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Blog des Jahres? Gefühlskonserve!

Bei t3n.de wird das Blog des Jahres 2010 gesucht. In der Begründung heißt es:

Der Grund dafür ist einfach: Wir lesen sie selbst täglich. Oft verweisen wir in den News auf Blogposts und auch unser Portal „Social News“ kommt fast ganz ohne Verweise auf „klassische Medien“ aus.

Darunter folgt eine Auflistung von rund 100 Blogs, die allesamt bestimmt toll sind und einen Preis verdient haben. Erstaunlich ist jedoch, dass das Blog, das in diesem Jahr ganz besonders von sich reden gemacht hat und (wenn man denn schon ein Blog des Jahres küren will) diese Auszeichnung verdient hätte, gar nicht in der Liste auftaucht.

Ich spreche von der Gefühlskonserve aus München, in der Deef Pirmasens in diesem Februar einen Stein ins Rollen brachte, dessen Folgen noch bis weit in den Sommer Folgen zeitigte:

http://www.gefuehlskonserve.de/axolotl-roadkill-alles-nur-geklaut-05022010.html

Die Rede ist von Helene Hegemann, deren „Axolotl Roadkill“ erst durch Deefs aufmerksame Lektüre und den folgenden Blogeintrag vom umjubelten Debüt zum umstrittenen Abschreib-Buch wurde (dazu hier meine Verteidigung des Remix gegen den Betrug bei jetzt.de). Wenn man schon zum Jahresrückblick und zur Blogger-des-Jahres-Wahl greifen möchte, sollte man daran erinnern, wie hier ein Blogger die Demokratisierung der Publikationsmittel nutzte und ein sehr bedeutsames Thema auf die Agenda brachte.

Deshalb: mein Blogger des Jahres 2010 ist Deef Pirmasens!

Offline- und Ausgeh-Tipps

Hier war es in den vergangenen Tagen etwas stiller. Wie der DJS-Kollege Richard Gutjahr habe ich (aber auf andere Weise) Urlaub gemacht. Da ich selber keine so tollen Filme machen kann wie er und da er selber unlängst in der DJS war (und darüber berichtet) hier der Hinweis auf seinen aktuellen Film (inklusive DJS-Besuch):

Außerdem noch zwei Terminhinweise: Am 17. September stellt der Kollege Nahne Steinauer (auf dessen privates Projekt Kursbüro nachdrücklich verwiesen sei) im Münchner Combinat56 „Tipps, Erfahrungen, Handwerkliches für die Umsetzung von Online-Geschäftsmodellen“ vor. Leider beginnt das ganze bereits um 10 Uhr – also zu einer Zeit, an der wohl nur Co-Worker zu einem Vortrag gehen können.

Abends und mit Getränken gibt es am Wochenende zuvor im Rahmen der Nacht der Autoren der Süddeutschen Zeitung eine kleine Diskussion, die ich mit dem Kollegen Alex Rühle im Münchner Ampere führen werde. Ab 19 Uhr geht es am 11. September ums Offline-Gehen.

Gerald von Foris: „Wunden“

Der wunderbare Münchner Fotograf Gerald von Foris hat ein Buch veröffentlicht. Es heißt „Wunden“ und zeigt auf 144 von Mario Lombardo gestalteten Seiten Bilder aus allen Teilen der Welt. Auf der Website von soda (wo man das Buch auch kaufen kann) heißt es:

Die Bilder sind fast alle auf Reisen enstanden und sind benannt nach den Orten, von denen sie stammen: Lima, Danzig, St. Moritz, Liverpool, Sarajevo, Mexiko Stadt…
Eines der schönsten Fotobücher, die wir in letzter Zeit gesehen haben!

Und Hannes Wanderer vom Berliner 25books schreibt:

… eigentlich will jeder, dem ich es zeige, das Buch haben …

Beides ist unbestreitbar richtig. Auch deshalb berichteten bereits die New York Times, Die Zeit und jetzt.de über das Buch, das mit dem Hörbuch „Beograd Protokolle“ erscheint. Dabei handelt es sich um den Versuch über Fotografie zu sprechen. Dirk Stermann und Rochus Boulanger machen das so hörenswert, dass es vermutlich bald weitere Hör- zu Fotobüchern geben wird – mit Rochus und Dirk als Sprechern …

Ich erwähne das alles hier, weil ich seit gestern eine der limitierten Ausgaben von „Wunden“ besitze und allein deshalb jedem, der sich für Fotografie interessiert, empfehlen möchte, es gleich zu tun. Man kann das Buch in München bei soda, bei 25books in Berlin und im Hamburger Haus der Photographie kaufen. Wer mag, kann es aber auch direkt beim Fotografen bestellen. „Wunden“ kostet inklusive Hörbuch 30 Euro.

Werdet Helden!

Am Sonntag 4. Juli wird Adnan Maral in München beim CVJM in der Landwehrstraße sein, um dort im Rahmen der Aktion Gemeinsam für Sven! Menschen zu Helden zu machen. So jedenfalls kündigt er es in diesem kleinen Clip an:

Es geht um die Typisierung im Rahmen der DKMS. Dort kann man Lebensspender werden, sich also als Knochenmarkspender registrieren lassen. Das geht sehr einfach und kann womöglich sehr helfen. Hoffentlich auch in dem aktuellen Fall eines guten Freundes!

In Kategorie: DVG

Wie Schiedsrichter arbeiten

Wie sieht eigentlich ein Fußballspiel aus Perspektive eines Schiedsrichters aus? Der WDR zeigt heute abend (22 Uhr) die Dokumentation Die Schiedsrichter, aus der man vorab schon diese Szene aus dem Spiel Griechenland gegen Schweden – in der Hauptrolle: Massimo Busacca . Außerdem der griechische Spieler Giorgos Karagounis und ein vierter Offizieller an der Seitenlinie, der seine Rolle als Wetterfrosch missversteht:

via allesaussersport und Tagesspiegel

Munich Central

Bis vor kurzem hat die Goethestraße 30 einen türkischen Supermarkt beherbergt. Inzwischen gastiert dort die »Import-Export-Bar« als Zentrum der Veranstaltung »Munich Central«, bei der die Kulturschaffenden der Münchner Kammerspiele alljährlich den Elfenbeinturm verlassen und ihre Kunst in die Stadtteile bringen.

Der Münchner Wochenanzeiger berichtet über Munich Central, ein Theaterprojekt der Kammerspiele, das am Freitag mit Freibier eröffnet wird. Mein besonderer Tipp: die 12 Führungen unter dem Titel 24 Stunden

Es ist nicht aller Tage Abendzeitung

Überhaupt sind Wut oder Hass nicht die vorherrschenden Gefühle. Eher Traurigkeit und Desillusion. Die Leute hängen richtig an dieser Zeitung. Und auf die Frage nach dem Schuldigen gibt es leider keine einfache Antwort.

Unter dem Titel Espresso und Schweinsbraten befasst sich die taz mit der Krise bei der Münchner Abendzeitung. Ein lesenswerter Bericht – allerdings nur teilweise wegen des Inhalts. Gerade die Form und die Sprache des Textes zeigen, wo die Zeitunslandschaft gelandet ist: Wer hätte gedacht, in der taz mal einen Text zu lesen, in dem unreflektiert und undistanziert mit Floskeln der Ratlosigkeit wie „Turnaround“, „Masterplan“ und „Synergien“ hantiert wird? Dabei fällt das Hauptproblem der Abendzeitung leider unter den Tisch: dass nämlich die bestehende Leserschaft und die gewünschte Leserschaft soweit von einander entfernt sind.

Die Leser der AZ sind auch Golden Agers. Grade hat man eine Leserbefragung gemacht. Ein Ergebnis: Service! Krankheiten, Kalorien, Geld-Service ist der Graeter des 21. Jahrhunderts. Womöglich.

Doch der Begriff „Service“ ist solange nutzlos, wie er nicht aus der Perspektive des Leser gedacht wird. Und der Bestandskunde lebt nunmal in einer anderen Welt als der gewünsche Leser einer „Metropolenzeitung“. Auf diese Segmentierung des Publikums geht der Text leider nicht ein. Stattdessen wird einmal mehr die Kir-Royal-verbrämte Vergangenheit bemüht. Dass dieses wundervollen Damals aber vor allem deshalb wundervoll war, weil es noch Prominenz gab, für die sich „alle“ interessierten, wird nur indirekt angedeutet:

Graeter hat just wieder einen Coup gelandet. Er vermeldete exklusiv die Trennung von Janine und Jack White. AZ-Zeile: „Jack White allein zu Haus“. Bild musste nachziehen, die anderen auch. Das ist gut. Das Problem ist: Wer kennt Jack White?

Der lange und wie gesagt lesenswerte Text zitiert eine verlegerische Vorgabe für erfolgreiche Zeitungen, die da lautet:

am Eingang zur Redaktion hängt ein Editorial von Anneliese Friedmann zum 60. Geburtstag der AZ vor anderthalb Jahren. Darin definiert sie, wie eine Zeitung im „Zeitalter der elektronischen Medien“ weiterhin erfolgreich sein könne. Wenn sie gebraucht würde, wenn sie den Lesern „Leitplanke“ und Interessenverteidiger sei und ihnen das Gefühl gäbe: „Hier bin ich daheim.“

Dieses Gefühl von Heimat abzubilden ist – unabhängig vom Fall der Abendzeitung – die große Herausforderung für Medien. Denn diese Heimat ist zwar räumlich abbildbar, sie verschiebt sich aber in Gedanken, Ansichten und Wertvorstellungen. Wenn es gelingt, diese zu bündeln, kann es gelingen, Leser zu binden und neue zu gewinnen. Dass die Abendzeitung das offenbar nicht ganz so katastrophal macht, zeigt eine kleine Info am Fuß des Textes: Die Auflage ist im ersten Quartal 2010 gestiegen (auch dank „sonstiger Verkäufe“).

Go to Bernabéu

Am Samstag spielt der FC Bayern im Estadio Santiago Bernabéu im Finale der Champions League – mit dabei auf der Position Rockstar der Bayern-Spieler Andreas Görlitz. Seine Band Room77 hat zum großen Finalspiel einen Song geschrieben, der auf YouTube mit den Toren der Champions-League-Endrunde kombiniert wurde:

Zwar sind die Treffer von Ivica Olić um einiges beeindruckender als die Reime der Band. Die sind aber auch nicht zu unterschätzen:

2010 unser Heldenjahr
wir Bayern machen Träume wahr
Come and go go go
to Bernabéu

via

Produkthinweise: Sommer Raumfloristik

Nein, das gehört hier eigentlich nicht hin. Aber: Ja, ich will nochmal eine Ausnahme machen und einen Produkthinweis einstreuen: Wer für ein Fest nach einer floralen Raumgestaltung sucht oder ganz einfach einen Brautstrauß binden lassen will, sollte unbedingt auf der Website von Sommer Raumfloristik vorbeischauen. Hier findet sich der Kontakt zur Floristin Susanne Sommer, die „den Raum neu einkleidet“.