Alle Artikel mit dem Schlagwort “magazin

Zielgruppenforschung im Netz

… Neon.de ist total wertvoll für Zielgruppenforschung und das Blattmachen. Wenn wir zum Beispiel Protagonisten brauchen für eine heikle Geschichte, dann machen wir das Casting weitgehend über Neon.de. Ganz viele Redaktionen fragen bei so was in ihrem Bekanntenkreis rum. Da sitzen dann bei den abgedruckten Roundtable-Interviews Art Direktorinnen, Redakteure und Stylistinnen, die die normale Leserschaft simulieren sollen. Und Neon.de ist ein direkter Feedback-Kanal in die Redaktion. Alle unsere Mitarbeiter sind den ganzen Tag eingeloggt auf Neon.de. Ein Distanzproblem zu unserer Leser- und Userschaft kennen wir daher gar nicht. Und außerdem verdient die Website dann auch noch Geld.

Bei Meedia gibt es ein Gespräch mit Timm Klotzek und Michael Ebert aus Anlass des siebten Geburtstag von Neon. Darin sagt Timm die obigen Sätze über die Website zum Magazin – dort startet Michalis Pantelouris in dieser Woche ein Format, das er Live-Reportage nennt.

Wired auf dem iPad

The tablet is our opportunity to make the Wired we always dreamed of. It has all the visual impact of paper, enhanced by interactive elements like video and animated infographics. We can offer you a history of Mars landings that lets you explore the red planet yourself. We can take you inside Trent Reznor’s recording studio and let you listen to snippets of his work in progress. And we can show you exactly how Pixar crafted each frame of its new movie, Toy Story 3.

Mit diesen Worte kündigte Chris Anderson die iPad-App von Wired an, für die der Verlag diesen Werbefilm hier gedreht hat, von dem neben Apple vermutlich vor allem all die Firmen und Produkte profitieren, die sich auf dem iPad gut darstellen lassen.

Regelberichterstattung

Wir haben uns überlegt, wie wir die neuen technischen Möglichkeiten journalistisch nutzen können, um Geschichten zu erzählen – aus dem politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen Leben. Nicht nur Nachrichten übermitteln, nicht nur Regelberichterstattung betreiben, sondern in Form von Geschichten Zusammenhänge und Hintergründe spannend zu erzählen. Und das quasi in drei Medien: Print, Online und TV. In einer Form, die ästhetisch anspruchsvoll und technisch leicht zu bedienen ist. Dabei haben wir wirklich etwas ziemlich Neues entwickelt. Das haben eigentlich alle, die es gesehen haben, überrascht zur Kenntnis genommen. Ich habe auch immer dazu gesagt, ich bin sicher, dass der Zeitschriftenjournalismus der Zukunft im Internet so oder so ähnlich aussehen wird – ob wir das nun machen oder jemand anderer.

Stefan Aust berichtet im Wir wollen Geschichten neu erzählen betitelten FAZ-Gespräch über seine Pläne für ein neues Magazin. Leider ist nicht herauszulesen, was denn genau das Neue ist und vor allem, was daran medienspezifisch am Internet (das häufig synonym mit dem iPad verwendet wird) sein soll.

Das iPad: Das sollte man wissen

Es ist soweit: An diesem Wochenende wird das iPad verkauft. Das sollte man über seine technischen Eckdaten wissen:

Inhaltlich sollte man das hier bedenken:

I think that the press has been all over the iPad because Apple puts on a good show, and because everyone in journalism-land is looking for a daddy figure who’ll promise them that their audience will go back to paying for their stuff.

Das Zitat stammt von Cory Doctorow, der bei Boing Boing sehr lesenswert erklärt: Why I won’t buy an iPad and think you shouldn’t, either. Dabei entzaubert er zunächst den Glauben an den Heilsbringer iPad …

The reason people have stopped paying for a lot of „content“ isn’t just that they can get it for free, though: it’s that they can get lots of competing stuff for free, too. The open platform has allowed for an explosion of new material, some of it rough-hewn, some of it slick as the pros, most of it targetted more narrowly than the old media ever managed. Rupert Murdoch can rattle his saber all he likes about taking his content out of Google, but I say do it, Rupert. We’ll miss your fraction of a fraction of a fraction of a percent of the Web so little that we’ll hardly notice it, and we’ll have no trouble finding material to fill the void.

… und kommt abschließend zu der Erkenntnis:

Gadgets come and gadgets go. The iPad you buy today will be e-waste in a year or two (less, if you decide not to pay to have the battery changed for you). The real issue isn’t the capabilities of the piece of plastic you unwrap today, but the technical and social infrastructure that accompanies it.

via bzw. via

Nackt auf dem Stern

Die aktuelle Ausgabe des Magazins stern widmet sich dem Thema Vorsorge und Früherkennung. Wie bringt man das am besten aufs Cover? Man zeigt einfach, wie Vorsorge und Früherkennung überlicherweise geht: eine nackte Frau, die verträumt (schlafend?) sich selbst mit einem Stethoskop untersucht. Ist doch klar!

Zeit-Magazin in der Kritik

Während die Zeit über die vergangenen Jahre besser geworden ist – auch diese Woche wichtige, lesenswerte Artikel zum Atomendlager Asse oder zum skrupellosen Pharmakonzern Roche bringt – ist aus dem Zeit-Magazin ein recht selbstzufriedenes Blatt geworden, das in dieser Zeit nichts weiter zu bieten hat als geschmäcklerische Statements zu Mode- und Lifestylefragen.

Oliver Gehrs macht wieder Blattkritik – diese Woche fürs Zeit-Magazin.

(via)

Fragen im Titel? Verboten, aber gut!

Weil mir die aktuelle Ausgabe ein besonders gelungenes Beispiel zu sein scheint, muss ich jetzt doch mal zwei Worte zur Cover-Betextung von Neon verlieren: Gefällt mir!

neon-cover

An der Journalistenschule habe ich gelernt, Fragen in Überschriften seien verboten. Der Leser wisse die Antwort schließlich auch nicht und würde sich deshalb von fragenden Titeln abschrecken lassen. Die Neon-Cover (Auswahl) beweisen das Gegenteil:

coverneon1

Gut gestellte Fragen wecken viel mehr Interesse und erzeugen mehr Nähe als vermeintlich „richtige“ Überschriften. Für ein Magazin, das seine Käufer über ein Lebensgefühl findet, ist das unerlässlich – und wichtiger als alle Regeln über korrekte Titel.

Das Erstaunliche daran: Der vermutlich geringste Teil der Käufer erwartet, dass das Heft auch wirklich eine Antwort auf die auf dem Cover gestellte Frage geben wird. Wie auch: Weder die Autoren noch die Macher kennen meine Eltern, wie sollen sie dann beurteilen können, ob diese zuviel fordern? Die Titel-Frage funktioniert eher wie ein guter Gesprächseinstieg, sie öffnet die Tür zu Geschichten und Assoziationen. Sie verlangt gar nicht nach einer Antwort, sondern sucht weitere Anschlussfragen – und vor allem, sie eröffnet einen Assoziationsrahmen, der für das steht, was Dirk Ippen das Solidarsystem Zeitung nennt. Wer auf diese Fragen anspringt, gehört zur Leserschaft.

Darin unterscheidet sich Neon dann erstaunlicherweise gar nicht von der tz – was lustig klingt, aber durchaus als Kompliment gemeint ist.