loading: Wish I Was Here

Zach Braff sollte kein Problem haben, einen Film nach seinen Vorstellungen zu drehen. Zach Braff ist bekannt aus Scrubs, sein Film “Garden State” aus dem Jahr 2004 spielte das 14-Fache seiner Kosten ein. Wenn der klassische Kulturbetrieb Hollywoods für die Produktion von Filmen funktioniert, dann doch für jemanden wie Zach Braff. Trotzdem ist der Mann seit ein paar Tagen auf Kickstarter. Der Grund: Bei einer klassischen Filmproduktion befürchtet er, die Hohheit über den Charakter seines Films zu verlieren.

Deshalb hat er dieses Pitch-Video gedreht, das nicht nur formal ein Beispiel für ein gutes Crowdfunding-Video ist, sondern auch inhaltlich zeigt, was sich gerade ändert:

Am Ende des Clips bringt Zach Braff – siehe The Art of Asking – sein Anliegen so auf den Punkt:

I want to bring you – my fans – the truest representation of what I have in my brain. That means: I’ll have the final cut of what ends up in the movie (…) Please help me to make another movie for you like Garden State with no compromises. I’ll promise I’ll put everything I have into it and I won’t let you down.

Heute, 18 Tage vor Ablauf der Frist, hat Braff fast 35.000 Menschen auf diese Weise erreicht und so fast 2,5 Millionen Dollar eingenommen. Sein Ziel von zwei Millionen Dollar hat er damit bereits heute übertroffen, er nutzt nun stretch goals und lädt z.B. auch Europäer zu exklusiven Vorstellungen in Berlin, Paris und Rom.

Ich finde das beeindruckend und sehe den Erfolg durchaus als Bestätigung für eine neue Bezahlkultur. Deshalb habe ich mich entschieden, Wish I Was Here im Rahmen der loading-Reihe hier vorzustellen – auch weil ich das Projekt gerade selber unterstützt habe!

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Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort “loading” in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:


WTF, Sven Regener!

Etwas mehr als ein Jahr nach seinem Wutausbruch im Zündfunk war Sven Regener am Donnerstag wieder im Bayerischen Rundfunk zu hören. Dort wurde er mitten in einem launigen Interview auch nach dem Telefonat aus dem März 2012 befragt (etwa ab 10.30 Min), das in der hitzigen Urheberrechtsdebatte eine breit rezipierte Wortmeldung war. Den entsprechenden Schnipsel findet man auf Soundcloud

… wo er etwas abrupt abreißt. Aber auch auf der Zündfunk-Seite geht es nicht wirklich weiter. Es bleibt alles recht dürftig.

Regener wollte, erfährt man, “mal den Gegenstandpunkt formulieren”. Er hatte nämlich den Eindruck, es gebe nur “den einzigen Standpunkt, Musiker kann man ja auch bald mal enteignen”. Das machte ihn wütend, deshalb sei ihm der Kragen geplatzt. Und dann sei das ganze auch mehr oder weniger erledigt gewesen:

“Ich hab keine Interviews mehr dazu gegeben. Es ist alles gesagt, da gibt es nichts hinzuzufügen. Wer das nicht kapiert, der tut mir leid.”

So leid, dass er auch auf Nachfragen nicht reagiert habe. Er habe Mails einfach gelöscht. Denn: Wer das nicht tue, bekomme ein falsches Menschenbild:

Botho Strauß ist nur so scheiße drauf, weil er den ganze Nachmittag Fernsehen guckt und die Kommentarspalten im Internet liest. Und darum hat er ein Menschenbild, dass wir alle totale Untermenschen sind. Was an sich nur bestimmte Leute sind, die sich wahnsinnig schlecht benehmen.

Bitte? Sven Regeners Reaktion ein Jahr nach dem Wutausbruch besteht aus Botho Strauss, Untermenschen und gelöschten Mails? Ich glaube, die offizielle Reaktionsabkürzung dafür lautet WTF!?

Das kann doch nicht ernsthaft Ergebnis von einem Jahr hitziger Urheberrechtsdebatte mit Acta-Protesten und Runden Tischen sein, dass Sven Regener sich in ein Studio setzt und von Untermenschen spricht. Mal abgesehen davon, dass die Zündfunk-Leute da hätten nachfragen müssen, bin ich sehr ernsthaft erschüttert von dem Mann, dem ich tatsächlich für einen Moment zugetraut hatte, Schwung in eine Debatte zu bringen, die von grundlegender Bedeutung für den Umgang mit Kunst und Kultur im Netz ist.

Das Jahr hatte natürlich schon den Beweis erbracht, dass es ihm darum nicht wirklich ging. Trotzdem war ich insgeheim hoffend davon ausgegangen, Sven Regener hätte was verstanden.

Die Hoffnung stirbt zuletzt, sagt man, aber sie stirbt eben.

Das Don-Draper-Dilemma: Vorärger!

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Am Sonntag startet die sechste Staffel der TV-Serie Mad Men. Die Frage zu stellen, woher ich das weiß, mutet merkwürdig an, man muss sie aber stellen um zu verstehen, warum ich das zwar wissen, die Serie aber nicht gucken darf bzw. noch nicht gucken darf.

Die Macher der Serie von AMC sprechen schon seit Wochen von nichts anderem als von dem kommenden Sonntag. Auf Facebook verfolgen sie mich mit der neuen Staffel und auf ihrer Website bieten sie mir – wie passend – sechs Wege an, meine Vorfreude zu kanalisieren. Mir gefällt all das, die Marketing-Maßnahmen treffen mich ziemlich genau, sie lösen jedoch das exakt umgekehrte Gefühl bei mir aus: statt Vorfreude empfinde ich wachsenden Vorärger.

Das Wort gibt es so nicht, aber neue Zeiten verlangen vielleicht auch neue Begriffe. Und Vorärger ist das Gefühl, das sich einstellt, wenn einem zwar etwas in Internet-Geschwindigkeit (Sofort!) angeboten wird, man dies aber nur in Postkutschen-Geschwindigkeit erwerben kann.

Denn natürlich würde ich für Mad Men bezahlen, sogar sofort! Und alle, die sich Mad Men auf mittel-legalen Wegen trotzdem besorgen, erzählen mir, dass diese Wege keineswegs kostenfrei sind. Auch sie bezahlen, aber eben mittellegal. Der Auslöser für den Vorärger ist aber: Ich darf ja gar nicht zahlen. Mir ist kein Weg bekannt, wie ich erlaubter als mittellegal in die Lage versetzt werde, am Sonntag an dem globalen Pop-Erlebnis Mad Men S06E01 teilzunehmen. So lautet der Code für die erste Folge der sechsten Staffel – und Menschen werden (weil ich ihn jetzt erwähnt habe) auf der Suche nach diesem Stück Kultur auch auf diesem Blog landen und das Gefühl teilen, das ich hier beschreibe: Vorärger!

Sascha Lobo hat dieses Problem in seiner Spiegel-Kolumne mal so beschrieben:

In der Tat erscheint vielen Nutzern nicht einsichtig, wieso ein digitales Produkt nicht per Klick legal heruntergeladen werden kann. Zu den häufigst genannten Gründen für illegale Downloads gehört die mangelhafte legale Verfügbarkeit, will sagen: die Unmöglichkeit, etwas sofort zu bekommen, gefälligst in Echtzeit. Wenn man die Beobachtung des eigenen Verhaltens zumindest als Anhaltspunkt akzeptiert, dann scheint eine Nebenwirkung des Internet eine zunehmende Ungeduld mit den Dingen zu sein. Vorsichtig gesagt. Das süße Gift der Beschleunigung macht nicht nur süchtig, es lässt einem auch heute als langsame Zumutung erscheinen, was man gestern noch als flott empfand. Schneller als Echtzeit – jetzt, hier, sofort – geht nicht.

Daraus könnte man den sonntäglich klingenden, aber völlig unsinnigen Schluss ziehen, mal lieber nicht so ungeduldig zu sein. Über den Umgang mit Echtzeit (siehe dazu den Text “Terror des Jetzt” aus dem Jahr 2008) sollte man nicht nur wegen Douglas Rushkoffs Present Shock nachdenken, moralische Forderungen werden das Problem aber nicht lösen. Die Ursache dafür liegt nämlich woanders: in den Verwertungszyklen der Verwerter. Es erscheint noch immer lukrativer, die Serie Mad Men nicht in kleinen Folgen-Paketen an ungeduldige Einzelnutzer (wie z.B. mich!!) zu verkaufen, sondern im Staffel-Paket an einen anderen Verwerter, der dafür viel mehr bezahlt und dieses Geld durch eine weitere Schlaufe im Verwertungszyklus wieder reinholt.

Denn natürlich kann ich dieser Tage Mad Men auch ganz legal auf klassischem Weg anschauen. Das ZDF hat mich über den Twitter-Account von ZDFneo gerade letzte Woche erst drauf hingewiesen: Vor ein paar Wochen ist dort nämlich die vierte Staffel der Serie gestartet. Der Code dazu lautet Mad Men S04E01, was gerade vermutlich niemand sucht.

Wie also löst man dieses moralische Don-Draper-Dilemma? Ich weiß es nicht und ich halte auch wenig davon, diese Fragen moralisch anzugehen. Wenn man das aber tut, drängt sich das alte Konsumenten-König-Diktat auf. Überall sagt man uns: Der Verbraucher bestimmt durch sein Verhalten, wie Geschäfte sich entwickeln. Beim Amazon-Problem legte man dem Verbraucher deshalb sehr bald nahe, dort doch einfach nicht mehr zu bestellen. Ich tue mich sehr schwer damit, wenn man das aber zuende denkt, heißt das doch, dass man – um den Voräger langfristig abzustellen – einfach nicht mehr beim ZDF gucken darf um den gelernten Verwertungszyklus zu durchbrechen und darauf zu hoffen, dass man künftig selber und ganz legal eine Folge bezahlen darf, oder?


Dieser Text erscheint als Crosspost auch im TV-Blog von Süddeutsche.de

Scheitern als Grundprinzip der neuen Bezahlkultur

Wird 2013 das Jahr des Crowdfunding? Es ist noch nicht mal März, doch der Eindruck, dass wir das Aufkeimen einer neuen Bezahlkultur erleben, verfestigt sich – nicht nur, weil es ein mittlerweile sehr beliebtes Medienthema ist.

Gründe dafür lassen sich zahlreich finden und ich will die Begeisterung gar nicht bremsen. Mir scheint es jedoch wichtig, auf ein dieser neuen Finanzierungsmethode anhaftendes Prinzip hinzuweisen: das Scheitern.
Erklären kann man dies am Beispiel von Armanda Palmer, die dieser Tage über ihren Kickstarter-Erfolg einen Ted-Talk gehalten hat. Daran ist nicht nur die digitale Verwertungskette interessant (machen, erreichen, drüber sprechen), nach allem, was man darüber hört (er ist noch nicht steht jetzt online), hat sie darin aber auch ein paar grundlegende Prinzipien dessen beschrieben, was die neue Bezahlkultur definiert.
Vielleicht müssen wir nämlich eine etwas andere Frage stellen, wenn wir uns mit dem Thema Paid Content im Netz befasst. Vielleicht lautet die Frage nicht mehr nur “How do we make people pay for music?” sondern viel mehr “How do we let people pay for music?” Holprig übersetzt: Wir müssen bezahlen lassen statt zum Bezahlen zwingen.

Der Unterschied scheint auf den ersten Blick unwesentlich, wenn man aber genauer hinschaut, zeigt sich hier, was die Idee von Crowdfunding ist: Ein Projektstarter erbittet Unterstützung, gemeinsam mit dem Publikum entsteht ein Experiment, dessen wichtigste Eigenschaft im Kontrollverlust steckt: Es kann scheitern und jeder kann es sehen! Darin liegt einer wenn nicht sogar der Hauptwert der neuen Finanzierungsmethode: Sie kann öffentlich misslingen. So merkwürdig das zunächst klingen mag, ich denke, dass dieses Riskio den Reiz ausmacht, sich an einem Projekt zu beteiligen.

Deshalb übrigens sehe ich das Scheitern eines Einzelprojekts auch nicht als Gegenargument gegen die Grundidee dieser Art der Finanzierung. Im Gegenteil – und das bekannteste Scheitern eines Crowdfunding-Projekts kann man genau so lesen: Im Fall von Björk, deren Biophilia-App-Kampagne auf Kickstarter missglückte, liegt nämlich vielleicht genau hier ein Ansatzpunkt. Einige Kickstarter-Nutzer hielten ihr vor, sie sei ja eh reich und müsse deshalb nicht auf Crowdfunding zurückgreifen. Dabei geht es aber gar nicht um die Frage, ob jemand reich ist, es geht um die Frage, ob der Reiz des Scheiterns greifbar gemacht werden kann. Eine gemeinsame Finanzierung mit dem Publikum (der schönere Terminus für Crowdfunding) gelingt nur dann, wenn die Notwendigkeit entsteht, mit der eigenen Unterstützung zum Projekterfolg beitragen zu können. Neben vielen anderen Gründen, liegt hier eine der Ursachen für das Scheitern des Biophilia-Projekts. Mike Masnik ergänzt auf Techdirt einen weiteren:

Bjork really hasn’t embraced connecting and communicating with her fans. That’s her choice, of course. No one says she needs to. But, it’s much harder to raise a ton of crowdfunded money that way.

Was er meint: Wer Menschen um Unterstützung bittet, sollte diese Menschen kennen. Wenn man nun in der gerade veröffentlichten Studie Erfolgsfaktoren im Crowdfunding das hier liest…

Es bedarf vielmehr einer eingehenden Planung und attraktiven Darstellung des Projektes, um potenzielle Unterstützer zu gewinnen. Neben der professionellen Projektdarstellung in Form der Gestaltung einer Projektseite und der Vorstellung des Projekts durch ein Video waren weitere wesentliche Punkte für eine Projektförderung die Projektbeschreibung, das Zielbudget und Informationen zum Projektfortschritt. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass kurze Projektlaufzeiten, die Anzahl der bisherigen Unterstützer sowie die Höhe des bisher erreichten Budgets für die Entscheidung zur Förderung eines Projektes wesentlich sind. Dies ist darauf zurückzuführen, dass ein Finanzierungserfolg absehbar ist und der Unterstützer damit das Gefühl bekommt, dass sein gefördertes Projekt auch tatsächlich umgesetzt wird.

… dann muss darin der Aspekt des Community-Managements besonders betont werden. Gemeinsame Projektfinanzierung heißt nämlich nicht nur gemeinsames Scheitern, es heißt auch – die Idee der stretch goals zeigt dies – gemeinsamer Fortschritt. Wenn wir mehr werden, haben wir alle was davon. Dies ist die zweite Seite der gemeinsamen Finanzierung: Wir scheitern alle und wir gewinnen alle.

Beides geschieht bei klassischen Finanzierungsformen nicht.

Mehr zum Thema Crowdfunding in den Digitalen Notizen:
>>> mein Crowdfunding-Fazit zu Neue Version in sechs Punkten
>>> der Text Reden wir über Geld: Über Wertschätzung und Wertschöpfung
>>> das Interview mit Krautreporter-Gründer Sebastian Esser
>>> die Hinweise im loading-Newsletter

Autoren-Inszenierung und Feuilleton-Kommentierung

“Auf Drängen des Dichters wurde eine Mülltonne aufgestellt” – mit Erkenntnissen wie diesen geht der Leser aus einem Text von Hubert Spiegel über Botho Strauss, den die FAZ am Wochenende veröffentlichte. Auf faz.net wird der Text mit einem von Spiegel fotografierten Bild illustriert, das mit der Unterschrift versehen ist: “Botho Strauß mit seinem Wanderstock, den er sich vor dreißig Jahren in Portugal machen ließ.”

Wenn man den dazugehörigen Text liest, erfährt man viel über Autoreninszenierung und Personenkult im Literaturbetrieb. Moritz Eggert hat den Text gelesen – und sich produktiv geärgert. Er schreibt über seinen Ärger und hat diesen in einem Film festgehalten – dabei sehen wir ihn, wie er den Text liest und so eine eigene Version des Artikels schafft. Eine kommentierte:

The Harlem Shake goes Crowdfunding

Wer drüben in den Phänomemen ein wenig mitliest, wird bemerkt haben, dass ich eine gewisse Freude an dem Phänomem des Moments habe: dem Harlem Shake. Jetzt bringen die Macher der The Cyanide&Happiness-Show diese Begeisterung mit einem zweiten Thema zusammen, das mich gerade beschäftigt: dem Crowdfunding. Kriss, Rob, Matt und Dave sind nämlich Kickstarter – und um ihr Projekt dort zu bewerben haben sie diesen Clip gedreht:

Das ist durchaus lustig und lässt vermuten, dass auch die Serie, die sie produzieren wollen, lustig wird. In dem Pitch-Video erklärt einer der Macher, dass man vor fünf Jahren einfach keine Chance hatte, eine Serie zu machen, wenn man keinen Sender fand. Heute ist das anders. Man macht’s einfach selber:

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loading: IndieGo!

Über acht Millionen Dollar sammelte die Spielkonsole Quya auf Kickstarter ein – und wurde so zu einem der Vorzeigeprojekte auf der Crowdfunding-Plattform. Dieser Tage ist ein Konsolen-Projekt aus Deutschland gestartet: “Duisburg, Germany” steht auf der Projektseite von IndieGO!: A proper open Video Game Console auf IndieGoGo. Heute früh wurde das Projekt auf neuerdings vorgestellt.

Wir haben Pascal Papara unseren loading-Fragebogen zu IndieGO! geschickt. Hier seine Antworten:

Was macht Ihr?
Wir arbeiten an dem alternativen Betriebssystem AROS und dem Erhalt des Amiga Erbes sowie wie bekannt an der Konsole IndieGO.

Warum (macht Ihr es so)?
In unserem Falle geht es nicht um die Finanzierung. Wir schaffen es auch ohne, hoffen aber auf Unterstützung und positives Feedback sowie Anregungen. Crowdfunding bietet eine ideale Plattform um mit Menschen in Kontakt zu kommen. Wir sind uns bewusst dass die gewählte Art der Finanzierung (ohne Rückzahlung) für viele abschreckend ist. “Geld könnte ja futsch sein”. Wir nutzen die Zeit und die Beta rückt näher.. dann können wir auch tatsächlich Hardware verschicken und das “Misstrauen” sollte weichen.

Wer soll das anschauen?
Gamer, Indie Entwickler, EX-Amiga Nutzer

Wie geht es weiter?
Die Verpackung ist gerade in Arbeit. Wir erwarten noch Vergleichsangebote für die HW. Betriebssystemtechnisch haben wir heute intern ein neues Release verteilt.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Dass es uns gibt und dass die IndieGO kein hoax ist.

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loading: Das Buch als Magazin

Heute kommt “Das Buch als Magazin” ans Kiosk, ein 120-seitiges Heft, das sich nicht entscheiden will, wie man es verstehen soll: als Buch, als Magazin oder eben als Buch als Magazin. Ich finde die Idee so charmant und die Umsetzung so toll, dass ich dieses mutige Projekt als erstes in meinen loading-Porträts vorstellen will. Die beiden Erfinder Joanna Swistowski und Peter Wagner sind Kollegen – deshalb bin ich vielleicht befangen, deshalb kann ich umgekehrt aber auch zweifelsfrei bezeugen: Sie machen das gut und mit sehr viel Herzblut. Die besten Voraussetzungen, um hier vorgestellt zu werden.

Was macht ihr?
Wir machen „Das Buch als Magazin“, ein neues Heft, das seit 5. Februar an Bahnhofs- und Flughafenkiosken ausliegt, das man aber auch direkt bei uns auf dasbuchalsmagazin.de kaufen kann. Die Idee dahinter ist leicht erklärt: Im ersten Teil jeder Ausgabe drucken wir einen Literaturklassiker, im zweiten Teil stehen journalistische Geschichten aus der Gegenwart, die sich in irgendeiner Form auf eben diesen Klassiker beziehen. In der ersten Nummer drucken wir „Die Verwandlung“ von Franz Kafka. Der Text über Gregor Samsa, der eines Tages als Käfer erwacht, ist gestaltet wie eine Reportage und wird von Bildern des Wiener Fotografen Lukas Gansterer begleitet. Außerdem schreiben wir Geschichten über einen Vater-Sohn-Konflikt, über den Schock nach dem Tod der eigenen Mutter oder über einen Bergsteiger, der immer mit Geige unterwegs ist. Und auch wenn es sich unwahrscheinlich anhört: Alle diese Texte haben mit der „Verwandlung“ zu tun.

Warum (macht ihr es so)?
Die meisten lesen nur während der Schulzeit ein paar Texte von Goethe, Kafka oder Fontane, nur wenige gehen auch später noch in ihrer Buchhandlung zum Regal mit den Klassikern. Hier liegt ein Ursprung unserer Idee: Wir wollen zeigen, wie viel Gegenwart in vermeintlich alten Büchern steckt und dass journalistische Texte eine gute Brücke zu literarischen Texten sein können.

Wer soll das lesen?
Tja, die Frage hat uns selbst eine Weile beschäftigt. Wir glauben, dass jeder das Heft mögen kann, der gerne liest. Vermutlich ist es in der Buchhandlung so gut aufgehoben wie am Kiosk.

Wie geht es weiter?
Spätestens im Herbst soll die zweite Ausgabe mit Georg Büchners „Woyzeck“ erscheinen. Wir machen uns vorsichtig an die Planung, müssen aber sehen, ob die Idee und das erste Heft all die Leser findet, die wir brauchen, um einigermaßen entspannt weitermachen zu können. Wir arbeiten bislang ohne Geldgeber und Anzeigen, allein aus eigener Tasche und, am wichtigsten: die Autoren und Fotografen arbeiten für lau, weil sie die Idee mögen. Das ist wahnsinnig hilfreich, darf aber nicht zum Dauerzustand werden.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Du kannst einen Text sieben Mal lesen und korrigieren, du wirst auch beim achten Mal noch einen Fehler finden. Und dann schlägt deine Mutter das frisch gedruckte Heft auf und sagt: „Da fehlt aber ein m, oder?“


>>>> http://dasbuchalsmagazin.de/

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Was Seth Godin über Crowdfunding sagt

Dan Blank (von We Grow Media) hat mit Seth Godin über Kickstarter gesprochen. Seth Godin ist sozusagen die intellektuelle Version von Amanda Palmer. Seth Godins Kickstarter Projekt war für mich der letzte Motivationsschritt, “Eine neue Version ist verfügbar” in der Art zu starten, wie es schlussendlich geklappt hat.

Dan Blank hatte das Kickstarter-Projekt damals untersucht und befragt Godin nun zu seinen Erfahrungen in Sachen Crowdfunding. Godin sagt dabei sehr viele sehr tolle Dinge über Crowdfunding, über die Idee, mit dem Publikum in Austausch zu treten und über die Mechanismen der Buchbranche. Deshalb sollte man das Video ansehen.



via Leander Wattig

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