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loading: Pronx

Raus aufs Land – das könnte das Motto des Abschlussmagazins sein, das die 56. Lehrredaktion der Deutschen Journalistenschule* produziert hat. Es trägt den Titel „Pronx“ und sammelt „Geschichten für junge Leute, die in den Medien zu wenig vorkommen: junge Leute vom Land und aus Kleinstädten“. So steht es auf der Startnext-Seite zum Projekt. Leonie Sontheimer hat den loading-Fragebogen beantwortet.

Was macht ihr?
Wir haben ein Magazin für junge Menschen gemacht, die Bock auf Provinz haben: Pronx, das sind 74 unverklärte Seiten voller mitreißender Geschichten, deeper Recherchen und lustiger Anekdoten.

Warum macht ihr das (so)?
Wir sind Schülerinnen und Schüler der Deutschen Journalistenschule. Und wir hatten genug von Geschichten vom Land, die sich entweder wie exotische Reiseberichte oder wie die „Landlust“ lesen. Wir wollten erzählen, wie das Leben in Dörfern und Kleinstädten für junge Menschen wirklich ist.

Wer soll sich dafür interessieren?
Pronx ist das Magazin für alle, die sich dafür interessieren, was abseits der Metropolen passiert. Weil das Abschlussmagazin der Schule normalerweise nur an andere Journalistinnen und Journalisten verschickt wird, machen wir ein Crowdfunding. Denn wir wollen mehr Hefte drucken und damit unsere wahre Zielgruppe erreichen: junge Leute, die Bock auf Provinz haben.

Wie geht es weiter?
Wenn das Crowdfunding klappt, gehen die Hefte im September in Druck. Die Release-Party ist am 14.09. in München. Die Sektdusche ist noch zu haben!

Was sollten mehr Menschen wissen?
Das Leben auf dem Land hat mehr Facetten als „Landlust“-Kitsch und Gülle-Gestank.

>>> Hier Pronx auf Startnext unterstützen.

Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein eines meiner Bücher über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde – und ich deshalb einen Ratgeber zum Crowdfunding geschrieben habe. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort „loading“ in den Reader nehmen).

* Offenlegung – im Rahmen des Projekts #journalistenschule habe ich mit Schülerinnen und Schülern dieser Klasse zusammengearbeitet.

loading: RLY

Hä!? Eine Klasse der Deutschen Journalistenschule macht Crowdfunding? Genau, die Macher der Facebookseite RLY begleiten ihr Printmagazin mit einer Aktion auf Startnext. Die Hintergründe dazu erläuert Vanessa Vu im loading-Fragebogen.

Was macht ihr?
Wir sind 15 Nachwuchsjournalisten von der Deutschen Journalistenschule in München (DJS). Wir wollen Leute mit Journalismus erreichen, die sich sonst eher durch lustige Sprüche-Seiten klicken. Deshalb haben wir die Facebook-Seite RLY gegründet. Wir kitzeln das aus den News, was einfach nur RLY ist und posten es als Spruchbild. Unsere Quellen verlinken wir direkt. Seit Juli haben wir über 3.600 Fans gesammelt. Jetzt gehen wir einen Schritt weiter und bieten unseren Fans den Longread an: ein Print-Magazin namens „RLY“ mit eigenen Geschichten. Für den Druck und Versand brauchen wir aber Hilfe.

Warum macht ihr es (so)?
Wir glauben nicht, dass Online immer der Feind von Print sein muss. Wir wollen zeigen, dass beides voneinander profitieren kann. Unser Print-Produkt soll durchs Internet überhaupt erst möglich gemacht werden. Ob das Experiment klappt, werden wir in den nächsten Wochen herausfinden.

Wer soll das lesen?
Wir wollen mit dem HÄ-Magazin nicht nur die üblichen Magazin-Leser erreichen, sondern Leute, die sich durch Instagram und 9gag klicken. Es sind Leute, die einfach gern „Hä“ sagen. Die das WTF-Gefühl feiern. Die auch im Zeitalter permanent zugänglicher Unterhaltung Lust auf relevante, aktuelle Infos haben.

Wie geht es weiter?
Bis zum 17. November kann sich jeder auf Startnext sein RLY-Magazin mit einem Dankeschön sichern. Mit dem Geld finanzieren wir Druck und Versand. Im Dezember verschicken wir das Magazin.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Als junge Journalisten hören wir oft, wir hätten kein Interesse an Qualtiätsjournalismus – und ließen uns von Klickzahlen verführen. Das sehen wir anders. Wir lieben gute Geschichten. Nur bei den Darstellungsformen sind wir weniger dogmatisch. Gute Geschichten stecken in jeder RLY-Spruchtafel auf Facebook und hinter jedem krassen Titel im RLY-Magazin. Das Magazin handelt von großen Fragen: Wo ist die Grenze zwischen Mensch und Tier? Warum riegeln wir plötzlich unsere Ländergrenzen ab? Und warum riskieren Leute für ein cooles Selfie ihr Leben?

>>>> Hier das Projekt auf Startnext unterstützen!

Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde – und ich deshalb einen Ratgeber zum Crowdfunding geschrieben habe. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort „loading“ in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:


Ein Dutzend Ideen für die Journalistenausbildung von morgen (Digitale-September-Notizen)

Dieser Text ist Teil die September-Folge meines monatlichen Newsletters „Digitale Notizen“, den man hier kostenlos abonnieren kann!

Die frohe Botschaft vorweg: Es ist nicht alles schlecht im Journalismus. Ich habe heute sehr engagierte, motivierte und innovative Ausbildungs-Redakteur*innen getroffen, die auf Einladung des IfP (Katholische Journalistenschule) in Würzburg der Frage nachgehen, wie die Journalistenausbildung von morgen aussehen solle. Burkhard Schäfers hatte mich zu einem kulturpragmatischen Impuls eingeladen, in dessen Vorbereitung ich mich mit der Frage befasste, wie mich eigentlich meine eigene Ausbildung auf den sich verändernden Beruf vorbreitet hat.

Beim Seminar der Ausbildungsredakteure des IFP stellt @dvg auch unser Longreads-Magazin vor #langstrecke

Ein von SZ Langstrecke (@langstrecke) gepostetes Foto am

In der Antwort bin ich auf ein Dutzend Ideen gekommen, die ich meiner eigenen Ausbildung im Rückblick ergänzen würde. Zwölf Aspekte, die heute zum Journalismus dazu gehören, die im Rahmen meiner Ausbildung aber nicht auf dem Lehrplan standen: Dazu passt übrigens die August-Ausgabe der Digitalen Notizen aus dem Jahr 2015 – und sollte jemand wie beim Hashtag #journo2014 Ergänzungen vorzunehmen, freue ich mich darüber – #journo2016 vielleicht

1 Leserbriefe beantworten
im Sinne von: Leserbriefe beantworten. Ganz ohne Internet und Zuschauer, sondern sehr banal: Wie geht man damit um, dass Zuschauer*innnen, Leser*innen, Hörer*innen auf publizierte Inhalte reagieren?

2 Im Internet diskutierten
Was passiert wenn Leserbriefe öffentlich werden? Wie erkennt man echtes Diskussions-Interesse? Wie geht man mit Trollen um? Wie reagiert man angemessen? Wie findet man Mehrwerte und neue Geschichten sowie: Was muss man wissen um sich auch zu schützen?

3 Ein Smartphone benutzen
Es geht nicht nur theoretisch darum, die Apps und die (Hard-)Ware-Erweiterungen zu kennen, die aus einem Smartphone ein journalistisches Sendegerät machen. Es geht auch praktisch darum, diese tatsächlich einzusetzen: Welche technischen Fähigkeiten braucht man? Wie schneidet man? Welche Darstellungsformen entwickeln sich hier? Wie erzählt man eine Snapchat-Story oder eine Instagram-Geschichte?

4 Zusammenarbeiten
Wie schreibt man eigentlich gemeinsam (oder in einer größeren Gruppe) einen Text? Vielleicht sogar mit seinen Lesern zusammen? Wie arbeitet man mit Entwicklern, Gestaltern, Fotografen, Filmemachern oder Datenspezialisten gemeinsam in einem Team? Kollaboration muss man lernen, das bezieht sich auf die nötige Software, aber auch auf die Teamfähigkeit und die Definition der eigenen Rolle (nein, die anderen sind keine Zuarbeiter der Journalisten).

5 Bloggen
Ein Blog zu betreiben heißt nicht nur eine besondere Form des informellen Schreiben zu erlernen, sondern vor allem auch: Grundlagen des Publizierens im Netz zu verstehen. Wo sind die Inhalte, wenn ich auf „senden“ drücke? Wie funkioniert das Hosting? Wofür braucht man eine Datenbank?

6 Persönlich publizieren
Bloggen ist nur eine Ausprägung dessen, was ich persönliches publizieren nennen würde: Gibt es ein Seminar zum Newsletterschreiben? Oder eine Ausbildungseinheit, in der man die Feinheiten von Social Media-Angeboten wie Twitter, Facebook oder Instagram erlernen kann? Die Besonderheiten der einzelnen Dienste bilden hier nur den einen Teil. Mindestens genauso wichtig: Wie verhält man sich in Social Media? Wie positioniert man sich als Autor?

7 Inhalte verbreiten
Jonah Peretti von Buzzfeed sagt, das Erstellen von Inhalten umfasse nur die eine Hälfte journalistischer Arbeit? Wie funktioniert die zweite Hälfte? Was muss man über Distribution wissen? Wie verbreitet man seine Inhalte? Digitales Blattmachen schließt das Wissen um sehr aktuelle Nutzerzahlen ein. Welche Inhalte trenden? Wie ermittelt man diese? Wie wertet man sie aus? Und vor allem: Welche Schlüsse zieht man daraus?

8 Eine Suchmaschine bedienen
Das bedeutet in seiner aktiven Ausprägung: Inhalte so schreiben, dass sie gefunden werden. Grundlagen von Suchmaschinen-Optimierung gehören zum digitalen Publizieren dazu. In der passiveren Suchmaschinen-Nutzung heißt es: im Netz recherchieren, unterschiedliche Suchbefehle aber auch Suchmaschinen kennen.

9 Digitale Inhalte verifizieren
Weit über die Nutzung von Suchmaschinen hinaus geht die journalistische Fähigkeit (digitale) Inhalte zu verifizieren: Wie überprüft man das, was man findet? Wie ermittelt man, ob die Informationen glaubwürdig sind?

10 Livejournalismus
Vorträge halten, Veranstaltungen moderieren, Interviews öffentlich führen oder geben, ist heute womöglich mehr noch als früher Bestandteil journalistischen Arbeitens. Hinzu kommen all die digitalen Varianten desjenigen Journalismus, den man erleben kann: Wie macht man das?

11 Unternehmerisch Denken
Es gilt unter Journalisten noch immer als Ausweis von Kompetenz, sich nicht für die wirtschaftliche Seite des eigenen Tuns zu interessieren. Mehr noch: diejenigen, die das tun, werden schief angesehen. Ich habe erhebliche Zweifel, dass dies Haltung sinnvoll ist.

12 Nicht aufhören
Lernen lernen ist vermutlich die wichtigste, die zentralste Fähigkeit, die man unterrichten sollte. Denn wenn ich den Blick nicht in die Vergangenheit auf meine eigene Ausbildung, sondern in die Zukunft auf die Veränderungen der Branche richte, muss ich voller Überzeugung sagen: Ich weiß es ja auch nicht. Was ich weiß: Das Dazwischen-Sein, das Nicht-Ankommen und die Forderung ständig Neues zu lernen – all das wird nicht aufhören!


Dieser Text stammt aus dem monatlichen Newsletter Digitale Notizen

Dieses Jahr sind bereits erschienen: „Soll mein Buch auf Facebook?“ (August), „Der Grüffelo in Social Media“ (Juli) „Kulturpragmatismus“ (Juni) „Die Zukunft der Medien: Meine Handy-Nummer“ (Mai) „Alles, was ich über Social Media weiß“ (April) „Die Zeitung nach dem Papier“ (März) „Denke kleiner“ (Februar) und „Social-Media-Gelassenheit“ (Januar).

Journalismus nach 1995

Der Buch-Erfinder Christian Jakubetz hat ein Update zum Projekt Ausbildungsbuch gepostet. Einige Autoren der geplanten Veröffentlichung trafen sich am Wochenende in Berlin und einigten sich auf ein paar nicht unbedeutende Grundlagen des Buchs (an dem ich mit diesem Thema auch teilnehme). Das Buch soll den (Unter-)Titel tragen:

“Für alle, die Journalismus neu lernen — oder ihn neu verstehen wollen.”

Und vor allem soll es helfen, Entwicklungen zu beschreiben, die den Journalismus seit 1995 erfasst haben. Christian beschreibt dies so:

Jedes Thema, das wir angehen, muss sich überprüfen lassen, ob sich dort seit 1995 etwas wirklich neues ergeben hat. Um beim Beispiel Interview oder Überschrift zu bleiben: Da hat sich seit 1995 nichts verschoben, also ist das auch kein Thema für uns. Ich bin kein Fan starrer Regelungen, aber in diesem Fall finde ich diese 1995-Grenzmarkierung ziemlich hilfreich.

Ich finde des Markierung nicht nur richtig, sondern stelle begeistert fest: 1995 war das Jahr, in dem ich an der Journalistenschule in München angenommen wurde. Und ja, es hat sich einiges geändert seitdem.

60 Jahre DJS: Wie sich der Beruf verändert …

Die Deutsche Journalistenschule feiert heute in Anwesenheit von Angela Merkel Geburtstag : 60 Jahre DJS im Münchner Prinzregententheater. Herzlichen Glückwunsch!. In der heutigen SZ schreibt Holger Gerz einen schönen Geburtstagstext für und über die DJS und ddp meldet:

Seit der Gründung 1949 wurden Schulangaben zufolge an der DJS mehr als 2000 junge Menschen zu Redakteuren ausgebildet. Damit sei die DJS ¬´die älteste und renommierteste Journalistenschule der Bundesrepublik¬ª.

Es ist davon auszugehen, dass einige der 2000 zum Teil nicht mehr ausschließlich jungen Menschen heute ins Prinzregententheater kommen werden.

Vor zehn Jahren wurde der 50ste Geburtstag in der Reithalle in München gefeiert. Das ist lange her und meinem Eindruck nach hat sich seitdem mehr als nur der Festort verändert: Ich glaube, der Beruf, den man an der Journalistenschule erlernen kann, steckt in einem grundlegenden Wandel. Mir sind jedenfalls fünf subjektive und empirisch unfundierte Punkte aufgefallen, die beim letzten Fest noch anders waren:

1. Wirtschaft first! Die ökonomischen Bedingungen treten in den Vordergrund
Nein, ich spreche nicht von der Krise, weder von der aktuellen Finanz- noch von der (seit zehn Jahren dauernden?) Medienkrise. Ich spreche davon, dass Journalisten heute sehr viel selbstverständlicher als noch vor zehn Jahren die ökonomischen Bedingungen ihres Tuns bedenken (müssen). Das liegt an den strukturellen wie konjunkturellen Veränderungen der Branche, es hat eine Ursache aber auch in einer veränderten gesellschaftlichen Einstellung zum Wirtschaften. Die Haltung mit der Russell Crowe als Reporter Cal McAffrey in State of Play mehr Wert auf die ausrecherchierte Geschichte als auf den auflagenträchtigen Aufmacher legt, wird nicht nur in diesem aktuellen Journalisten-Film als kauzig und unmodern dargestellt.

2. Zielgruppe: Die Einschaltquote ist wichtiger geworden
Auch wenn Ingeborg Münzing, Gerd Thumser und Ulrich Frodien in dem lesenswerten Interview auf der DJS-Website über ihre Zeit in der ersten Lehrredaktion des damaligen Werner-Friedmann-Instituts sagen, sie seien ein „richtiger Zeitungskindergarten“ gewesen: An der DJS werden nicht nur Zeitungsjournalisten ausgebildet. Aber auch für die ist in den letzten zehn Jahren – so mein Eindruck – die aus dem TV-Bereich bekannte Quote relevanter geworden. Auch im Radio- oder Online-Journalismus ist es bedeutsamer, wer und wieviele Menschen das lesen, hören, anschauen, was der Journalist produziert. Man hat manchmal den Eindruck, Journalisten wüssten besser über Zielgruppen als über Rechtschreibung Bescheid.

3. Internet: Der Rezipient wird aktiv
Natürlich gewinnt die Quote (2.) vor allem aus finanziellen Aspekten (1.) an Bedeutung. Sie wird aber auch als Feedback-Kanal relevanter. Der einzelne Leser, Zuschauer und Hörer ist nämlich aktiver geworden in den vergangenen zehn Jahren. Natürlich nicht jeder, aber die, die sich reagierend zu Wort melden, haben dafür (im Netz) eine eigene Öffentlichkeit – und damit wachsende Bedeutung. Deshalb wird sich das Bild, das in vielen Redaktionen vom Leser existiert, verändern (müssen). Das Internet macht aus der reinen Publikation, die der Journalismus vor zehn Jahren war, auch eine Kommunikation zwischen Journalist und Leser. Wir können diesen Prozess gerade quasi live beobachten.

4. Do it yourself: Die Anforderungen an den Journalisten ändert sich
In dem bereits erwähnten Interview über die erste Lehrredaktion vor 60 Jahren wird auch über den damaligen Lehrplan gesprochen: „Es gab ein Gerippe aus Englisch und Maschine und Steno. Das war damals noch wichtig.“ Das ist historisch interessant, aber auch bedeutsam für heute: Es zeigt, dass sich das (technische) Anforderungsprofil an den Journalisten wandelt – und zwar sehr viel schneller als früher. Vor zehn Jahren war es eine absolute Ausnahme, dass ein Journalist (mittels Photoshop oder vergleichbarer Software) ein Foto zuschneiden konnte – und vor allem musste. In heutigen (Online-)Redaktionen ist das eine selbstverständliche Anforderung, von Video- oder Audioschnitt will ich hier gar nicht sprechen. Und natürlich ist auch der im Netz notwendige Dialog mit den Lesern eine Fähigkeit, die ein Journalist erlernen muss.

5. Wahrnehmung: Das (Selbst-)Bild verändert sich
In dem erwähnten Gespräch wird auch die Rolle der zum Teil sehr berühmten Dozenten („Das waren Halbgötter damals!“) in der ersten Lehrredaktion thematisiert. Da stellt sich die Frage: Ist das heute auch noch so? Werden Dozenten an der DJS, also aktive Journalisten, als Halbgötter angesehen? Sehen sie sich selber so? Kommen sie damit durch?

Ich glaube, dass sich das (Selbst-)Bild des Journalisten in den vergangenen zehn Jahren sehr verändert hat. Das liegt an dem in den obigen Punkten genannten Wandel und ist vermutlich die zusammenfassende grundlegende Veränderungen: Journalist zu sein, ist heute in vielen Bereichen etwas anderes als vor zehn Jahren.

Wie man wohl im Jahr 2019 darüber denkt?

P.S.: Habe ich es eigentlich erwähnt? Ich habe diese Schule auch besucht. Und zwar sehr gerne. (Disclosure)

Update: In der Frankfurter Rundschau schreibt der Kollege Moritz Baumstieger ebenfalls über 60 Jahre DJS.