Für die heutige jetzt.de-Seite in der Süddeutschen Zeitung habe ich mit zwei Rechtsanwälten über Urheberrechtsverletzungen im Internet gesprochen: Björn Frommer und Thomas Stadler erläutern in den Interviews, welchen Weg ein Abmahn-Schreiben vom Anwalt nimmt.
Seit ein paar Tagen ist mein Buch Mashup: Lob der Kopie auf dem Markt. Ich habe bereits ein paar Interviews dazu gegeben (z.B. hier) und durfte schon recht freundliche Besprechungen (z.B. hier) dazu lesen. Auf der Mashup-Seite habe ich die Besprechungen, die mir bisher aufgefallen sind, verlinkt (weitere Tipps gerne an mich!).
Dass ich hier dennoch einen kleinen Beitrag zum Thema veröffentliche, liegt an einem Leser-Kommentar bei Nerdcore. Dort hat Tollschock Folgendes geschrieben:
Ok, vielleicht hab ich zu viele vorurteile, aber es ist ja auch zu offensichtlich: der chefredakteur von jetzt.de, zusammen mit neon das zentralorgan neubürgerlichen lebensstils, schreibt ein buch über remixkultur, der mann heißt ausgerechnet DIRK VON GEHLEN (wurde bestimmt wegen seinem namen angestellt, das gefällt der zielgruppe) und schaut auch so aus als hätt sich sein name in seine physiognomie eingebrannt, es erscheint ausgerechnet bei suhrkamp, es wird ne neue sau durch die feuilletons getrieben, weil methusalem-komplott, sloterdijk-debatte und warum-die-linke-oder-was-schirrmacher-dafür-hält-recht-hatte-debatte von gestern sind. welchen total verkalkten kulturfaschisten muss man denn noch erklären, dass z.B. ein remix eine kreative leistung ist? aber jetzt tut so ein schleimer so als wär das ne riesen kontroverse.
Man kann sicher feststellen: Das Vielleicht am Anfang des Kommentars kann man streichen. Sowohl die fehlende Differenzierung zwischen Neon und jetzt.de als auch die Annahme, ich übte meinen Job aufgrund meines Namens (oder des zugehörigen Aussehens) aus, sind … Egal, in dem Kommentar stecken zwei Annahmen, auf die ich doch eingehen will:
Einerseits behauptet Tollschock man müsse eigentlich gar nicht mehr erklären, dass der Remix eine kreative Leistung sei und andererseits negiert er, dass es darum eine “riesen kontroverse” gebe. Diese These habe ich an der einen oder anderen Stelle so ähnlich (aber immer freundlicher) gehört – und zumindest beim zweiten Teil genügt ein Blick in die Meldungen der vergangenen Woche, um diese These zu entkräften: heise berichtet von den Plänen der Musik- und Filmindustrie (Brennerstudie reloaded: Medienbranche besteht auf Internet-Sperren) und gulli stellt eine Initiative gegen Abmahnwahn vor (Positionspapier für ein neues digitales Urheberrecht). Meiner Meinung nach steckt da “riesen kontroverse” genug drin.
Da der Kommentar Mashup mit dem Methusalem-Komplott vergleicht, überlese ich das recht anlasslose und unbegründete “Schleimer” und stelle mir vor, die Frage, welchen Wert die Kopie habe, würde tatsächlich das Ausmaß der Schirmacher-Feuilleton-Debatten erreichen. Spätestens bei diesem Szenario sieht man, dass die Akzeptanz für die Remix-Kultur keinesfalls so selbstverständlich ist wie angenommen. Im Gegenteil: Es gibt einen kulturellen Graben in der Beurteilung der Frage, wie man mit der Ungeheuerlichkeit der digitalen Kopie umgehen soll. Und nach der Arbeit an dem Buch und ein paar Tagen Debatte darüber bin ich überzeugt: Wir werden nur dann neue Vergütungsmodelle finden, die mit der digitalen Kopie statt gegen sie arbeiten, wenn wir diesen Graben schließen.
Um daran mitzuarbeiten habe ich das Buch geschrieben (und in der vergangenen Woche für die WDR-Sendung Politikum die Grundthese zusammengefasst, die man hier als PDF nachlesen kann) und deshalb erscheint das Buch im großartigen Suhrkamp-Verlag und nicht wie zum Beispiel in den Kommentaren bei Netzpolitik gefordert, unter einer CC-Lizenz im Selbstverlag.
Wenn stimmt, dass die Weisheit im Netz bei den Vielen liegt, dann stelle ich diese Frage nicht Dr. Dr. Erlinger, sondern Dir und Dir und vor allem hier. Es geht um die Mail eines Bekannten, der für einen von ihm betreuten Kunden eine Ausstellung (mit) vorbereiten muss. Dabei soll oder will dieser Kunde ein Produkt oder ein Programm präsentieren, das mit einem Facebook-Account verbunden ist. Selbiger Account existiert noch nicht und hat entsprechend noch nicht sonderlich viele Freunde. Ohne solche ist Facebook aber der langweiligste Ort der Welt.
Deshalb kam der Bekannte auf die Idee zu fragen, ob man sich nicht für die Dauer der Ausstellung mit dem Account anfreunden möge. So würde die Timeline des Präsentations-Accounts gefüllt. Die Frage erreichte auch mich – und weil ich keine Antwort weiß, gebe ich sie hier mal weiter:
Was macht man da?
Nimmt man den Begriff Freund ernst, ist natürlich klar, dass man eine solche Freundschaft nicht annehmen kann. Versteht man Facebook wie einen Raum, könnte umgekehrt man sagen: Hier fragt einfach jemand, ob man während einer Messe an seinem Stand vorbeischaut, damit es dort nicht so leer ist. Das kann man durchaus tun, selbst wenn man seinen Kunden nicht kennt.
Anders als bei einem Messestand ist die digitale Präsenz allerdings von längerer Dauer als ein kurzer Besuch. Wer weiß, wer mich dort auf dem Schirm als Account-Freund sieht? Umgekehrt könnte man neue Beiträge für den vermeintlich neuen Freund ausblenden, so dass man formal befreundet ist, in der Timeline aber nicht auftaucht.
Es handelt sich – wie so oft in diesen modernen Dialog-Medien – um eine Grenzgeschichte zwischen Privatheit und Öffentlichkeit – um das Tal der Vertrauten Fremden.
Das interessiert mich. Deshalb kam mir die Idee, diese kleine private Frage mal öffentlich zu machen:
Soll ich diese Freundschaft eingehen oder nicht?
Anfang der Woche habe ich über das Debattieren im Netz gebloggt. Der Text Die Debatte über die Debatte im Netz war für die Breitband-Moderatoren Vivian Perkovic und Philip Banse Anlass, mich zur Frage Wer darf rein ins Netzbaumhaus? zu interviewen. Das Gespräch steht jetzt als MP3 im Netz.
Heute erscheint mein Buch Mashup im Suhrkamp-Verlag. Heute endet die kleinen Serie der 20 Songs, die in dem Buch eine Rolle spielen und die ich hier vorgestellt habe:
20. DJ Danger Mouse: Encore
Ende August erscheint mein Buch Mashup im Suhrkamp-Verlag. Es ist ein Lob der Kopie, das sich mit den Folgen der Digitalisierung für all das befasst, was wir Kultur nennen. In dem Buch spielen 20 Songs eine besondere Rolle, eine Art Mashup-Compilation. Bis zum 22. August stelle ich hier jeden zweiten Tag einen davon vor:
19. PeterLicht: Alles was du siehst gehört dir
Ende August erscheint mein Buch Mashup im Suhrkamp-Verlag. Es ist ein Lob der Kopie, das sich mit den Folgen der Digitalisierung für all das befasst, was wir Kultur nennen. In dem Buch spielen 20 Songs eine besondere Rolle, eine Art Mashup-Compilation. Bis zum 22. August stelle ich hier jeden zweiten Tag einen davon vor:
18. LCD Soundsystem: All I want
Ende August erscheint mein Buch Mashup im Suhrkamp-Verlag. Es ist ein Lob der Kopie, das sich mit den Folgen der Digitalisierung für all das befasst, was wir Kultur nennen. In dem Buch spielen 20 Songs eine besondere Rolle, eine Art Mashup-Compilation. Bis zum 22. August stelle ich hier jeden zweiten Tag einen davon vor:
17. The Staple Singers: This may be the last time
Ende August erscheint mein Buch Mashup im Suhrkamp-Verlag. Es ist ein Lob der Kopie, das sich mit den Folgen der Digitalisierung für all das befasst, was wir Kultur nennen. In dem Buch spielen 20 Songs eine besondere Rolle, eine Art Mashup-Compilation. Bis zum 22. August stelle ich hier jeden zweiten Tag einen davon vor:
16. Madonna: What the fuck
Ende August erscheint mein Buch Mashup im Suhrkamp-Verlag. Es ist ein Lob der Kopie, das sich mit den Folgen der Digitalisierung für all das befasst, was wir Kultur nennen. In dem Buch spielen 20 Songs eine besondere Rolle, eine Art Mashup-Compilation. Bis zum 22. August stelle ich hier jeden zweiten Tag einen davon vor:
15. Kristof Schreuf: Let There Be Rock


