Alle Artikel in der Kategorie “Film

Proper Tasty, Tasty und Nifty: Der Aufstieg der Rezeptefilme auf Facebook


Nachher fragt man sich dann stets wann es eigentlich angefangen hat. Im Fall von Tasty kann man es sehr genau sagen: Das Video-Rezepte-Angebot von Buzzfeed ist im vergangenen Sommer an den Start gegangen – und es legt eine erstaunliche Reichweitenkarriere auf Facebook hin. Dayna Evans erklärt im New York Magazine was sie an den kurzen Filmen fasziniert:

Black Bean BurgersFULL RECIPE: http://bzfd.it/1ShI7ot

Posted by Tasty on Montag, 28. März 2016

Tasty is barely a year old — it launched at the end of last July — but has since amassed almost 50 million Facebook fans, and, as of the beginning of this year, more than 84 million comments. The view count is even more astounding: Since Facebook switched over to an autoplay feed, where videos shared by your friends begin to stream without your hitting play, Tasty has racked up 8 billion views and counting.

Hauptgrund für den Erfolg der Videos ist die Autoplay-Funktion in der Facebook-Timeline. Um Videos mehr Gewicht zu geben (und sich selber als Konkurrent zu YouTube zu positionieren), ist Facebook dazu übergegangen, kurze Filmclips automatisch in der Timeline zu starten. Und die Macher aus Buzzfeeds Videoteam haben sich darauf eingestellt, sie haben diese kurzen Rezeptvideos entwickelt, die auch deshalb so populär sind, weil man sie eben nicht nachkochen will, wie Dayna Evans lesenswert erklärt:

The autoplay is part of what drew me into BuzzFeed Tasty in the first place. So many people were sharing these videos in my feed that I couldn’t look away. Inevitably, the Zen-like state that they put me in — who doesn’t like to see a task go from start to finish in under one minute — caused me to seek them out myself in times of panic or desperation. They are the basic salve to all ills. I may never make chocolate galaxy bark, but it helped me not lose my mind on Monday. In fact, I’ve never made any of the dishes on Tasty’s site, and I probably never will. To me, that’s not the point.

Buzzfeed jedenfalls legt nach: Auf Tasty folgte Proper Tasty sowie die brasilianische Version Tasty demains. Seit kurzem gibt es auch Nifty, eine Seite, die Haushaltstipps auf gleiche Weise aufbereitet.

3 Tiered Herb PlantersSee full written instructions here: http://bzfd.it/1MfWr47

Posted by Nifty on Sonntag, 20. März 2016

Stets handelt sich um kurze Clips, die in wenigen Sekunden ein Rezept zubereiten oder eine Problem lösen – und zwar jeweils aus der Perspektive des Zuschauers. Vor seinen Augen verwandelt sich das Ei in wenigen Augenblick in Eischnee oder die Karotten in einen vegetarischen Burger.

Hier den ganzen Text aus dem New York Magazine lesen

loading: Der illegale Film

Ein unabhängiger Film über das Urheberrecht und eine Antwort auf die Frage: „Wem gehören die Bilder der Welt?“ – das ist das Ziel von Filmemacher Martin Baer. Noch bis 13. März läuft seine Crowdfunding-Kampagne auf Startnext. Hier beantwortet er den loading-Fragebogen.

Was macht ihr?
„Der illegale Film“ soll der Frage nachgehen: „Wem gehören die Bilder der Welt?“.
Das geht von „Wer darf wen oder was fotografieren?“ über „Wer kontrolliert oder verwertet die schon vorhandenen Bilder?“ bis hin zu „Was geschieht in Zukunft mit Deinen Urlaubs- oder Profilfotos?“
In diesem Film berühren wir einige schwierige und hochumstrittene Gebiete wie etwa Urheberrecht, Persönlichkeitsrecht, Copyright, Panoramafreiheit, Datenschutz. All das hat mit unserer Kernfrage zu tun: Wird so langsam jedes beliebige Bild und irgendwann der Anblick der ganzen Welt zur handelbaren Ware? Wer verfügt schon heute über die Bilder, deren schiere Zahl exponentiell zunimmt? Wer profitiert davon?

Warum macht ihr es (so)?
Wir wollen diesen Film möglichst unabhängig von den üblichen „Content“-Verwertern machen. Bei diesem Thema bewegen wir uns immer in den Grenzbereichen der komplizierten rechtlichen Lage. Deswegen scheuen zum Beispiel Fernsehsender vor dem Thema zurück. Und deswegen heisst unser Projekt „Der illegale Film“.

Wer soll das anschauen?
Alle, die Fotos (oder andere Bilder) machen, teilen, kopieren, ansehen, hochladen, ‚runterladen.
Und alle, die wissen wollen, was in Zukunft mit den Bildern passiert, auf denen sie selbst sind – sei es wissentlich (selfie), zufällig (selfies der anderen) oder insgeheim („Sie werden gefilmt“ – und zwar demnächst fast überall und pausenlos).

Wie geht es weiter?
Das ist ein ambitioniertes Ziel, wenn 1000 Unterstützer_innen je 30 Euro geben sollen. Vor allem, wenn man sich nicht schon vorher auf eine Seite stellen und laut FÜR! oder GEGEN! rufen möchte. Eine Woche haben wir noch, unser Sammelziel zu erreichen. Wenn es gelingt, fangen wir im Frühjahr an, den Film zu drehen.
Sollten wir das Spendenziel am Ende nicht schaffen, bekommen alle Unterstützer_innen ihren Einsatz zurück. Aber je länger unsere Kampagne läuft und je mehr Reaktionen kommen, desto überzeugter sind wir: Es ist wichtig, diesen „illegalen Film“ zu machen.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Wir haben bei unserer Crowdfunding-Kampagne für „Der illegale Film“ betont, dass uns ausser der Unterstützung durch Geld auch die Beiträge und Vorschläge der Unterstützer_innen wichtig sind.
Das hat zweierlei bewirkt: Heftige Kritik von denen, die uns verdächtigen, für oder gegen das Urheberrecht zu kämpfen. Wie wir aber im Teaser gleich zu Anfang sagen, stehen wir als Filmemacher zwischen den Stühlen. Es geht uns um weit mehr als nur ums Urheberrecht, und wir sind weit davon entfernt, dafür oder dagegen zu sein oder es abschaffen zu wollen.
Zum anderen schicken uns Unterstützer_innen interessante Hinweise, wo etwa Fotos gestohlen, missbraucht, verfälscht werden. Das sind viele weitere Argumente dafür, den „illegalen Film“ zu drehen.

Hier Der Illegale Film auf Startnext unterstützen!

Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde – und ich deshalb einen Ratgeber zum Crowdfunding geschrieben habe, den man auf Kindle, iPhone/iPad und tolino lesen kann. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort „loading“ in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:


Netflix, Sky, House of Cards und die Bedeutung von Gifs



Es ist ein einfacher Link auf eine Twitter-Konversation aus Anlass des Starts der vierten Staffel von House of Cards. Und doch steckt in diesem Tweet des deutschen Netflix-Accounts und der Antwort von Sky-Deutschland so viel Digitalisierung, dass es sich lohnt kurz innen- und festzuhalten, was gerade passiert (und nicht nur, weil dafür die von mir sehr geschätzten animierten Gifs zum Einsatz kommen)

Darum gehts: Die äußerst populäre Serie „House of Cards“ ist eine Netflix-Eigenproduktion, die in Deutschland allerdings nicht bei Netflix zu sehen ist, sondern bei Sky. Der große amerikanische Streaming-Dienst verkaufte zum Start der Serie vor vier Jahren die Rechte für den deutschen Markt an Sky – vermutlich weil man annahm, mehr Geld einzunehmen als wenn man die Serie auch den deutschen Zuschauern selber zugänglich macht. Diese Rechte-Thematik bekam größere Aufmerksamkeit, weil Netflix zur Durchsetzung dieser Länderrechte einen Umweg zu schließen vorgibt, über den deutsche Netflix-Nutzer die Serie bisher dennoch auf Netflix gucken konnten. Alle Hintergründe zur VPN-Sperre hier.

Das lernen wir:


1. Netflix-Deutschland kommunziert die Schwäche seines eigenen Angebots auf ein offene und sympathische Art und Weise. Der Tweet mit dem animierten Gif sagt indirekt: „Sorry liebe Kunden wir haben vor vier Jahren einen Fehler gemacht, würden wir heute nicht wieder so machen. Bleibt uns trotzdem treu.Dieser Tweet widerspricht in ALLEM der Verschweige-Kultur klassischer Öffentlichkeitsarbeit, die darauf ausgerichtet ist, Fehler zu verschweigentuschen als sie zuzugeben. Netflix macht es trotzdem.


2. Bei Sky freut man sich offenbar so sehr darüber, dass man das Produkt „House of Cards“ im Angebot hat, dass man aus lauter Überheblichkeit all das falsch macht, was Netflix richtig macht: wieder ein einfaches Gif, allerdings gedankenlos gepostet. Frank Underwood schlägt die Tür zu – dem Kunden vor der Nase. Das ganze ist als Antwort an Netflix gedacht, muss aber (auch) als Botschaft an den Zuschauer verstanden werden. Indirekt sagt dieses Gif: „Du kommst hier nicht rein. Diese Tür ist zu.“ Dabei müsste doch das Gegenteil im Interesse von Sky sein: diejenigen Netflix-Kunden zu gewinnen, die gerade nicht gucken können.

3. Nun kann man sagen „Also bitte, das ist doch wohl egal! Sky wirbt all überall damit, dass sie „House of Cards“ im Angebot haben. Da sollte man einen einfachen Tweet doch bitte nicht überbewerten.“ Das glaube ich gerade nicht. Die Bedeutung von Gifs (und von Social-Media-Kommunikation in Gänze) steckt ja genau in dieser Beiläufigkeit, die riesige Bedeutung erlangen kann: Eine zugeschlagene Tür ist für mich wichtiger als zahlreiche Plakate, ein eingestandener Fehler ist sympathischer als das Vertuschen.

4. Das ganze Thema ist aber noch aus einem anderen Grund sehr lehrreich, denn die VPN- und Ländersperren-Debatte hat eine Auseinandersetzung überlagert, die noch vor wenigen Jahren mit erstaunlicher Inbrunst geführt wurde: jene über Urheberrechtsverletzungen! Die Älteren werden sich erinnern: es ist nicht lange her, da wurde im Zusammenhang mit amerikanischen Serien vor allem darüber gesprochen, dass die bösen Nutzer alles umsonst gucken wollen. Dass eine schlimme Generation heranwächst, die mindestens für das Ende der Kultur verantwortlich zu machen ist – und der mit aller gebotenen Härte das Internet abgeschaltet werden muss. Aus heutiger Sicht wirkt diese Debatte unfassbar, denn aktuell diskutieren Mitglieder genau dieser verkommenen Generation die Frage, welchen VPN-Anbieter sie bezahlen sollen, um im Angebot von Netflix (das sie ebenfalls bezahlen) die Serie gucken zu können, die sie mögen.

5. Es ist also keinesfalls der Verkommenheit der Internet-Nutzer oder gar der digitalen Kopie an sich anzulasten, dass Anbieter Probleme mit der Distribution ihrer Inhalte haben. Es liegt vielleicht eher daran, dass diese lieber ihren potenziellen Kunden die Tür vor der Nase zuschlagen, als deren erkennbares Interesse aufzunehmen. Kevin Spacey sagt zum Abschluss des fiktiven Werbespots für seinen Seriecharakter Frank Underwood. „Man sagt: Wir kriegen die politischen Führer, die wir verdienen. Ich glaube: Amerika verdient Frank Underwood.“ Bleibt die Frage: Wer verdient eigentlich welche Kunden?

mm-s1-facebook-timeline-nologo-850Weiterlesen: Lena Jakat auf jetzt.de zur Bedeutung der Serie, Juliane Leopold auf Kleiner3 „Warum ich heute zum Zombie werde“ und Sara Weber zur VPN-Thematik bei der SZ und auf den Digitalen Notizen, dieser Beitrag über eine ähnliche Situation zum Start der sechsten Staffel von Mad Men

Die Maschine als DJ: „Dein Mix der Woche“

gaslight

Ich kenne Brian Fallon nicht. Der Gitarrist der bisher von mir ungehörten Band Gaslight Anthem (der oben auf dem Bild so grimmig guckt) singt mir gerade die Zeile: „It would break your heart, if you knew me well“ ins Ohr als ich feststelle: Hier scheint mich jemand recht gut zu kennen. Nicht so gut, dass es mir das Herz bricht, aber immerhin so gut, dass es mich erstaunt. Denn dieser jemand ist keine Person, es ist ein Dienst des Streaming-Portals Spotify. „Dein Mix der Woche“ nennen die Spotify-Macher das Angebot, das auf Basis meiner persönlichen Vorlieben wöchentlich eine Playlist erstellt. Exklusiv für mich – und so gut, dass ich plötzlich „Gaslight Anthem“ im Internet suche. Eine Band, von der ich schon mal gehört hatte, von der ich aber noch nichts Konkretes gehört hatte. Jetzt also „Break Your Heart“, der schon siebte Song in meiner persönlichen Wochen-Auswahl. Der siebte Song, der mir gefiel und der siebte Song, den ich vorher nicht kannte.

mixderwoche 30 Lieder hat mir die Spotify-Software zusammengestellt – diese „basieren zum einen auf den Songs, die Ihr aktuell gerne hört, und zum anderen auf der Musik, die bei anderen Nutzern mit einem ähnlichen Musikgeschmack gerade angesagt ist.“ Was dabei nicht auftaucht: Radio-DJanes oder DJs, die mir bisher Musik empfohlen haben. Das macht jetzt eine Maschine, die seit einer Weile beobachtet, was ich auf Spotify anhöre. Und ich muss sagen: die Maschine macht das gar nicht schlecht.

Und wie um diese Aussage noch schmerzhafter zu machen, haben die Spotify-Leute ihre Ankündigung mit der Figur des Rob Gordon aus Nick Hornbys Roman „High Fidelity“ referenziert: „Schon Rob Gordon sagte damals in der Komödie ‘High Fidelity’: “Ein Mixtape zu machen ist eine heikle Kunst!”‘ Das Buch ist sozusagen die Hymne aufs Kuratieren, der Plattenladen-Besitzer Rob (der im Film vom John Cusack gespielt wird) ist sozusagen das Role Modell des Musik-Kurators. Auf genau ihn anzuspielen, um einen Mechanismus vorzustellen, der Robs Job erledigt, ist nicht nett. Noch weniger nett ist allerdings die Tatsache, dass der Mechanismus (zumindest für mich) recht tauglich ist.

Ich weiß nicht genau, was das heißt. Ich bin mir aber sicher, dass Spotify gerade (abermals) dabei ist den Beweis für die These anzutreten: digitale Medien sind Kontext-Medien.

P.S.: Natürlich kann man auch weiterhin auf klassische Weise Musik entdecken. Die Band Golden Rules und ihr Album Golden Ticket habe ich zum Beispiel im Radio gehört – im Zündfunk.

P.P.S.: Ich habe keine Ahnung, ob man Yasiin Bey und Brian Fallon zusammen hören darf. Distinktion kann Spotify nicht besonders gut.

Wie wir mit dem Internet umgehen …

frisbee

Zwei Männer stehen im sommerlichen Wasser am Strand und spielen Frisbee – zumindest kommt das zugehörige Sportgerät bei ihrem Spiel zum Einsatz. Sie stehen einander gegenüber und werfen sich die Scheibe zu – allerdings ohne, dass diese (wie Wikipedia definiert) „durch aerodynamischen Auftrieb und Kreiselbewegung in der Luft gehalten“ wird. Die beiden werfen halt irgendwie – und zwar so ausdauernd falsch, dass es sehr anstrengend aber auch sehr lustig ist, sie dabei zu beobachten.

Unter anderem für solche Clips habe ich bei der SZ das Phänomeme-Blog erfunden. Als ich gestern jedoch dieses angeblich aus Bosnien stammende Video sah, erkannte ich nicht nur einen viralen Clip: Ich sah vor allem uns selber – bei der Benutzung des Internet. Unsere Frisbee-Scheibe heißt Digitalisierung, sie liegt vor uns, wir haben aber noch nicht so richtig verstanden, wie man sie einsetzt. So wie die beiden Badegäste versuchen auch wir uns in Techniken, die wir von anderen Spielgeräten kennen. Die beiden werfen die Scheibe wie einen Ball, wir betrachten das Netz wie ein Medium, das klassisch verbreitet wird. Das geht schon irgendwie, so wie auch die Scheibe von einem zum anderen bewegt wird, ihre besonderen Fähigkeiten entfaltet sie allerdings kaum.

Ziemlich sicher werden kommende Generationen auf unseren Umgang mit dem Internet schauen wie wir auf die beiden Badegäste mit der Frisbee: amüsiert und ratlos. Beenden werden wir dieses Amüsement übrigens nur, wenn wir anfangen anders zu denken, daneben zu liegen und (immer wieder) Neues auszuprobieren. Vielleicht finden wir dann den Trick mit dem aerodynamischen Auftrieb und der Kreiselbewegung …

Crowdfunding für kreative Gründerinnen

Am Samstag werde ich in Karlsruhe über Crowdfunding sprechen. Beim Kongress für kreative Gründerinnen und Gründer geht es um die Möglichkeiten der neuen Bezahlformen im digitalen Raum. Unter der Mail k3@kultur.karlsruhe.de kann man sich noch anmelden.

Wer sich für das Thema interessiert, kann auch das Fazit Ernst-Jan Pfauth von De Correspondent nachlesen, der sechs Regeln für erfolgreiches Crowdfunding aufgeschrieben hat (via David Bauer)

1. Don’t ask what the crowd can do for you, ask what you can do for the crowd
2. Find the right ambassadors
3. Start a movement, not a publication
4. Don’t worry about the final product (just yet)
5. Pick perks that fit your mission
6. Manage expectations from day one

Mehr zum Thema auch in dem Buch 22 1/2 Schritte zu erfolgreichem Crowdfunding.

YouTube, Gema und das neue Blur-Video

Der Kollege Simon Hurtz hat am Wochenende lesenswert beschrieben, wie Facebook (und z.T. Twitter) im Videomarkt den Platzhirschen YouTube angreifen wollen. „Facebook sägt an YouTubes Thron“ bestätigt eine These, die spätestens seit der IcebucketChallenge offensichtlich ist: Facebook will Videos abspielen.

Am Beispiel des aktuellen Blur-Videos kann man sehen, wie der ungelöste YouTube-Gema-Streit in Deutschland zum Verbündeten von Facebook wird – nämlich so:

Bei YouTube:

Blur_YOUTUBE

Bei Facebook:

Kultur als soziales Erlebnis

Fredrik Wikingsson hat in den vergangenen Wochen etwas erlebt, was äußerst spannende Fragen zum Thema „Kultur als soziales Erlebnis“ aufwirft. Im Rahmen des Allein-Experiments hat der Schwede ein Solo-Konzert von Bob Dylan besucht. Dabei war allerdings nicht Dylan allein auf der Bühne, sondern Wikingsson allein im Publikum.

Was klingt wie ein Traum für Bob-Dylan-Fans ist vor allem ein spannendes soziales Experiment. Ist Kultur für sich toll oder gewinnt sie ihren Wert nicht gerade daraus, dass wir sie gemeinsam erleben und teilen können? Der 15-Minütige Film ist unbedingt sehenswert, weil er einerseits mit dem Fan-Traum spielt, aber auch kontinuerlich die Frage aufwirft, was denn nun bedeutsamer ist: Die Kunst an sich oder der Rahmen, in dem sie aufgenommen wird?

Ich habe den Film deshalb auch nicht nur als Bob-Dylen-Clip angeschaut, sondern auch als Illustration meiner Thesen aus „Eine neue Version ist verfügbar“.

loading: Bits of Love

Die Geschichte eines Musikers, der mit dem Hologram seiner verstorbenen Freundin lebt – das ist die Idee des Kurzfilms Bits of Love, der auf Indiegogo ins Crowdfunding gestartet ist.

Mark Rockenschaub hat den loading-Fragebogen beantwortet.

Was macht ihr?
Wir sind eine Gruppe von jungen Filmemachern und arbeiten an einem Film der sich mit realen und digitalen Beziehungen befasst.

Warum macht ihr es (so)?
Wir würden gerne unseren ersten Schritt in das professionelle Filmbusiness machen und sehen diesen Film
als unser erstes grosses Projekt.

Wer soll sich dafür interessieren?
Wir hoffen dass dieser Film für alle Menschen interessant wird, die sich mit digitalen Geräten und im Internet bewegen.

Wie geht es weiter?
Sobald der Film fertig gestellt ist wollen wir ihn bei mehreren Festivals einreichen, sowie ihn der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Wir hoffen dass die Menschen einen dritten Blick auf ihren Alltag und ihre digitales Leben bekommen und sich bewusst werden, dass sie einen grossen Teil ihres Lebens mittlerweile damit verbringen mit Metallgegenständen zu reden und stundenlang auf leuchtende Flächen schauen.

>>> Hier Bits of Love auf Indiegogo unterstützen!!

Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde – und ich deshalb einen Ratgeber zum Crowdfunding geschrieben habe, den man auf Kindle, iPhone/iPad und tolino lesen kann. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort „loading“ in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:

loading: Kulturbox

Eine Gemüsekiste für Kultur – das will die von Nadja Dumouchel, Alexander Brauch und Alain Bieber erfundene Kulturbox bieten. Das Crowdfunding für das besondere Angebot ist dieser Tage auf Startnext gestartet.

Nadja Dumouchel hat den loading-Fragebogen beantwortet.

Was macht ihr?
Inspiriert vom Prinzip der Gemüsekiste liefert die KULTUR.BOX einmal pro Quartal eine Auswahl regionaler, saisonaler und unabhängiger Kulturgüter wie z.B. Bücher, Magazine, Filme, Musik, Veranstaltungen und Kunstobjekte, bequem per Post nach Hause. Wir bieten Orientierung in der vielfältigen, deutschlandweiten Kulturlandschaft, indem wir gemeinsam mit lokalen Experten aus jedem Bundesland ein sorgfältig kuratiertes und liebevolles Angebot der schönsten Kulturgüter für euch zusammenstellen. Wir garantieren eine Box voller Überraschungen und Inspiration.

Warum macht ihr es (so)?
Durch die Globalisierung kommt es immer stärker zu einer Homogenisierung von Kulturen und Lebensstilen. Die KULTUR.BOX unterstützt unabhängige Verlage, freie Künstler und Musiker und damit eine kulturelle Vielfalt. Und kulturelle Vielfalt schafft eine reiche und vielfältige Welt, stärkt Demokratie, Toleranz, soziale Gerechtigkeit und gegenseitigen Respekt.

Wer soll sich dafür interessieren?
Unsere Zielgruppe sind alle Menschen, die sich für Kulturgüter abseits des Mainstreams interessieren. Alle kulturinteressierten Menschen, die entweder keine Zeit haben, sich selbst auf dem Laufenden zu halten, was gerade in der Indie-Szene aktuell ist oder Lust haben, von Kuratoren und Experten sich die besten Kulturperlen zeigen zu lassen. Alle, die das Urbane und Szenige hinter sich lassen mussten, weil sie heute die meiste Zeit arbeiten oder sich um ihre Familie kümmern – trotzdem aber Insider bleiben möchten. Alle, die schon lange kein Buch mehr gelesen haben und sich wieder Zeit dafür nehmen möchten. Alle, die ein schönes Geschenk machen möchten.

Wie geht es weiter?
Anfang 2015 kommt für die ersten Kulturbox-Förderer die erste Best-of-Deutschland Box bequem nach Hause geliefert, mit folgenden Kulturgütern:

Sarah Schmidt: “Eine Tonne für Frau Scholz”, Verbrecher Verlag, Berlin, 2014 // LITERATUR
Klebstoff 8, November 2014, International Neighboorhood Verlag, Leipzig // ILLUSTRATION
HGich.T: “MEGABOBO”. CD, November 2014, Tapete Records, Hamburg // MUSIK
Eine Freikarte für “Shorts Attack“. Die volle Ladung Kurzfilm von interfilm Berlin // FILM

Ab dem zweiten Quartal 2015 gibt es dann für jede Region in Deutschland die jeweils passende Kulturbox.

Was sollten mehr Menschen wissen?
In ganz Deutschland gibt es großartige Independent-Labels, unabhängige Verlage und Vereine, in denen Künstler, Filmemacher, Illustratoren, Designer und Musiker mit viel Herzblut und Leidenschaft großartige Kulturgüter abseits des Mainstreams produzieren. Die KULTUR.BOX möchte jene sichtbar machen, die oftmals in der Masse untergehen.

////// Hier die Kulturbox auf Startnext unterstützen

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