Alle Artikel in der Kategorie “Film

Kommentare 0

loading: Looking Into Black Boxes

Für das Projekt “Looking Into Black Boxes” will Reporterin Fiona die schwarzen Kisten der Computerisierung öffnen. So steht es auf der Krautreporter-Seite, die Dirk Herzog eingerichtet hat. Er schreibt über das Ziel der “neuen Webvideo-Reportagereihe über die Computerisierung unseres Alltags”: “Wir wollen herausfinden wie Maschinen und Programme unsere Gesellschaft und unser Zusammenleben schon jetzt verändert haben.”

Ich habe Dirk Herzog den loading-Fragebogen geschickt.

Was macht du?
Gemeinsam mit Jan Rödger betreibe ich die Filmproduktion 6sept13 und arbeite als Dokumentarfilmer. Bei den Recherchen zu einem Dokfilm über Alghorithmen und Gesellschaft habe ich Fiona, die auch den Podcast n00bcore.de betreibt getroffen. Wir haben festgestellt, dass es für uns viele thematische Überschneidungen gibt und starteten dann recht schnell das Projekt Looking Into Black Boxes.

Warum machst du es (so)?
Zuerst liegt uns das Thema am Herzen. Wir sind selbst neugierig wohin uns die Videos bringen werden. Darüber hinaus glauben wir, dass es eine gewisse Dringlichkeit gibt, das Zusammenspiel von Computer und Gesellschaft besser zu verstehen und das Thema für möglichst viele verständlich aufzuarbeiten. Es klafft da eine große Lücke zwischen den Entscheidungen, die Experten treffen und denen, die es dann betrifft.
Crowdfunding war für uns ein schnelles Werkzeug zwei Dinge gleichzeitig zu tun: Zum einen heraus zu finden, wie groß das Interesse an so einem Format ist (und nach der großen Resonanz der ersten Tage können wir sagen: Ja, es gibt großen Bedarf). Zum andern können wir so eine Basisfinanzierung für den Start des Projekts auf die Beine stellen. Und zwar ohne die teils langwierigen Antragswege, wie man sie im Kulturbereich kennt und ohne Einschränkungen, die manch ein einzelner Geldgeber vielleicht durchsetzen könnte. So sind wir sofort und direkt unserm Publikum verpflichtet und das ist klasse.

Wer soll das anschauen?
Unser Projekt ist für Leute, die mit uns die Ahnung teilen, dass das Leben mit Computern unser Zusammenleben komplett verändert. Und zwar nicht in ferner Zukunft, sondern gerade jetzt. Die Videos sind gedacht für Leute, die mehr darüber wissen wollen, wo und wie diese Veränderungen stattfinden. Um dann besser entscheiden zu können, wie man mit diesen Veränderungen umgehen will.

Wie geht es weiter?
Stichtag der Kampagne ist der 11.05. Wir hoffen bis dahin noch viel viel mehr Leute zu erreichen, auch über den Kreis der Überzeugten und Netzaffinen hinaus (von denen wir dankenswerterweise schon enorme Unterstützung erhalten haben) In der Zuversicht, dass das Crowdfunding den Start der ersten Videos ermöglicht, glauben wir das “Looking Into Black Boxes” ein längerfristiges Projekt, dann vielleicht auch mit Partnern, werden wird. Den Youtubekanal auf dem die Videos laufen werden, gibts auf jeden Fall und kann hier auch schon abonniert werden.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Man sollte sich mehr bewusst darüber sein, dass Rechner und ihre Daten erstmal weder gut noch böse sind, und auch nicht einfach mal so helfen oder schaden. Sondern dass es in der Regel immer noch Menschen sind die entscheiden, wie und wo Computer genutzt werden. Wie das in Zukunft sein wird, liegt wohl auch an Entscheidungen, die wir jetzt alle treffen.

>>>> “Looking Into Black Boxes” hier auf Krautreporter unterstützen!

Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort “loading” in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:



Kommentare 0

loading: Rock Bottom

In den Projekten, die im loading-Newsletter vorgestellt werden, geht es immer auch um Kunst und Geld. Im Fall von Rock Bottom ist das auch das inhaltliche Thema. In der “Rock Bottom – Songs of no money” genannten Dokumentation stellen Marc Helfers und Martin Groß die wahren Helden des weltweiten musikalischen Untergrunds vor. Dass es dabei nicht immer um die großen Bühnen und das große Geld geht, verrät bereits der Untertitel, der den Film als eine “feature documentary about poverty and Rock´n´Roll” beschreibt.

Ich habe Martin Groß den loading-Fragebogen geschickt.

Was machst du?
Mein Kollege Marc Helfers und ich betreiben die Neue Stereo Filmproduktion. In unserer täglichen Arbeit werden wir von Plattenfirmen, Musikern, Veranstaltern, ect. gebucht um Musikvideos oder auch dokumentarische Arbeit für Promonutzung, Bonus DVDs, etc zu produzieren.
Das ist auch super und macht Spaß, aber mit dem Projekt “ROCKBOTTOM – Songs of no Money” wollen wir mal auf die andere Seite gucken. Dahin, wo es eben keine Plattenfirma und kein Geld gibt, aber trotzdem viel Talent der Musiker, die wir portraitieren wollen. Deshalb sind wir jetzt bei Indiegogo

Warum machst du es (so)?
Das schliesst nahtlos daran an. Wir haben halt keinen Auftraggeber für das Projekt und wollen zum jetzigen Zeitpunkt auch gar keinen haben. Es soll ein freies Projekt sein und an der Geschichte ausgerichtet sein. Nicht daran, dass wir irgendwelche Bedürfnisse von Kunden erfüllen müssen. Deshalb bitten wir die potentiellen Zuschauer des Films um Unterstützung für die sie aber auch etwas bekommen. Zum Beispiel den fertigen Film im nächsten Jahr oder auch einiges andere…

Wer soll das anschauen?
Den Film sollen sich dann alle angucken, die sich für Musik interessieren und gerne abseits des Mainstreams und der ausgetretenen Pfade bewegen.

Wie geht es weiter?
Die Kampagne läuft nun seit ein paar Tagen. Wir haben sehr positive Resonanz von Medien, Blogs, Radiosendern, etc, die darüber berichten und berichten werden und machen diesbezüglich weiter Wirbel…
Zudem sammeln und verbreiten wir Unterstützer-Botschaften von Musikern mit denen wir sonst arbeiten und die das Projekt gut finden: Maxim, Tocotronic, Malia, Andreas Bourani, Erik Langer von Kettcar, Josephine und einigen anderen interessanten und prominenten Menschen aus unserem Umkreis,.B. Katharina Schüttler oder Hartje Andresen.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Es hängt an so vielen Faktoren, ob Musiker (und letzlich auch andere Künstler) kommerziell erfolgreich sind und nicht in erster Linie am Talent. Wir halten die Musiker aus unserem Filmvorhaben für sehr talentiert und glauben, dass sie eine größere Bühne verdient haben. Vielleicht ist es aber als Künstler auch grade gut, nicht kommerziell erfolgreich zu sein
und in die damit verbundenen Zwänge zu geraten…? Wir gehen mit dem Film unter anderem auf die Suche nach dieser Frage…

rockbottom

>>> Hier Rock Bottom auf Indiegogo unterstützen!

Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort “loading” in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:



Kommentare 0

Referenzkultur: The Office Time Machine

Die Welt ist voller Referenzen und Remixe, wir orientieren uns über Kopien und Bezüge. Das kann man theoretisch beschreiben – oder sehr praktisch auf The Office Time Machine anschauen. Joe Sabia hat dafür Referenzen und Zitate aus der Serie “The Office” offengelegt – und zwar aus allen neun Staffeln. Sabias Detailarbeit dient einem politischen Zweck: Er will für eine Urheberrechts-Reform werben:

I created this project to advocate for copyright reform and highlight the importance of fair use in protecting creators and their art. To prove culture is not only everywhere, but that certain references to films, songs, and works of art are critical for our collective understanding of comedy and to the importance of relating to content, I found every cultural, real-life reference from every episode of The Office.


via Nerdcore

Bildschirmfoto 2014-03-22 um 21.54.10

Little Numbers

Anfang März 2013 spielten Valeska Steiner und Sonja Glass in New York. Beim Konzert ihrer Band Boy in Brooklyn gibt es einen erstaunlichen Moment als die beiden bemerken, dass das Publikum bei ihrem ersten Auftritt in Amerika beginnt, den Text von “Little Numbers” mitzusingen.

Der Clip ist bereits ein Jahr alt, er wurde mir aber gerade via Reddit in die Timeline gespielt. Es handelt sich um eine besonders schönes Beispiel für die These des Dialogs. Die Möglichkeiten des Dialog-Raums Internet beziehen sich genau auf solche Momente, die nicht nur entstehen, weil der Künstler auf der Bühne steht, sondern weil der Raum davor gefüllt ist.

Der NSU-Prozess. Das Protokoll des ersten Jahres

Am Freitag erscheint ein besonderes SZ-Magazin: Für “Der NSU-Prozess. Das Protokoll des ersten Jahres” (ab Donnerstag abend in der SZ-App) haben Annette Ramelsberger, Tanjev Schultz und Rainer Stadler den größte Strafprozess in Deutschland seit der Wiedervereinigung auf mehr als 500 Seiten mitprotokolliert und verdichtet. In Zusammenarbeit mit der Filmakademie Baden-Württemberg, der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg und der UFA Fiction haben die Kollegen (ich arbeite im gleichen Haus) aus dem Protokoll zusätzlich einen zweistündige Film gemacht. Hier ist der Trailer dazu zu sehen:

Mehr über das ungewöhnliche Projekt gibt es auf szmagazin.de

Geschichten erzählen im Digitalen

Unter dem Titel “Wie es euch gefällt” haben Ulrike Köppen, Patricius Mayer und Robert Schoeffel für den Bayerischen Rundfunk eine neue Form des Erzählens ausprobiert: #brtransmedia heißt das verbindende Schlagwort für die Beiträge in TV, Radio und Web, die sich mit “der digitalen Zukunft des Geschichtenerzählens” befassen.

Das Radiofeature läuft am Sonntag im Zündfunk-Generator (von 22.05 – 23.00 Uhr), der Fernsehbeitrag folgt am gleichen Tag ab 23.15 Uhr in KinoKino. Das Web-Special steht schon seit gestern im Netz und kann sogar eingebettet werden:

Ich empfehle diesen transmedialen Beitrag nicht nur, weil darin auch ein geheimer Link auf das Live-Schreibevent zu “Eine neue Version ist verfügbar” versteckt ist, sondern vor allem weil “Wie es euch gefällt” ein tolles Beispiel dafür ist, wie Geschichten erzählen im Digitalen funktionieren kann.

Buchtrailer: Mashup / Enviv

Im Jahr 2011 ist mein Buch Mashup – Lob der Kopie erschienen. Leider wurde dieser Clip, den ich im Rahmen meiner Phänomeme-Bloggerei entdeckte, erst zwei Jahre später ins Netz gestellt.

Ich hätte ihn sonst als Trailer für das Buch verwenden können: Ein Mann legt eine Flasche Bier auf den Kopierer und verdoppelt diese dadurch. Das klingt unmöglich, der Film (Achtung, vermutlich ein Fake) zeigt es aber und noch unglaublicher: bei der digitalen Kopie passiert genau das, Inhalte werden verlustfrei dupliziert.

Welche Folgen das für Kunst und Kultur hat, beschreibe ich übrigens im Nachfolger von Mashup: Eine neue Version ist verfügbar zeigt, was passiert, wenn der Mann am Kopierer, die Flaschen von 0.33l auf 0,5l vergrößert, wenn er sie also in Versionen vervielfältigt. Für den Fall, dass jemand sich berufen fühlt, das am Kopierer nachzustellen: ich würde mich freuen.

Goldenes Zeitalter in Dortmund

Am Schauspielhaus in Dortmund wird an diesem Freitag das Goldene Zeitalter ausgerufen. Ich schreibe das hier, weil im Rahmen dieser Inszenierung von Kay Voges und Alexander Kerlin wohl auch dieses YouTube-Video gezeigt wird:

Das Programm zu dem Stück verspricht eine Inszenierung zur Referenz- und Remix-Kultur der Gegenwart. Ich selber bin in Dortmund nicht dabei, aber alles, was ich vom Goldenen Zeitalter bisher gehört habe, klingt sehr spannend.