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Referenzkultur: The Office Time Machine

Die Welt ist voller Referenzen und Remixe, wir orientieren uns über Kopien und Bezüge. Das kann man theoretisch beschreiben – oder sehr praktisch auf The Office Time Machine anschauen. Joe Sabia hat dafür Referenzen und Zitate aus der Serie “The Office” offengelegt – und zwar aus allen neun Staffeln. Sabias Detailarbeit dient einem politischen Zweck: Er will für eine Urheberrechts-Reform werben:

I created this project to advocate for copyright reform and highlight the importance of fair use in protecting creators and their art. To prove culture is not only everywhere, but that certain references to films, songs, and works of art are critical for our collective understanding of comedy and to the importance of relating to content, I found every cultural, real-life reference from every episode of The Office.


via Nerdcore

Bildschirmfoto 2014-03-22 um 21.54.10

Little Numbers

Anfang März 2013 spielten Valeska Steiner und Sonja Glass in New York. Beim Konzert ihrer Band Boy in Brooklyn gibt es einen erstaunlichen Moment als die beiden bemerken, dass das Publikum bei ihrem ersten Auftritt in Amerika beginnt, den Text von “Little Numbers” mitzusingen.

Der Clip ist bereits ein Jahr alt, er wurde mir aber gerade via Reddit in die Timeline gespielt. Es handelt sich um eine besonders schönes Beispiel für die These des Dialogs. Die Möglichkeiten des Dialog-Raums Internet beziehen sich genau auf solche Momente, die nicht nur entstehen, weil der Künstler auf der Bühne steht, sondern weil der Raum davor gefüllt ist.

Der NSU-Prozess. Das Protokoll des ersten Jahres

Am Freitag erscheint ein besonderes SZ-Magazin: Für “Der NSU-Prozess. Das Protokoll des ersten Jahres” (ab Donnerstag abend in der SZ-App) haben Annette Ramelsberger, Tanjev Schultz und Rainer Stadler den größte Strafprozess in Deutschland seit der Wiedervereinigung auf mehr als 500 Seiten mitprotokolliert und verdichtet. In Zusammenarbeit mit der Filmakademie Baden-Württemberg, der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg und der UFA Fiction haben die Kollegen (ich arbeite im gleichen Haus) aus dem Protokoll zusätzlich einen zweistündige Film gemacht. Hier ist der Trailer dazu zu sehen:

Mehr über das ungewöhnliche Projekt gibt es auf szmagazin.de

Geschichten erzählen im Digitalen

Unter dem Titel “Wie es euch gefällt” haben Ulrike Köppen, Patricius Mayer und Robert Schoeffel für den Bayerischen Rundfunk eine neue Form des Erzählens ausprobiert: #brtransmedia heißt das verbindende Schlagwort für die Beiträge in TV, Radio und Web, die sich mit “der digitalen Zukunft des Geschichtenerzählens” befassen.

Das Radiofeature läuft am Sonntag im Zündfunk-Generator (von 22.05 – 23.00 Uhr), der Fernsehbeitrag folgt am gleichen Tag ab 23.15 Uhr in KinoKino. Das Web-Special steht schon seit gestern im Netz und kann sogar eingebettet werden:

Ich empfehle diesen transmedialen Beitrag nicht nur, weil darin auch ein geheimer Link auf das Live-Schreibevent zu “Eine neue Version ist verfügbar” versteckt ist, sondern vor allem weil “Wie es euch gefällt” ein tolles Beispiel dafür ist, wie Geschichten erzählen im Digitalen funktionieren kann.

Buchtrailer: Mashup / Enviv

Im Jahr 2011 ist mein Buch Mashup – Lob der Kopie erschienen. Leider wurde dieser Clip, den ich im Rahmen meiner Phänomeme-Bloggerei entdeckte, erst zwei Jahre später ins Netz gestellt.

Ich hätte ihn sonst als Trailer für das Buch verwenden können: Ein Mann legt eine Flasche Bier auf den Kopierer und verdoppelt diese dadurch. Das klingt unmöglich, der Film (Achtung, vermutlich ein Fake) zeigt es aber und noch unglaublicher: bei der digitalen Kopie passiert genau das, Inhalte werden verlustfrei dupliziert.

Welche Folgen das für Kunst und Kultur hat, beschreibe ich übrigens im Nachfolger von Mashup: Eine neue Version ist verfügbar zeigt, was passiert, wenn der Mann am Kopierer, die Flaschen von 0.33l auf 0,5l vergrößert, wenn er sie also in Versionen vervielfältigt. Für den Fall, dass jemand sich berufen fühlt, das am Kopierer nachzustellen: ich würde mich freuen.

Goldenes Zeitalter in Dortmund

Am Schauspielhaus in Dortmund wird an diesem Freitag das Goldene Zeitalter ausgerufen. Ich schreibe das hier, weil im Rahmen dieser Inszenierung von Kay Voges und Alexander Kerlin wohl auch dieses YouTube-Video gezeigt wird:

Das Programm zu dem Stück verspricht eine Inszenierung zur Referenz- und Remix-Kultur der Gegenwart. Ich selber bin in Dortmund nicht dabei, aber alles, was ich vom Goldenen Zeitalter bisher gehört habe, klingt sehr spannend.

Referenz: Zwei Drittel Heizöl, ein Drittel Benzin

1980: Slime “Bullenschweine”
“Ein Drittel Heizöl, zwei Drittel Benzin
wie ’68 in Westberlin
diese Mischung ist wirkungsvoll,
denn diese Mischung knallt ganz doll.”

2005: Kettcar “48 Stunden”
“Und ein Drittel Heizöl, Zwei Drittel Benzin
Dies ist nur Nichts
Und ein Kuß
Und ein Zug nach Berlin”

2013: Casper “Im Ascheregen”
“Ein Drittel Heizöl, zwei Drittel Benzin
Augen und Herzen sind Dynamit
Ein Drittel Heizöl, zwei Drittel Benzin
Müde mit ‘nem Plan, mit ‘nem Ziel”