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loading: bits und so

Am 14. September bringt Timo Hetzel Menschen in den Münchner Gasteig, die zumindest dem Klischee nach dort nicht ständiger Gast sind: Hörerinnen und Hörer des Podcasts Bits und so. Gemeinsam feiern sie die 350ste Folge – unter dem Titel #bus350. Ein guter Anlass dem Münchner den loading-Fragebogen zu schicken.

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Was macht Ihr?
Ich mache seit 2006 „Bits und so“, eine wöchentliche Sendung rund um alles Digitale. Smartphones, das Internet, und was uns noch so in den Sinn kommt. Jede Woche zwei bis drei Stunden Talkshow als Audio Podcast mit meiner Crew, und seit einem halben Jahr auch als Video-Stream. Das Basis-Angebot war und ist immer kostenlos, seit 2009 gibt es für 5 Euro im Monat Zugriff auf das Premium-Angebot. Das umfasst zur Zeit das Video, Kapitelmarken im Audio und für den Abonnenten ein wohliges Glücksgefühl. Außerdem gibt es Tassen und T-Shirts zu kaufen. Einmal im Jahr machen wir eine Show live auf einer Bühne vor Publikum, diese Woche am Samstag, 14. September ist es im Gasteig in München wieder so weit. Es gibt noch Karten an der Abendkasse.

Warum macht Ihr es so?
Ich habe an der Uni eine wilde Mischung aus Informatik, Hörfunk und Journalismus abbekommen. Man könnte sagen, ich hatte keine andere Wahl, wenn ich all das einsetzen wollte. Ich hätte mir auch einen Bürojob bei Siemens nehmen können und täglich hoffen, dass es bald 17 Uhr ist. Die Finanzierung über Spenden oder Flattr alleine würde die Sendung nicht tragen. Sponsoren sind gerne gesehen, aber nicht regelmäßig oder vorhersagbar genug, um sich alleine darauf verlassen zu können. Die Abonnements der Hörer tragen signifikant zur Finanzierung bei, und geben durch ihre Regelmäßigkeit eine gewisse Planungssicherheit.

Wer soll da mitmachen?
Ich weiß nicht genau, wer uns zuhört und zusieht. Ich richte die Sendung eher danach aus, was mich gerade bewegt. Ich will manchmal Themen und Meinungen zum Apple-Universum hören, manchmal netzpolitische Themen, und manchmal erfreue ich mich an einer wahnsinnig hellen Glühbirne. Die dann auch prompt wochenlang bei Amazon.de ausverkauft ist.
Ich habe beim Schneiden der Sendung auch bemerkt, dass mir bei der Audio-Fassung immer öfter etwas visuelles gefehlt hat. Das war der Ausgangspunkt für den Video-Stream. Und damit ist die Sendung jetzt auch eine Antwort auf die Frage, was denn im Fernsehen läuft.

Wie geht es weiter?
Um die Durchsuchbarkeit und Auffindbarkeit von Audio/Video-Inhalten ist noch sehr schlecht bestellt. In einer dreistündigen Sendung schnell einen interessanten Ausschnitt zu finden oder zu linken ist nur begrenzt gut möglich. Wir überlegen, was wir da verbessern können. Die eigenen Smartphone- und Tablet-Apps machen da vieles möglich, wovon Fernsehanstalten nur träumen können.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Kent Nichols (Ask A Ninja) hat in den Anfangstagen des Podcasting sinngemäß gesagt: Um von deinem Internet-Kram leben zu können, brauchst du 10000 Fans. Du kannst ihnen Fan-Artikel verkaufen.
Das hat sich vor acht Jahren völlig verrückt angehört. Aber es ist tatsächlich möglich, sogar in Deutschland. Ich glaube, wenn die Zuschauer wissen, dass sie persönlich zum Erscheinen dieser Sendung beitragen, entsteht eine tiefere Bindung. Und auch umgekehrt: Ich bin ihnen dafür sehr dankbar und versuche jede Sendung besonders gut für sie zu machen. So, dass ich sie auch gerne hören und sehen würde.

>>> Karten für #bus350 kann man hier direkt und an der Abendkasse kaufen – den Podcast kann man hier laden.

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Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort „loading“ in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:


Feedback

Ich denke, wir müssen eine Debatte über Fußgängerzonen starten. Die waren lang genug ein rechtsfreier Raum.

Die Kollegen von Bits und so (etwa ab 1:23:00) haben sich mit der Urheberrechtsverletzung befasst, der ich in dieser Woche zum Opfer fiel. Das freut mich sehr, denn sie bringen das Problem ziemlich gut auf den Punkt.

Auch die Kollegen von stern.de lesen offenbar mein Blog – und sie reagieren auch drauf. Ich hatte mich zum Relaunch der Site mit der Kommentarsortierung befasst und lese jetzt unter dem Titel „Das sagt das Web zum neuen stern.de“, dass die Kommentare dort „vorerst weiterhin umgekehrt chronologisch“ dargestellt werden. Vorerst …

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte: Das Internet ist ein Kommunikationsmedium. Toll!