Wie schreibt man einen guten Online-Kommentar?

Netz, Print | 9. März 2010

# A dash of brevity.
# A heaping tablespoon of clear and grammatical expression.
# A pinch of humor.
# A teaspoon of personal context.
# A scant cup of nicety.
# A seasoning of structure.

Einen Rezeptvorschlag für einen guten Online-Kommentare kann man im Havard Business Review nachlesen (via)

Lokaljournalismus im Netz

Nachrichten, Netz, Print | 6. März 2010

“Unabhängig, mutig, unterfinanziert” will Regensburg Digital “andere Nachrichten aus Regensburg” bringen. Wie das geht und welche Schwierigkeiten damit verbunden sind, erklärt der Macher Stefan Aigner im Interview bei den Webevangelisten:

regensburg-digital.de verfolgt nicht den Anspruch, die Tageszeitung zu ersetzen. Wir wollen eine Gegen- oder besser Zusatzöffentlichkeit bieten, wo der Schwerpunkt auf andere Themen gelegt wird, z.B. den Umgang mit Asylbewerbern oder auch mal die Nachteile von ansonsten hochgejubelten Bauprojekten. Wir wollen einen etwas anderen Blick auf einige Immobilien- oder Grundstücksgeschäfte in Regensburg werfen, die in der Tageszeitung eher gelobhudelt werden oder auch mal Unternehmensnachrichten bringen, die nicht gefärbt sind von dicken Anzeigenaufträgen, die ein Konzern wie XXXLutz an die Tageszeitung vergibt.

Ein Herz für Journalisten

Kaufen, Netz, Print | 5. März 2010

http://www.fibers.com/shop/all/journalism

Auch eine Möglichkeit mit der Zeitungskrise umzugehen: Im fibers-Shop kann man sein Herz für Journalisten zeigen – einfach ein T-Shirt kaufen, das Solidarität für Reporter und Redakteure zeigt.

http://www.fibers.com/shop/all/journalism

In diesem lustigen Film von Slate ging es noch um einen Spaß (Buy one anyway), aber diese T-Shirts hier kann man wirklich kaufen:

http://www.fibers.com/shop/all/journalism

Bücher auf dem iPad

Mac, Netz, Print | 4. März 2010

In dieser Präsentation kann man sehen, wie ein Buch-Verlag sich die Zukunft mit dem iPad vorstellt:

via

Nackt auf dem Stern

Print | 4. März 2010

Die aktuelle Ausgabe des Magazins stern widmet sich dem Thema Vorsorge und Früherkennung. Wie bringt man das am besten aufs Cover? Man zeigt einfach, wie Vorsorge und Früherkennung überlicherweise geht: eine nackte Frau, die verträumt (schlafend?) sich selbst mit einem Stethoskop untersucht. Ist doch klar!

Die Renaissance des Leserbriefs

Netz, Print | 3. März 2010

Früher wurde man Leserbrief-Redaktor, um die letzte Runde vor der AHV am warmen Öfchen abzusitzen. Heute hingegen braucht es in Leserbriefredaktionen alerte, autonome Leute, die vertiefte Sachkenntnis und ein Gespür für Debatten haben, die über genügend Standing gegenüber dominanten Chefredaktoren und selbstherrlichen Ressortleitern verfügen, weil diese ständig hineinpfuschen, unliebsame Leserreaktionen eliminieren und sich am liebsten selber illuminieren wollen. Ich weiss das deswegen, weil ich selber auch schon Leserbriefe in meinem Sinn gefälscht habe. Ist allerdings lange her und durchaus branchenüblich. Ich schäme mich noch heute. Es gibt auch Journalisten, die Verwandte, Bekannte, Kollegen animieren, unterstützende Leserbriefe zu schreiben. Zum Erspüren von Fakes aller Art benötigt der zuständige Redaktor daher ein feines Näschen.

Auf Medienspiegel.ch widmet sich Fred David der Frage der Leserbeteiligung an Zeitung am Beispiel der NZZ. David, der “seit 40 Jahren Journalist” ist (Spiegel, Weltwoche, Cash) erzählt darin, von der Arbeit eines Leserbrief-Redakteurs und kommt zu dem Schluss:

Der Leserbrief erlebt eine unerwartete Renaissance und das ausgerechnet in den bereits für scheintot erklärten Holzmedien. Wie man dieses Genre geschickt pflegt und weiterentwickelt, erkannte ausgerechnet die «alte Tante NZZ» am besten von allen.

via

taz, FAZ und das Internet

Netz, Print | 3. März 2010

Spätestens mit Schirrmachers Buch “Payback” ist die FAZ ist zum “Zentralorgan der Nerds” geworden, ein Wiki für alle, die etwas über das Internet schreiben wollen.

Sebastian Dörfler versucht sich in der taz an einer Einordnung dessen, wie in der FAZ seit kurzem das Buch von Frank Schirrmacher beworben wird über das Internet geschrieben wird. Dass die FAZ weit davon entfernt ist, ein Wiki zu werden ist das eine. Das andere, was mich ist erstaunt, ist, wie bei der Frage, wie man die technische Neuerung “Internet” einzuschätzen habe, die alten Muster von links, rechts, von konservativ und modern ins Wanken geraten. Wann sonst schrieb die taz zu einem Thema

Wir werden der FAZ für ihre Hysterie noch dankbar sein.

?

Journalismus im Gebüsch

Politik, Print | 1. März 2010

Diese Geschichte ist eine Schande: Für sie, für ihren Verlag (dessen Untätigkeit noch dazu beiträgt) und für unsere gesamte Branche. Wir sind Journalisten, keine Spanner, die im Gebüsch liegen um herauszufinden, ob und mit wem Parteivorsitzende ein Sexualleben haben. Ich bin ein freier Journalist und ich fühle mich von Frau Riekel und ihren Methoden beleidigt. Der Ruf unseres Berufsstandes gehört ohnehin zum niedersten. Frau Riekel trifft die Verachtung offensichtlich zu recht, aber ich leide mit darunter, wegen ihr. Eigentlich erwarte ich von ihr auch eine Entschuldigung.

Michalis Pantelouris widmet sich unter dem Titel Das Riekelsche Gesetz dem Fall Bunte/CMK.

Warum das Internet scheitern wird – vom Umgang mit Fehlern

Netz, Print | 1. März 2010

Of my many mistakes, flubs, and howlers, few have been as public as my 1995 howler.
Wrong? Yep.
At the time, I was trying to speak against the tide of futuristic commentary on how The Internet Will Solve Our Problems.
(…)
Now, whenever I think I know what’s happening, I temper my thoughts: Might be wrong, Cliff…

Mit diesen Worten kommentiert Clifford Stoll einen Eintrag bei Boing Boing, in dem auf einen Text von Stoll aus dem Jahr 1995 verwiesen wird. Damals schrieb er für das Magazin Newsweek auf, “Why the Internet will fail”. Aus heutiger Perspektive (mit dem Wissen um Obamas Web-Kampagnen, den Aufstieg von Facebook etc.) wirken seine Prognosen eher … :

The truth in no online database will replace your daily newspaper, no CD-ROM can take the place of a competent teacher and no computer network will change the way government works. (…) What the Internet hucksters won’t tell you is tht the Internet is one big ocean of unedited data, without any pretense of completeness. Lacking editors, reviewers or critics, the Internet has become a wasteland of unfiltered data. You don’t know what to ignore and what’s worth reading.

Erstaunlich ist aber, wie Stoll reagiert. Er meldet sich bei dem großen Weblog zu Wort und gesteht auf eine sehr charmante Weise seine Fehleinschätzung ein. Ein interessanter Aspekt zur hier diskutierten Frage, wie durch die langfristige Verfügbarkeit von Inhalten sich der Journalismus ändert.

(via)

Helikopter-Mütter über Brooklyn

Print, Unterwegs, kinder | 1. März 2010

Während Williamsburg so etwas wie eine Hipster-Monokultur ausbrütet, gedeiht in der Nähe des Prospect Park ein anderer Menschenschlag: die sogenannte «Helicopter-Mom» – und jene, die über sie schreiben. «Helicopter-Mom» wird jener militant ökologische Frauentypus genannt, der von den biologisch abbaubaren Windeln bis zum Blickkontakt der Sprösslinge alles unter Kontrolle hat. Amy Sohn hat diese Frauen in ihrem Roman «Prospect Park West» in ein satirisches Licht gerückt – samt jenen Institutionen, in denen die Helikopter-Mütter die Tage verbringen. Von der Tea-Lounge – wegen ihrer Toleranz gegenüber dem öffentlichen Stillen auch «Teat-Lounge» (Nippel-Lounge) genannt – bis zur alternativen Food-Coop, wo naturbelassene Nahrungsmittel im Austausch gegen einen monatlichen Schichtdienst günstig zu kaufen sind, ist hier jenes fortpflanzungsfreudige Milieu karikiert, in dem man die prototypischen Anwohner von Park Slope erkennt.

In der NZZ widmet sich Andrea Köhler unter dem Titel Auf der falschen Seite des Flusses dem ewigen New Yorker Stadtduell Manhatten vs. Brooklyn. Wichtig dabei: die Helikopter-Mütter darf man nicht mit dem Helikopter-Journalismus oder dem symbolischen Vater verwechseln. (via)


Digitale Notizen werden festgehalten mit Hilfe von WordPress und dem GenkiTheme von ericulous