das Live-Bloggen zu einem Event als journalistische Leistung ansieht, die man sogar auszeichnen könnte?</p>
<h3>Weitere Digitale Notizen zum Thema</h3><ul class="related_post"><li><a href="http://www.dirkvongehlen.de/index.php/netz/twitter-und-journalismus/" title="Twitter und Journalismus">Twitter und Journalismus</a></li><li><a href="http://www.dirkvongehlen.de/index.php/netz/das-bin-ja-ich/" title="Das bin ja Ich">Das bin ja Ich</a></li><li><a href="http://www.dirkvongehlen.de/index.php/netz/in-und-fur-die-offentlichkeit/" title="In und für die Öffentlichkeit">In und für die Öffentlichkeit</a></li></ul>]]></content:encoded>
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		<title>Der Leserdialog</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Oct 2011 21:38:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dvg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Netz]]></category>
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		<description><![CDATA[Schade dass Sie nie Zeit haben im Forum auf die vorhandene sachliche Kritik zu reagieren. Reaktion des Nutzers Leser161 im Spiegel-Online-Forum auf die aktuelle Folge der SPON-Kolumne &#8220;Der schwarze Kanal&#8221; von Jan Fleischhauer, in der dieser unkommentiert Leser-Reaktionen aus dem Forum veröffentlicht. Weitere Digitale Notizen zum ThemaDeutschland im Online-Aufwind?Laien oder Amateure?T2E: Debatten im Netz]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Schade dass Sie nie Zeit haben im Forum auf die vorhandene sachliche Kritik zu reagieren.</p></blockquote>
<p><a href="http://forum.spiegel.de/showpost.php?p=8987067&#038;postcount=17" target="_blank">Reaktion</a> des Nutzers <em>Leser161</em> im Spiegel-Online-Forum auf die <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,793563,00.html" target="_blank">aktuelle Folge</a> der SPON-Kolumne &#8220;Der schwarze Kanal&#8221; von <a href="https://twitter.com/#!/janfleischhauer" target="_blank">Jan Fleischhauer</a>, in der dieser unkommentiert Leser-Reaktionen aus dem Forum veröffentlicht.</p>
<h3>Weitere Digitale Notizen zum Thema</h3><ul class="related_post"><li><a href="http://www.dirkvongehlen.de/index.php/netz/deutschland-im-online-aufwind/" title="Deutschland im Online-Aufwind?">Deutschland im Online-Aufwind?</a></li><li><a href="http://www.dirkvongehlen.de/index.php/netz/laien-oder-amateure/" title="Laien oder Amateure?">Laien oder Amateure?</a></li><li><a href="http://www.dirkvongehlen.de/index.php/netz/t2e-debatten-im-netz/" title="T2E: Debatten im Netz">T2E: Debatten im Netz</a></li></ul>]]></content:encoded>
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		<title>Der gläserne Gatekeeper</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Oct 2011 16:30:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dvg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nachrichten]]></category>
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		<description><![CDATA[Andrew Culf ist &#8220;a deputy news editor for the Guardian&#8220;. So steht es auf seiner Profilseite der britischen Zeitung. @andrewculf &#8220;hat noch nichts getwittert&#8221;. So steht es auf seiner Profilseite bei Twitter. Von Bedeutung ist das wegen dieser Seite hier. Sie trägt den Titel &#8220;An experiment in opening up the Guardian&#8217;s news coverage&#8221; und ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.guardian.co.uk/profile/andrewculf" target="_blank">Andrew Culf</a> ist &#8220;a deputy news editor for the <a href="http://www.dirkvongehlen.de/index.php/Tag/guardian/">Guardian</a>&#8220;. So steht es auf seiner Profilseite der britischen Zeitung. <a href="https://twitter.com/#!/andrewculf" target="_blank">@andrewculf</a> &#8220;hat noch nichts getwittert&#8221;. So steht es auf seiner Profilseite bei <a href="http://www.dirkvongehlen.de/index.php/Tag/twitter/">Twitter</a>. Von Bedeutung ist das wegen dieser Seite <a href="http://www.guardian.co.uk/help/insideguardian/2011/oct/10/guardian-newslist?CMP=twt_gu" target="_blank">hier</a>. </p>
<p><center></p>
<div class="kwout" style="text-align: center;"><a href="http://www.guardian.co.uk/help/insideguardian/2011/oct/10/guardian-newslist?CMP=twt_gu"><img src="http://kwout.com/cutout/n/sw/4p/mv7_rou_sha.jpg" alt="http://www.guardian.co.uk/help/insideguardian/2011/oct/10/guardian-newslist?CMP=twt_gu" title="An experiment in opening up the Guardian's news coverage | Help | guardian.co.uk" width="498" height="477" style="border: none;" /></a></div>
<p></center></p>
<p>Sie trägt den Titel <strong>&#8220;An experiment in opening up the Guardian&#8217;s news coverage&#8221;</strong> und ist nach allem, was ich bisher über Nachrichtenjournalismus und Zeitungsmachen weiß eine mindestens kleine Revolution. Im Bereich &#8220;UK News&#8221; trägt Andrew Culf heute die Verantwortung für die Nachrichtenlage beim Guardian. Das vermerkt diese Übersicht, die der Guardian künftig ebenso öffentlich macht wie die internationale und die Wirtschafts-Nachrichtenlage. </p>
<p>Abgeschaut haben sich die Guardian-Macher dieses Konzept des gläsernen Gatekeepers bei der schwedischen Zeitung <a href="http://blogs.journalism.co.uk/editors/2011/06/28/su2011-swedish-newspaper-has-massive-hit-with-online-open-newsroom/" target="_blank">Norran</a>, die den Gedanken der <a href="http://www.dirkvongehlen.de/index.php/netz/online-transparenz-article-background-and-history/">Transparenz im digitalen Raum</a> auf die nächste Ebene hebt. Dadurch dass man jetzt auch beim Guardian, den Versuch unternimmt (ja, es ist ein <a href="http://www.dirkvongehlen.de/index.php/nachrichten/alles-beta-machen/">Quasi-Beta-Experiment</a>), bekommt die Idee des offenen Blattmacherns einen neuen Schub: Journalisten in ganze Europa sind plötzlich mit dem Gedanken konfrontiert, ihre Arbeit <a href="http://www.dirkvongehlen.de/index.php/netz/transparency-is-the-new-objectivity/">offener und transparenter</a> zu gestalten. </p>
<p>Was heißt das konkret? Andrew Culf muss künftig nicht nur die aktuellen Meldungen seines News-Tickers im Auge behalten. Er muss auch einen Blick auf das werfen, was die Guardian-Leser unter dem Hashtag <a href="https://twitter.com/#!/search?q=#opennews" target="_blank">#opennews</a> auf Twitter schreiben. Zudem ist jetzt auch der Guardian-<a href="http://www.guardian.co.uk/twitter/list/guardiannewsroom" target="_blank">Newsroom</a> auf Twitter vertreten. Denn Öffnung heißt für die neuen Nachrichtenmacher auch Dialog. Sie sind ansprechbar und unter dem genannten Hashtag offen für Kritik &#8211; aber eben auch für neue Themenvorschläge. Sie schaffen so für die passiven Leser eine große Nähe zu ihrem Lieblingsprodukt und für die aktiven Rezipienten einen direkten Weg an den Newsdesk der Redaktion.</p>
<p>Nebenbei verändert der Guardian damit den Blick auf die Blackbox Nachrichtenredaktion. Diese kulturelle Veränderung könnte zu mehr werden als zu einer kleinen Revolution. Denn wenn das Guardian-Experiment gelingt, wird dies Folgen auch für andere Journalisten haben. Transparenz könnte auf Mainstream-Ebene zu einer Grundanforderung an glaubwürdigen Journalismus werden (was sie heute in bestimmten Märkten sicher schon ist). Nicht mehr ausschließlich das finale Produkt würde dadurch zum Beurteilungsgegenstand journalistischer Arbeit, sondern auch der Weg dorthin (siehe dazu die <a href="http://www.dirkvongehlen.de/index.php/nachrichten/im-fluss-alkohol-fur-den-journalismus/">Metaphorik des Nachrichtenfluß</a>). Soweit ich das absehen kann, ist das grundlegend neu (in Deutschland). Es würde Produktionsbedingungen, Ausbildungswege und das Selbstverständnis journalistischer Arbeit in einer Art und Weise verändern, die wir heute <a href="http://www.dirkvongehlen.de/index.php/Tag/zukunft/">nur in Ansätzen</a> absehen können. </p>
<p>Allein deshalb sollten wir sehr genau beobachten, wie Andrew Culf in den kommenden Woche so arbeitet.</p>
<p>P.S.: Wo wir schon über den <a href="http://www.dirkvongehlen.de/index.php/Tag/guardian/">Guardian</a> sprechen, hier das Werbe-Video für die <a href="http://www.dirkvongehlen.de/index.php/Tag/ipad/">iPad</a>-Version der Zeitung, die <a href="http://www.guardian.co.uk/mobile/ipad/guardian-ipad-edition">in den kommenden Tagen veröffentlich</a> werden soll.</p>
<p><center></p>
<p><object width="460" height="370"><param name="movie" value="http://www.guardian.co.uk/video/embed"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><param name="flashvars" value="endpoint=http://www.guardian.co.uk/technology/video/2011/oct/10/guardian-ipad-edition-video/json"></param>
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<p></center></p>
<p>P.P.S.: Weil es mich gerade im Rahmen meiner eigenen journalistischen Arbeit betrifft: Der SZ-Kollege <a href="https://twitter.com/#!/alex_ruehle" target="_blank">Alex Rühle</a>  unternimmt gerade für eine Reportage ein kleines (transparentes) <a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/531657/Auf-der-Suche-nach-der-Zukunft" target="_blank">Twitter-Experiment</a>. Unter <a href="https://twitter.com/#!/alex_ruehle" target="_blank">Alex Rühle</a>  kann man ihm auf Twitter folgen &#8211; mehr zum Hintergrund steht <a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/531657/Auf-der-Suche-nach-der-Zukunft" target="_blank">hier</a>.</p>
<h3>Weitere Digitale Notizen zum Thema</h3><ul class="related_post"><li><a href="http://www.dirkvongehlen.de/index.php/netz/verfolgen-sie-das/" title="Verfolgen Sie das!">Verfolgen Sie das!</a></li><li><a href="http://www.dirkvongehlen.de/index.php/netz/britische-twitter-streitkultur/" title="Britische Twitter-Streitkultur">Britische Twitter-Streitkultur</a></li><li><a href="http://www.dirkvongehlen.de/index.php/netz/25-tipps-furs-gute-schreiben/" title="25 Tipps fürs gute Schreiben">25 Tipps fürs gute Schreiben</a></li></ul>]]></content:encoded>
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		<title>Alles beta machen</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Oct 2011 11:05:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dvg</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In seinem Blog schreibt Christian Jakubetz über Journalistische Resterampen &#8211; und bezieht sich darin auch auf einen Tweet, den ich zum Relaunch von faz.net vergangene Woche schrieb. Dort war zum Start der neu gestalteten Website das Wort &#8220;Beta&#8221; zu sehen. Darauf nimmt Christian Bezug um seine These von der Resterampe Online zu untermauern. Er schreibt: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In seinem Blog schreibt <a href="https://twitter.com/#!/cjakubetz" target="_blank">Christian Jakubetz</a> über <a href="http://www.blog-cj.de/blog/2011/10/08/journalistische-resterampen/" target="_blank">Journalistische Resterampen</a> &#8211; und bezieht sich darin auch auf einen <a href="https://twitter.com/#!/dvg/status/120831748799082497">Tweet</a>, den ich zum Relaunch von <a href="http://www.faz.net/">faz.net</a> vergangene Woche schrieb. Dort war zum Start der neu gestalteten Website das Wort &#8220;Beta&#8221; zu sehen. Darauf nimmt <a href="http://www.dirkvongehlen.de/index.php/netz/journalismus-nach-1995/">Christian</a> Bezug um seine These von der Resterampe Online zu untermauern. Er schreibt: </p>
<blockquote><p>
Obwohl man sich schon gerne vorstellen würde, was dort oder in anderen Privathäusern los wäre, würde man eine halbfertige Neu-Ausgabe der Zeitung auf den Markt bringen. Eine “Süddeutsche Beta” beispielsweise. Mit dem Hinweis, es könne noch ein wenig dauern, bis die Zeitung so aussähe, wie man sie gerne hätte. Niemand käme analog auf eine solche groteske Idee, im Netz interessiert es keinen.
</p></blockquote>
<p>Im Rahmen seiner Argumentation ist das sicher richtig. Ich glaube aber, wir haben unterschiedliche Vorstellungen von einer Beta-Phase. Den Gedanken einer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Entwicklungsstadium_(Software)#Perpetual_Beta" target="_blank">perpetual Beta</a> jedenfalls finde ich gar nicht so falsch, wie Christian sie darstellt. In Zeiten der Web2.0-Euphorie kam der Begriff auf, um die ständige Fortentwicklung von Webangeboten zu beschreiben. Daraus ist dann das Umbau-Mantra von &#8220;Relaunch ist immer&#8221; entstanden, mit dem erklärt werden soll, dass digitale Produkte eigentlich nie fertig sind, dass sie stets weiterentwickelt, verändert werden müssen.</p>
<p>Nehmen wir an, dass das stimmt. Und nehmen wir weiter an, dass es die Unterscheidung zwischen digitalen und analogen Produkte eigentlich nicht mehr gibt (weil Leser/Hörer/Rezipienten die gleichen Erwartungen an analoge wie digitale Verbreitungswege entwickelt haben), dann folgt daraus: Christian liegt mit seinem Beta-Bashing falsch. Bzw. konkreter: Seine Annahme, die Beta-Perspektive auf Online erwachse aus Desinteresse, ist nicht ganz richtig. Der Schuh entsteht vielmehr anders rum: Vielleicht müssen wir auch die analogen Produkte als unfertig betrachten. Vielleicht müssen wir die <a href="http://www.dirkvongehlen.de/index.php/nachrichten/im-fluss-alkohol-fur-den-journalismus/">Metaphorik vom Nachrichtenfluss</a> auch auf die Medien selber und nicht nur auf ihre Inhalte anlegen. </p>
<p>Ich weiß nicht, ob das stimmt, aber mir kam der Gedanke, als ich den Blog-Eintrag las. Sozusagen als Beta-Idee.</p>
<h3>Weitere Digitale Notizen zum Thema</h3><ul class="related_post"><li><a href="http://www.dirkvongehlen.de/index.php/netz/alles-hat-ein-ende/" title="Alles hat ein Ende">Alles hat ein Ende</a></li><li><a href="http://www.dirkvongehlen.de/index.php/netz/das-internet-als-segen-fur-den-journalismus/" title="Das Internet als Segen für den Journalismus">Das Internet als Segen für den Journalismus</a></li><li><a href="http://www.dirkvongehlen.de/index.php/netz/der-einflus-der-echtzeit-medien/" title="Der Einfluß der Echtzeit-Medien">Der Einfluß der Echtzeit-Medien</a></li></ul>]]></content:encoded>
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