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Shruggie des Monats: das Stories-Format

Der Shruggie des Monats ist eine von meinem Buch „Das Pragmatismus-Prinzip“ inspirierte Rubrik meines monatlichen Newsletters (den man hier kostenlos bestellen kann). Seit Anfang des Jahres habe ich darin bereits den Autoren Eli Pariser, das Phänomen des Techlash, den Broccoli-Tree sowie den Traditionshasen und die Plattform Startnext beschrieben – weil sie mir besonders passend zur Hauptfigur aus dem Buch „Das Pragmatismus-Prinzip“ erscheinen. ¯\_(ツ)_/¯

Ich verstehs nicht. Das Format widerspricht allem, was ich meinte über Social Media verstanden zu haben: Man kann es nur für kurze Zeit (24 Stunden) ansehen, es gibt keine Möglichkeit zu öffentlichen Likes oder Kommentaren, keinen sichtbaren Austausch und maximal 15 Sekunden Zeit. Die im Hochformat gefilmten Sequenzen, die Snapchat unter dem Namen Stories erfand, sind mir ein Rätsel – aber ein faszinierendes. Seit Instagram das Format kopiert hat, versuche ich zu verstehen, was den Reiz der Stories ausmacht – mit mäßigem Erfolg. Bis ich mich meiner Ratlosigkeit stellte, einfach selber konsequent Stories zu nutzen begann und einen tollen Text dazu las.

Dabei soll ich hier gar nicht so sehr darum gehen, dass Ian Bogost in diesem the Atlantic-Text Stories als erstes Smartphone-Medienformat beschreibt. Als Shruggie des Monats wähle ich das Story-Format, weil ich eine Menge Leute kennen, die meine Ratlosigkeit ihnen gegenüber teilen. Sie verstehen einfach nicht so genau, was dieses Format will oder soll. Und genau diese Verstörung ist Ausgangspunkt für Neues – behauptet jedenfalls der Shruggie. Er fordert gar dazu auf, sich dieser Irritation bewusst auszusetzen. Eben um auf neue Ideen zu kommen.

Ich bin weit davon entfernt, auf Story-Ideen zu kommen. Seit ich aber aus der Ratlosigkeit heraus begonnen habe, selber kleine Sequenzen zu filmen und zu veröffentlichen, habe ich eine erstaunliche Shruggie-Beobachtung gemacht: Die Verwirrung verschwindet.

Durch die Benutzung habe ich selber verstanden, was ich vorher nur von außen geahnt habe: Die zeitliche Verknappung der Stories sind die grundlegende Basis ihres Erfolgs. Um auf dem Laufenden zu bleiben, was meine Freunde beschäftigt, muss ich sehr regelmäßig ihre Stories anschauen. Denn wenn es blöd läuft, verpasse ich sonst eine zentrale Information – die eben nach 24 Stunden verschwunden ist. So wie Twitter auf die unbegrenzte Möglichkeit der Veröffentlichung mit einer Begrenzung der Zeichenzahl reagiert, so setzt das Stories-Format in Zeiten der ständigen Verfügbarkeit von Online-Inhalten auf deren zeitliche Begrenzung. „Gibts halt nur 24 Stunden, musst du jetzt gucken“ ist die Online-Entsprechung zur Schlange am angesagten Club – eine Verknappung, die das Interesse steigert.

Richtig begriffen habe ich das erst, als ich über meine eigenen Ratlosigkeit hinweg begonnen habe, selber Stories zu veröffentlichen. Denn natürlich bleiben diese nicht ohne Reaktion – die Reaktionen geschehen aber nicht mehr öffentlich. Es gibt einen privateren Austausch als jener auf der Social-Media-Bühne. Auch das ist ein interessanter Aspekt, den ich als außenstehender Beobachter vermutlich nicht erkannt hätte.

Und abseits der formalen Aspekte, eröffnet das Format tatsächlich ein neues Erzählmuster und veränderte filmische Narrative. Ob es – wie Ian Bogost schreibt – wirklich das erste Smartphone-Medienformat ist, kann ich nicht beurteilen. Aber ich glaube er liegt nicht falsch, wenn er analysiert:

“Photography is not about the thing photographed,” Winogrand once said. “It is about how that thing looks photographed.” And likewise, a Story is not about the things sequenced in the story. It is about how those things look through the sensors and software of a smartphone. It’s a dubious sensation, to stare down the barrel of that future.

¯\_(ツ)_/¯

Der Shruggie des Monats ist eine Rubrik aus meinem Newsletter (den man hier kostenlos bestellen kann). Der Shruggie ist die Hauptfigur aus meinem Buch „Das Pragmatismus-Prinzip“, in dem ich zehn Gründe für einen gelassenen Umgang mit dem Neuen versammle – er tritt auch im Podcast „Was würde der Shruggie tun?“ auf, der dieser Tage passender Weise auf Startnext in das längste Podcast-Abo der Welt gestartet ist: Hier kann man es unterstützen

Heimatverein Internet

Kann das weltumspannende Netz der Netze Heimat sein? Schon weit bevor die Bundesregierung ein Heimatministerium gründete, formulierte ich hier meine vorsichtige Antwort: Ja, man kann im Internet Zuhause sein!
Die vage Idee, einen Heimatverein zu gründen für Menschen, die Online als ihre Heimat finden, stieß auf erstaunlich positiven Zuspruch. Deshalb denke ich schon seit einer Weile mit eine paar Mitstreiter*innen darüber nach, wie man ein solches Projekt angehen kann, damit es mehr ist als eine schöne kleine Idee.

Das dauert alles etwas länger als geplant, aber es wird. Es wird ein ganz tolles Projekt. Das kann ich voller Überzeugung sagen, weil einige sehr tolle Leute weiter an der Idee mitdenken und wir schon ziemlich gute Ideen entwickelt haben. In der Umsetzung brauchen wir noch etwas Zeit und Geduld. Aber: Es wird!

Deshalb lohnt es sich, sich hier in den Newsletter für den Heimatverein Internet einzutragen. Und wer weitere Hintergründe erfahren möchte, kann dieses Essays aus der SZ lesen, in dem ich aufgeschrieben habe, „dass das Internet die Heimat einer Generation ist, die völlig selbstverständlich mit der Idee von Völkerverständigung und Verbindung aufwächst. Auf diese Weise aufs Internet und auf die dort entstandene Heimat zu schauen, eröffnet einen völlig neuen Blick auf die Debatte um eine vermeintlich so bedrohte Identität. Es macht den Kulturessentialisten die Deutungshoheit über die Begriffe Heimat und Identität streitig und dokumentiert eine Wertschätzung für die Ideen des freien Wissens, des Pluralismus und der Meinungsfreiheit.“

Wenn du diese Wertschätzung teilst, kannst Du Dich hier für den Newsletter zum Heimatverein Internet eintragen

Der längste Podcast der Welt (Was würde der Shruggie tun? 008 mit Crowdfunding)

Was würde der Shruggie tun? – Antworten vom sprechenden Emoticon aus „Das Pragmatismus-Prinzip“ ist ein Podcast mit Yannic Hannebohn und Dirk von Gehlen, der gerade auf Startnext ein Zehn-Jahres-Projekt begonnen hat

Lange nichts gehört. Doch da sind wir endlich wieder! Yannic war im Urlaub und gemeinsam hatten wir eine Idee: Wir beginnen auf Startnext das längste Podcast-Abo der Welt. Zehn Jahre lang machen wir jedes Jahre ein Folge „Was würde der Shruggie tun?“ – wenn Ihr das wollt.

Denn das ist ja die Idee von Crowdfunding: Menschen können mithelfen, Projekte möglich zu machen (wer Hintergründe zu meiner Crowdfunding-Erfahrung sucht: 2012 habe ich mal ein Buch mit Startnext geschrieben) – und ihr könnt jetzt mithelfen, den Shruggie zehn Jahre lang zu hören!

Alle Details dazu erzählen wir in dieser Podcast-Folge, die keine Hörerfragen beantwortet, sondern nur die Frage „Was würde Yannic tun?“ – in der Antwort erfahren wir viel über Trampen und über alte deutsche Nationalspieler. Hier kann man die Folge anhören

… und hier gibt es alle bisherigen Folgen zum Nachhören:

… die Teaserfolge „Bei Anruf ratlos“,
… die erste reguläre Folge „Heimspiel am Tisch Pragma“
… die zweite reguläre Folge „Getting Ambiguitätstoleranz With It“
… die dritte reguläre Folge „Rückruf vom Smiley
… die vierte reguläre Folge „Jetzt rufen wir mal an!
… die fünfte reguläre Folge „Bringt bitte Gold mit!
… die Live-Folge aus dem Lovelace in München „Live und Love“
… die Startnext-Ankündigungs-Folge

Shownotes:
> Die Live-Folge aus dem Lovelace in München steht hier – und hier gibt es ein paar Eindrücke
> Eindrücke von Yannics Urlaub gibt es auf seiner Instagram-Seite
> Das Emoji zum Trampen
> Ein Bild von der republica
> Am 21. Juni ist Sommeranfang – und das Finale des Crowdfundings auf Startnext
> Bonus-Info zu Julius (der schon in Folge 05 aufgetreten ist): am 20. Juni nehmen wir eine Live-Folge im ZweiDreiRaum in Kreuzberg (Berlin) auf!

loading: Grämsens „Requiem“ auf Vinyl

Grämsn kommt aus dem niederbayerischen Hengersberg – und das hört man auch. Er bezeichnet sich selber als Mundartrapper. Gerade ist sein Album „Requiem“ erschienen – dazu hat er jetzt auf Startnext ein Crowdfunding gestartet, um das Album auch auf Vinyl pressen zu lassen.

Grämsn (mit dem ich persönlich bekannt bin) hat dazu den loading-Fragebogen beantwortet.

Was machst du?
Ich betreibe ein kleines Independent-Label mit Veröffentlichungen aus dem Rap/HipHop-Bereich und Artverwandtes. Neben befreundeten Künstlern release ich dort auch meine eigene Musik und würde mein aktuelles Album neben der digitalen Veröffentlichung bei Spotify & Co. zusätzlich gerne auf Vinyl pressen lassen.

Warum machst du es (so)?
Weil sich mein Umfeld und ich jetzt so oft und ausgiebig über Crowdfunding und die Vor-, und Nachteile unterhalten haben, dass ich einfach neugierig bin, ob und wie das für mich als Künstler funktionieren kann. Nüchtern betrachtet könnte man natürlich sagen, dass es nichts anderes als eine Pre-Order ist – aber ich seh das etwas romantischer: Ich steh gerne mit meinen Fans und Freunden in Kontakt, bin in den sozialen Medien recht aktiv und jetzt haben wir für die nächsten 3 Monate eine gemeinsame Story. Ich denke, das wird spannend.

Wer soll sich dafür interessieren?
Das wird von Schritt zu Schritt spezieller: Musikfans im Allgemeinen, Fans von Rap-Musik im Besonderen, Interessierte an Dialekt-Rap im Speziellen und meine bisherigen Fans sowieso. Mit meinem Album „Requiem“ bin ich einen für mich ganz neuen Weg gegangen, hab viele neue Sachen probiert und wusste nicht, ob das alles überhaupt Sinn macht. Aber das bisherige Feedback von Freunden, alten Bekannten und neuen Fans ist sehr positiv und motivierend also kann’s so falsch nicht gewesen sein.

Wie geht es weiter?
Die Finanzierungsphase läuft bis Ende Juni und sollten die 3.000 Euro zusammen kommen, dann geht es danach direkt an’s Pressen der Vinyl. Wir haben uns drei verschiedene Pakete überlegt, das Deluxe-Bundle umfasst die Scheibe, Postkarten, Sticker und ein Shirt. Das alles muss natürlich mit vorbereitet werden, darauf und auf den Moment, wenn die Scheiben alle eintrudeln (würden) freue ich mich schon besonders.

Was sollten mehr Menschen wissen?
Dass es Rap in so vielen verschiedenen Facetten gibt und die harte Variante, die jetzt überall in der Presse ist, nicht im geringsten die enorme Vielfalt wiedergibt, die unsere Szene und die HipHop-Kultur eigentlich ausmacht. Andere Genres teilen dieses Schicksal zwar hin und wieder, trotzdem würde ich mir für Rap im deutschsprachigen Raum oft etwas mehr Offenheit und Selbstverständlichkeit wünschen, ähnlich wie wir es in Frankreich und England sehen. Dann wäre man vielleicht auch als Dialektrapper irgendwann kein Exot mehr ;-)


>> Hier kann man Requiem auf Vinyl bestellen

Unter dem Schlagwort loading stelle ich in loser Folge handgemachte bzw. Crowdfunding-Projekte vor, die spannend sind und/oder für eine neue Bezahlkultur stehen. Das mache ich (auch), weil mein aktuelles Buch ebenfalls über Crowdfunding verfügbar gemacht wurde – und ich deshalb einen Ratgeber zum Crowdfunding geschrieben habe. Man kann den loading-Ideen im Blog folgen (hier den RSS-Feed zum Schlagwort „loading“ in den Reader nehmen) oder einen Newsletter mit den Vorschlägen abonnieren:

Jetzt rufen wir mal an! (Was würde der Shruggie tun? 005)

Was würde der Shruggie tun? – Antworten vom sprechenden Emoticon aus „Das Pragmatismus-Prinzip“ ist ein Podcast mit Yannic Hannebohn und Dirk von Gehlen und gibt es hier bei iTunes, hier bei Soundcloud und hier als RSS-Feed.

Alles neu in dieser Folge: Wir rufen zurück! Der Hauptteil besteht natürlich aus dem bewährten Konzept: Der Shruggie, das sprechende Emoticon aus dem Buch „Das Pragmatismus-Prinzip“ beantwortet eure Fragen. Aber bevor wir damit beginnen, überwindet Yannic Dirks Angst und ruft in einer Berliner Mehrzweckhalle an. Und ganz am Ende gibt es noch eine Podcast-Exklusive Überraschung und Einladung. Aber vorher beantwortet der Shruggie in dieser Folge diese Fragen:

… wie wird der Shruggie zitiert? von @zweidreiraum
… warum hat die Maria so viele Pflaster?
… was tun gegen Windelüberforderung?
… kommt jetzt „schurkel“? (von @basti_hosaN)
… soll ich nachträglich noch verweigern? (- mit Bezug zum @szmagazin!)
… „..,“ fragt: Verliebt sich wirklich alle 11 Minuten jemand über Parship?

Da willst du auch mal dabei sein? Dann stell dem Shruggie jetzt deine Frage. Schreib sie in seinen iTunes-Feed in die Kommentare oder sprich sie ihm auf den Anrufbeantworter (0174 350 3082)


Zum Nachhören gibt es hier…

… die Teaserfolge „Bei Anruf ratlos“,
… die erste reguläre Folge „Heimspiel am Tisch Pragma“
… die zweite reguläre Folge „Getting Ambiguitätstoleranz With It“
… die dritte reguläre Folge „Rückruf vom Smiley
… die vierte reguläre Folge „Jetzt rufen wir mal an!

Shownotes:
> Das Thema „Podcast schneller hören“ wurde hier schon mal ausführlich besprochen.
> Das Interview im Deutschlandfunk, auf das sich Julius bezieht, lief am Silvester-Morgen – und kann hier nachgehört werden
> Das Buch, in dem das Internet perfekt zitiert wird, heißt „Kultur der Digitalität“ und ist von Felix Stalder
> Der Shruggie schlägt vor sich so zitieren zu lassen: Der Shruggie: „Google ist eine Suchmaschine“, zitiert nach Yannic Hannebohn, Dirk von Gehlen (2018): Podcast ‚Was würde der Shruggie tun?‘, Folge 5 vom 3. Februar
> Hier war der Shruggie im Fernsehen
> Die Einschätzung von Sascha Lobo („erste Emoji-Philosophie“) steht hier in seiner Spon-Kolumne
> das Default-Internet-Feeling-Zitat steht hier
> Aushalten ist tatsächlich von Joko&Klaas
> Mehr über Daniel Kahneman hier – und im Buch „Das Pragmatismus-Prinzip“
> Der Film, den Dirk vergessen hat, heißt Der seltsame Fall des Benjamin Button
> Der Hashtag #diesejungenleute – und der Bezug zum Shruggie
> Der Streisand-Effekt und die SPD
> Zum Thema „Gegenteiltag“: Anleitung zum Unglücklichsein
> Dr. Dr. Erlinger ist der Gewissens-Experte vom SZ-Magazin
> Hier geht es zu den Sat1-Nachrichten
> Der Fidget-Spinner-Hate-Song von Phil Laude
> Das Mediatheken-Portal heißt shelfd.com
> Wenn Ihr uns folgen wollt: Yannic und Dirk sind in Social-Media!

!!! Am 14.3. sind wir live im Lovelace-Hotel in München – vormerken und kommen! !!!

> Falls Ihr nicht persönlich zum Live-Podcasting kommen könnt, dürft Ihr vorab Eure Fragen einschicken: Melde dich bei uns – oder beim Shruggie unter der Nummer 0174 350 3082

Rückruf vom Smiley (Was würde der Shruggie tun? 004)

Was würde der Shruggie tun? – Antworten vom sprechenden Emoticon aus „Das Pragmatismus-Prinzip ist ein Podcast mit Yannic Hannebohn und Dirk von Gehlen und gibt es hier bei iTunes, hier bei Soundcloud und hier als RSS-Feed.

Es wird viel gelacht in dieser Folge, die man unbedingt bis zum Ende anhören sollte. Denn in der letzten Fragen lernen wir einen alten Bekannten kennen, der nochmal anruft. Quasi nebenbei werden die ganz großen Fragen beantwortet: Es geht um den Rundfunk in der Schweiz, ums Alleinreisen, Berliner Turnschuhe und sowas Banales wie den Sinn des Lebens. Der Shruggie, das sprechende Emoticon aus dem Buch „Das Pragmatismus-Prinzip“, stellt sich all diesen Themen – und lässt sich auch von Aufnahmewidrigkeiten nicht aus der Bahn werfen. Deshalb kommt hier die dritte reguläre Folge des Laberpodcasts „Was würde der Shruggie tun?“ mit dem Titel Rückruf vom Smiley, in dem wir diese Fragen hören:

… die Cliffhanger-Frage aus der Ambiguitäts-Folge von @tran_vominhthu, in der es um Mobbing geht.
… die Eine-Milliarde-Franken-Frage von @metamythos aus der Schweiz
… die Frage nach dem BVG-Sneaker
… ein kryptische Frage zu Crypto-Themen von @philippaaron
… die Frage nach dem Sinn des Lebens – anonym über @voctag
… die Frage von @alicehasters von @feuerundbrot nach Reisetipps
… den Rückruf vom Smiley

Da willst du auch mal dabei sein? Dann stell dem Shruggie jetzt deine Frage. Schreib sie in seinen iTunes-Feed in die Kommentare oder sprich sie ihm auf den Anrufbeantworter (0174 350 3082)


Zum Nachhören gibt es hier…

… die Teaserfolge „Bei Anruf ratlos“,
… die erste reguläre Folge „Heimspiel am Tisch Pragma“
… die zweite reguläre Folge „Getting Ambiguitätstoleranz With It“

Shownotes:
> Vorab ein Dankeschön an @filid, für die großartige Shruggie-Box! – und das passende Wallpaper.
>Das zitierte Buch von Heinrich Böll heißt Murkes Gesammeltes Schweigen und handelt vom Innenleben des WDR. Die angesprochene Kopier-Stelle habe ich auf Instagram gepostet.
> Die zitierte Idee von Netzpolitik stammt aus dem Jahr 2009 und steht hier
> Hintergrund zur Abstimmung in der Schweiz gibt es hier
> Hintergrund zum BVG-Sneaker gibt es hier. Zu der Social-Media-Kampagne habe ich vor einer Weile mal Peter Wittkamp interviewt. Und der angesprochene BVG-Song heißt Is mir egal und stammt von Kazim Akboga.
> Hintergrund zu Begriff der Ressourcenorientierung.
> Hier kann man Wetterpate werden – und die Seite vom Unicode-Consortium gibt es hier
> Die App Voctag gibt es hier im App-Store
>Wer sich für das Bild vom Kochen mit dem, was man im Kühlschrank hat, interessiert, sollte bei Michael Faschingbauer nachlesen, der ein gutes Buch über Effectuation geschrieben hat.
> Der Podcast von Alice Hasters (und ihrer Freundin Maxi) heißt Feuer und Brot und ist dringend zum Anhören empfohlen!
> Das zitierte Interview mit dem Angstforscher steht hier
> Der erste Anruf vom Smiley ist hier zu hören

> Falls Du Hausmeister einer Mehrzweckhalle bist und uns zum Live-Podcasting einladen möchtest: Melde dich bei uns – oder beim Shruggie unter der Nummer 0174 350 3082

Getting Ambiguitätstoleranz With It (Was würde der Shruggie tun? 003)

Was würde der Shruggie tun? – Antworten vom sprechenden Emoticon aus „Das Pragmatismus-Prinzip ist ein Podcast mit Yannic Hannebohn und Dirk von Gehlen und gibt es hier bei iTunes, hier bei Soundcloud und hier als RSS-Feed.

Das Buch ist da! 150 Jahre nach der Veröffentlichung von „Der Idiot“ erscheint heute das Buch mit dem Shruggie. Der Podcast feiert den Erscheinungstag von „Das Pragmatismus-Prinzip“ – und vergisst vor lauter Freude, den Titel des Podcasts zu erwähnen. Er heißt „Was würde der Shruggie tun?“ und kommt in der zweiten regulären Folge mit großartigen Geschenken und tollen Fragen daher, u.a. mit…

@filid, der fragt „Würde der Shruggie Geschenken annehmen?“ – und direkt ein Geschenk mitbringt. Diese großartige Shruggie-Box!
… der Frage von @bastihosan nach dem richtigen Zeitpunkt zum Schlafengehen.
… der Frage nach dem Lieblingslied des Shruggie!
… Christoph, der fragt: Ist Ratlosigkeit auch weiblich? Und: hat der Shruggie eine Glatze?
… der Überlegung: Soll man sich bei Facebook abmelden?
@Lavinia_Wo, die wissen will, ob der Shruggie nicht sehr passiv ist.
… einer Frage nach dem Wert von Großraumbüros. Und der Aufforderung: Wer ruft uns aus der Stabi an!?
… der Auflösung der unverständlichen Frage aus der letzten Folge: Peter Wittkamp fragt nach Whatsapp-Gruppen
… der Cliffhanger-Frage @tran_vominhthu, die in der nächsten Folge beantwortet wird.

Da willst du auch dabei sein? Dann stell dem Shruggie jetzt deine Frage. Schreib sie in seinen iTunes-Feed in die Kommentare oder sprich sie ihm auf den Anrufbeantworter (0174 350 3082)

Zum Nachhören gibt es hier die Teaserfolge „Bei Anruf ratlos“, hier die erste reguläre Folge „Heimspiel am Tisch Pragma“ sowie die aktuelle Folge „Getting Ambiguitätstoleranz With It“

Shownotes:
>Die Bauanleitung für die Shruggie-Box von filid steht hier.
>Der LEO23GT steht hier in Warschau und das Foto von iBigFoots Kaffeekanne steht hier (die Genervtheit von Max von Malotki hier)
>Das Gespräch mit Ute Welty (das meine Pragmatismus-Fähigkeit auf die Probe gestellt hat) kann man auf der Website vom Deutschlandfunk Kultur nachhören.
>Hintergrund zum U2-Release von Songs of Innocence steht hier
> Der Mann auf dem Kinderspielplatz ist Maeckes – sein Song Gettin Jiggy With It ist das Lieblingslied vom Shruggie – der von @diskomanni empfohlene Mammut-Remix von steht hier
> Das Wort Ambiguitätstoleranz ist hier auf der Wikipedia erklärt
> Für die Shruggie-Ultras und Internethistoriker: Hier ging es schon mal um Geschlechtszuschreibungen des Shruggie.
> Das zitierte Buch von Rebecca Solnit heißt „Wenn Männer mir die Welt erklären“
> Der Text vom Kollegen Richard Gutjahr steht hier in seinem Blog.
> Hintergrund zur Idee der Zwei-Browser-Lösung bei Matthias Eberl.
> Hintergrund zum Kältebus.
> Die Forderung „Wir sollten die Hoffnungen der Menschen ernst nehmen, nicht ihre Sorgen“ habe ich beim Zündfunk-Netzkongress formuliert.
> Zukunft ist kein Schicksal – hat der Bundespräsident in seiner Weihnachtsansprache gesagt.
> Die „Bloß nichts falsch machen“-Kritik an der FDP stand hier in meinem Newsletter
>Der Rant aufs Großraumbüro aus der FAZ.
> Der Podcast von Peter Wittkamp und Daniel Erk heißt ErkundWittkamp und ist dringend zum Anhören empfohlen!
> Beim Begriff Stabile Unterhaltung – muss ich an dieses T-Shirt denken.
> Die WhatsApp-Kolumne von jetzt.de steht hier

> Falls Du Hausmeister einer Mehrzweckhalle bist und uns zum Live-Podcasting einladen möchtest: Melde dich bei uns – oder beim Shruggie unter der Nummer 0174 350 3082 (Wir nehmen auch Bildschirmhintergrund-Motive für Yannic)

Bei Anruf ratlos (Was würde der Shruggie tun? 001)

Was würde der Shruggie tun? – Antworten vom sprechenden Emoticon aus „Das Pragmatismus-Prinzip ist ein Podcast mit Yannic Hannebohn und Dirk von Gehlen und gibt es hier bei iTunes, hier bei Soundcloud und hier als RSS-Feed.

Es gibt einen neuen Podcast! Einen, der dem Shruggie eine Stimme gibt. Der Coverheld meines Buches „Das Pragmatismus-Prinzip“ (ab 12.1. bei Piper) will künftig Deine Fragen beantworten.

Du bist ratlos? Du suchst eine Inspiration? Dann stell doch dem Shruggie deine Frage. Schreib sie in seinen iTunes-Feed in die Kommentare oder sprich sie ihm auf den Anrufbeantworter (0174 350 3082)

Zur Inspiration gibt es hier die Teaserfolge mit dem passenden Titel „Bei Anruf ratlos“

Shownotes:
> Das Schild, das Yannic sieht, hängt in meinem Büro und sieht so aus – der Kopfhörer wiederum so.
> Das angesprochene Interview im Popfeuilleton (einem Podcast, den Yannic gemeinsam mit Thibaud Schremser gemacht hat) lief an Silvester 2016 und kann hier nochmal angehört werden.
> Das Wort „Überforderungsbewältigungskompetenz“ stammt von Christoph Kucklick, der es in diesem Vortrag verwendet hat.
> Die Anspielungen auf den Begriff Meta beziehen sich auf den Titel des Buches, Meta – das Ende des Durchschnitts, das Anfang 2017 erschienen ist.
> Wer den Anrufbeantworter vom Shruggie hören und besprechen will oder eine Sprachnachricht schicken möchte, das ist seine Nummer 0174 350 3082

Newsletter über Newsletter (Digitale Dezember-Notizen)

Dieser Text ist Teil der Dezember-Folge meines monatlichen Newsletters „Digitale Notizen“, den man hier kostenlos abonnieren kann!

Vor ziemlich genau drei Jahren habe ich ein Experiment gestartet (hier die turi2-Meldung), das mir seitdem viel Freude und einen ganz neuen Blick auf Social-Media gebracht hat: ich habe den Digitale-Notizen-Newsletter begonnen. Seitdem kann man mir dort monatlich beim Denken zusehen. Es sind dabei einige Folgen entstanden, die Grundlage für größere Projekte waren: Aus der Folge im Januar 2016 entstand das Projekt #gegendiepanik, aus der Folge im Mai 2017 wurde eine Veranstaltung gemeinsam mit Gunnar Jans und wer die Folge über Kulturpragmatismus gelesen hat, wird einiges davon in meinem neuen Buch erkennen, das am 12. Januar erscheint und mich inspiriert hat, wieder etwas Neues auszuprobieren.

Ich starte einen Podcast!
Dass ich damit nicht der erste bin, ist mir bewusst. Aber gerade deshalb möchte ich ausprobieren, was dahinter steckt. Ich konnte den Podcast-Experten Yannic Hannebohn überreden, mir dabei behilflich zu sein und nun die Frage zu beantworten: Was würde der Shruggie tun? (Feed)

Hier können Sie die Meta-Trailerfolge auf Soundcloud anhören (und sobald Apple sie akzeptiert hat auch in iTunes). Wie beim Start des Newsletters vor drei Jahren bin ich auch jetzt unsicher, was dabei rauskommt. Aber ich freue mich, wenn Sie mich auch bei diesem Experiment begleiten – und soviel Spaß daran haben wie Yannic und ich in der ersten Folge:

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Da diese Folge des Digitale-Notizen-Newsletters eine Jubiläums-Ausgabe ist, geht es dieses Mal vor allem um Newsletter – und um die Frage: Wie macht man eigentlich einen guten Newsletter? Ich habe Antworten auf diese Frage bekommen – von sieben Autorinnen und Autoren der besten Newsletter im deutschsprachigen Raum.

Inga Höltmann, Gründerin der Accelerate Academy und Journalistin

Warum schreibst Du einen Newsletter? Ich lese viel zu meinen Themen – Kulturwandel, Neue Arbeit und moderne Führung – und teile und kommentiere sie eifrig über meine Sozialen Netzwerke (vornehmlich Facebook und Twitter @ihoelt). Da lag es nahe, mit einem eigens aufgesetzten Newsletter einen weiteren, sehr persönlichen Kommunikationskanal zu schaffen. Es gibt in dem Bereich auch nicht viele gute – warum also die Lücke nicht einfach selbst füllen? Das eröffnete mir einen weiteren Weg, spannende und inspirierende Inhalte zu teilen, auch meine eigenen, denn ich schreibe und blogge ja auch regelmäßig dazu. Darüber hinaus habe ich schnell festgestellt, dass es eine schöne Möglichkeit ist, regelmäßig etwas von sich hören zu lassen. Und nicht zuletzt – es macht mir auch einfach Spaß, den Newsletter jeden Monat zu gestalten: Ich lese gern, ich schreibe gern, das passt alles zusammen.
Seit wann? Seit etwa anderthalb Jahren
Was hast Du dabei gelernt? Es ist nicht der erste Newsletter, den ich mache, für ein anderes Projekt habe ich schon einmal zwei Jahre einen Newsletter gemacht. Man sollte sich am Anfang etwas Zeit nehmen, um seinen eigenen Ton zu finden, die eigene Ansprechhaltung. Und es sollte klar sein, was das Versprechen ist, das man macht – und ich versuche mit jeder einzelnen Ausgabe aufs Neue, das einzulösen.
Davon abstrahiert: Was macht einen guten Newsletter aus? Ich mag journalistische Newsletter, also inhaltsgetriebene, handwerklich saubere Mailings. Wenn es nur darum geht, mir etwas zu verkaufen, bin ich ziemlich schnell wieder weg. Und ein Newsletter sollte auch mehr liefern als zum Beispiel nur eine Zusammenfassung der letzten Blogbeiträge – mir ist die persönliche Handschrift immer wichtig.
Gib mal ein Beispiel: Ich habe einige Newsletters von Foodbloggern abonniert, zum Beispiel Kimberly Snyder oder Deliciously Ella, die ich sehr gern lese. Und regelmäßig lese ich auch das Social Media Watchblog Briefing (siehe unten). Einen weiteren Newsletter, den ich empfehlen kann: Den der britischen Journalistin Harriet Minter.
Welche Technik nutzt du? Und warum? Ich nutze Mailpoet. Ich kenne fast niemanden, der damit arbeitet, aber ich komme sehr gut damit klar. Es ist leicht aufzusetzen und intuitiv zu bedienen.
Ein Tipp für angehende Newsletter-Schreiber*innen: Seid pingelig! Ein guter Newsletter ist auch gut gemacht!

Inga beschreibt ihre monatlichen Mails als „Mein schnieker Newsletter“

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Sue Reindke, Digital Strategin und Autorin

Warum schreibst Du einen Newsletter? Die Idee entstand eigentlich, weil ich eine Weile lang gar nicht mehr öffentlich publizieren wollte, aus vielen Gründen. Wobei das Projekt „Email für Dich“ heißt: es ist eher, als würde ich Briefe schreiben, der Begriff „Newsletter“ trifft es nicht.
Seit wann? September 2016
Was hast Du dabei gelernt? Emails sind ein ganz persönliches Medium: wie bei einem Brief ist völlig klar, dass man alleine der Empfänger ist, und man es in seinem Postfach nur selbst lesen kann. Das schafft viel Nähe, und manchmal kommen ganz erstaunliche Antworten zurück. Viele sagen auch sowas wie: ich mag die Mails total, ich bekomme sonst gar keine persönlichen Mails mehr, Freunde schreiben nur noch Status Updates.
Davon abstrahiert: Was macht einen guten Newsletter aus? Es gibt keine allgemein gültigen Aussagen für alle Newsletter, die unterscheiden sich ja auch in ihrem Zweck: schreibt da jemand um des Schreibens willen oder geht es um etwas anderes, den Verkauf von Produkten oder das Erhöhen von Klickzahlen?
Grundsätzlich finde ich es immer gut, wenn jemand in persönlichen Newslettern bei sich bleibt und es nicht primär darum geht, „etwas zu erreichen“.
Gib mal ein Beispiel: Ich lese gerne den privaten Newsletter von Lukas Heinser, „Post vom Einheinser„.
Welche Technik nutzt du? Und warum? Mailchimp, das ist in der Basisversion kostenlos und leicht zu bedienen. Man wird da Schritt für Schritt durchgeführt und das Erstellen von Newslettern ist wahnsinnig einfach.
Ein Tipp für angehende Newsletter-Schreiber*innen: Einfach mal loslegen und verschiedene Dinge probieren. Und nicht so sehr drüber nachdenken, wie das ankommt oder ob das den Empfängern gut gefällt.

Der Newsletter von Sue heißt Email für Dich.

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Barbara Vorsamer, Redakteurin bei SZ-Familie

Warum schreibst Du einen Newsletter? Ich bin verantwortlich für die digitalen Kanäle des Print-Magazins „Süddeutsche Zeitung Familie“. Das erscheint alle zwei Monate – ein irrsinnig langer Zeitraum für mich als Online-Journalistin und, wie ich glaube, auch für viele Leserinnen und Leser. Deswegen schreiben wir einen wöchentlichen, kostenlosen Newsletter.
Seit wann? Seit April 2017
Was hast Du dabei gelernt? Nähe zu schaffen, ohne mich und meine Kinder bloßzustellen. Ich nehme meistens ein aktuelles Thema auf, das kann eine klassische Nachricht sein, ein Post in den sozialen Medien oder etwas, das ich oder meine Kinder diese Woche getan haben. Darüber mache ich mir ein paar Gedanken, verlinke alles, was ich dazu interessant finde und frage (wenn es passt – kein Muss, sonst wirkt es seltsam), wie es den Leserinnen und Lesern damit geht.
Was macht einen guten Newsletter aus? Ein guter Familien-Newsletter gibt den Leserinnen und Lesern erst ein „Geht mir genauso“-Gefühl und erzählt ihnen dann etwas, was sie vielleicht noch nicht wussten.
Gib mal ein Beispiel: Dieser z.B.
Welche Technik nutzt du? Und warum? Maileon, weil das der Newsletter-Dienstleister der SZ ist.
Ein Tipp für angehende Newsletter-Schreiber*innen: Einfach loslegen. Gute Newsletter lesen und nachmachen, was einem gefällt. Feedback und Quoten beobachten und daraus lernen. Trotzdem nur das machen, was einem selber gefällt.

Den Newsletter von SZ-Familie kann man hier bestellen. Außerdem schreibt Barbara seit kurzem auch einen privaten Newsletter, den man hier bestellen kann. Offenlegung: Barbara und ich sind Kollegen!

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Franziska Bluhm, selbstständig als Journalistin, Beraterin und Trainerin

Warum schreibst Du einen Newsletter? Weil ich ausprobieren wollte, wie das ist: der wöchentliche Rhythmus, die Tatsache, für ein Postfach zu schreiben und auszuprobieren, wie ich mit einem Newsletter Reichweite aufbauen kann.
Seit wann? Seit April 2017
Was hast Du dabei gelernt? Dass Newsletterschreiben hat mich daran erinnert, wie viel Spaß es mir macht, regelmäßig zu schreiben.
Davon abstrahiert: Was macht einen guten Newsletter aus? Er bietet seinen Lesern einen Mehrwert, überrascht und schafft eine Begehrlichkeit, ihn nicht verpassen zu wollen.
Gib mal ein Beispiel: Ich mag den Newsletter von Johannes Klingebiel sehr gerne, Katrin Scheib entführt mich regelmäßig in die Welt des russischen Fußballs und Gabor Steingart unterhält mich allmorgendlich im Morning Briefing.
Welche Technik nutzt du? Und warum? Ich habe mich für Mailchimp entschieden – weil es mir empfohlen wurde und weil mich die zwei Konkurrenzprodukte, die ich auch in Erwägung gezogen hatte, mich nicht überzeugt haben.
Ein Tipp für angehende Newsletter-Schreiber*innen: Einfach ausprobieren, dabei lernst du am besten.

Franziskas wöchentliche Dosis Inspiration kann man hier bestellen.

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Julian Schmidli, Reporter bei SRF Data und freier Autor

Warum schreibst Du einen Newsletter? Viele der Dinge, die in meinem Newsletter auftauchen, habe ich früher auf Facebook gepostet: Kurze Beobachtungen aus dem Leben, Fotos, Buchtipps, Spotify-Playlisten. Doch dort fühlt es sich nicht mehr richtig an. Algorithmen filtern die Posts raus; die Gestaltungsmöglichkeiten sind zu gering; zu viel Werbung. Deshalb bin ich zurück zur guten, alten Mailing-Liste – quasi der analogste unter den digitalen Kanälen. Für mich ist es auch eine gute Schreibübung: ein Mal im Monat in einer Art «Brief an meine Freunde» ein paar Gedanken der letzten Wochen zusammenzufassen. Dabei will ich keine langweilige Nabelschau betreiben, sondern Themen behandeln, die meine Freunde umtreiben. Dass auch immer mehr Unbekannte mitlesen, zeigt, dass die Herangehensweise wohl nicht ganz verkehrt ist.
Seit wann? Seit Frühling 2017.
Was hast Du dabei gelernt? Auch wenn meine journalistische Arbeit mehr Menschen erreicht, bekomme ich für den Newsletter viel mehr Feedback. Gerade auch von Menschen, die ich kaum oder gar nicht kenne. Wohl, weil Ton und Inhalt viel persönlicher sind. Es gibt mehr Platz für Humor und Zweifel. Humor und Zweifel.. das wäre eigentlich auch ein guter Name gewesen!
Davon abstrahiert: Was macht einen guten Newsletter aus? Das hängt vom Bedürfnis des Lesers ab. Ich lese sehr gerne Newsletter mit einem persönlichen Ton, deren Autoren sich sehr gut in einem gewissen Feld auskennen und mir Einsicht und Übersicht geben können. Am Ende sollte sich ein guter Newsletter anfühlen wie der Brief eines sehr schlauen Freundes.
Gib mal ein Beispiel? Bande de Coquins. Übersetzt: Eine Bande von Schurken. So nennt sich das Kollektiv anonymer AutorInnen, das seit diesem Frühling einmal in der Woche Zürcher Orte ins Visier nimmt. Zärtliche Lobeshymnen über Ravioli, lakonische Verrisse vom Kosmos, gehobene Kulturkritiken über alternative Museumsführungen – die Damen und Herren schreiben mit spitzer Feder und Humor. Und immer hat man das Gefühl, Teil eines verschworenen Clubs zu sein.
Welche Technik nutzt du? Und warum? Ich setze mir ein Thema und schreibe dann assoziativ los. So kommt oft auch ein persönlicher Aspekt an die Oberfläche. Am Ende kurz straffen – und ohne viel zu redigieren abschicken.
Ein Tipp für angehende Newsletter-Schreiber*innen: Geht verspielt an die Sache heran. Werdet persönlich, aber vergesst nicht: Es geht eigentlich nicht um euch.

Julians Newsletter heißt „Schwerer werden. Leichter sein.“

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Martin Giesler, Journalist & Blogger

Warum schreibst Du einen Newsletter? Ich verschicke viermal die Woche morgens um 7:00 Uhr die wichtigsten News und Debatten rund um Social Media an mehrere Tausend Kollegen, von denen – verrückterweise – fast die Hälfte auch jeden Morgen meinen Newsletter tatsächlich öffnet. Bedeutet: die Kollegen lesen, sehen, bekommen, was ich ihnen geschickt habe, was ich für sie aufbereitet habe. Kein Algorithmus entscheidet also darüber, ob meine Leser das erreicht, was sie interessiert. Durch das Format Newsletter habe ich einen direkten Zugang zu meinen Lesern, stehe mit ihnen unmittelbar in Kontakt, im Austausch. Dadurch kann ich einen echten, verlässlichen Service anbieten, die Distribution meiner Inhalte nicht dem Zufall überlassen und bin schnell erreichbar für Rückfragen und Hinweise, was wiederum einen großen Mehrwert für den jeweils nächsten Newsletter hat.
Seit wann? Das Briefing verschicke ich jetzt seit gut drei Jahren. Zunächst mit meinen wunderbaren Kollegen vom Social Media Watchblog (Hallo Anna, Isabell, Jan, Christian, Tilman und Simon) neben unseren eigentlich Jobs, seit November diesen Jahres ist das Briefing aber tatsächlich zu einem festen Job für mich geworden – ich verschicke quasi hauptberuflich einen Newsletter an Kollegen. Hätte ich so vor ein paar Jahren auch noch nicht gedacht, aber das Sponsoring von Partnern wie Rheinische Post oder Sport1, sowie vor allem die monatliche Unterstützung meiner Leser via Steady macht es möglich, dass ich mit meinem Watchblog einen erheblichen Anteil meines Einkommens erziele – neben Pferderennen und Bitcoin-Mining versteht sich.
Was hast Du dabei gelernt? Mail ist immer noch eine Killer-App: seit Jahren gelebte Kulturpraxis, direkt und ohne Intermediäre, frictionless, in der Gestalltung völlig frei. Während ich bei Facebook nur die Boxen befülle, die in Facebooks Interesse sind, ich zudem darauf angewiesen bin, dass ich den Algorithmus bediene, um auch im News Feed des interessierten Publikums zu landen, habe ich beim Versand einer Email völlig freie Hand – sowohl gestalterisch als auch inhaltlich. Social Media Plattform sind – von YouTube einmal abgesehen – eher dafür geeignet, maximale Reichweite zum Ziel zu haben. Wer hingegen wirklich eine feste Leserschaft aufbauen möchte, für den ist ein Newsletter ein großartiges Mittel.
Davon abstrahiert: Was macht einen guten Newsletter aus? Newsletter können unterschiedliche Zwecke erfüllen. Für mich zeichnet sich ein guter Newsletter dadurch aus, dass er verlässlich ist und hohe Qualität liefert, die für mich relevant ist. Genau das ist auch der Anspruch an mein eigenes Social Media Briefing.
Welche Technik nutzt du? Gehirn, Slack und Mailchimp.
Und warum? Gehirn ist immer gut. Slack dient des Sammelns von Artikeln und Themen. Mailchimp ist ein solides Programm zum Boarding von Kontakten und zum Erstellen des Newsletters.
Ein Tipp für angehende Newsletter-Schreiber*innen: Einen Newsletter würde ich auf keinen Fall anfangen. Schon gar nicht über Social Media schreiben. Das ist bereits total überlaufen… Nee, Quatsch. Newsletter sind ein wunderbares Tool, um sich als Journalist einen festen Kreis an Lesern aufzubauen. Ich würde jedem raten, einen Newsletter zu starten – vor allem schon deshalb, weil es ein so wunderbar kalkulierter Kontrollverlust ist: Wenn einmal auf Senden gedrückt wurde, kann die Email nicht mehr eingefangen werden, ist das Wort geschrieben, die Meinung in der Welt. Das schult ungemein.

Martins Social-Media-Briefing gibt es hier

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Sara Weber, News Editor (Tech/Startups) bei LinkedIn Deutschland

Warum schreibst du einen Newsletter: Ich schreibe sogar zwei, beruflich einen über Tech- und Startup-News, privat einen über Podcasts. Mein privater Newsletter erscheint auf Englisch und ist voll mit Podcast-Empfehlungen. Als ich ihn 2015 gestartet hab, war das noch eine ziemliche Neuheit und gute Podcasts schwer zu finden. Ich wurde als leidenschaftliche Hörerin oft nach Tipps gefragt und wollte diese sammeln und teilen.
Seit wann: 23. März 2015
Was hast du dabei gelernt: Dass ein gutes GIF immer gut ankommt. Und dass Newsletter ein sehr persönliches Medium sind, das in der Nische einen Großteil der relevanten Personen erreichen kann. Die meisten meiner Abonnenten arbeiten im Bereich Radio und Podcasts, sind also vom Fach, und haben daher viel konstruktives Feedback. Oft bekomme ich persönliche Reaktionen und mittlerweile habe ich einige meiner US-Abonnenten im echten Leben kennengelernt.
Davon abstrahiert: Was macht einen guten Newsletter aus?
Der persönliche Ton. Bei meinen Lieblingsnewslettern habe ich beim Lesen das Gefühl, die Autorin/der Autor spricht mit mir.
Gib mal ein Beispiel: Journalistin Eve Peyser schreibt den wunderbaren Newsletter „Am I crying?“, der jedes Mal erscheint, wenn sie weint. Allerdings gab es schon länger keine Mail mehr – schade für mich, gut für sie. Unter den Medienunternehmen schafft Buzzfeed sehr individuelle Formate mit persönlichem Ton, mein Favorit ist der Another-Round-Newsletter, der den gleichnamigen Podcast begleitet.
Welche Technik nutzt du: Privat Tinyletter, weil mir das 2015 am einfachsten erschien. Beruflich Mailchimp, weil es dort mehr Formatierungsmöglichkeiten und Statistiken gibt.
Ein Tipp für angehende Newsletter-Schreiber*innen: Unterschätzt die Arbeit nicht! Vor allem, wenn ein Newsletter regelmäßig erscheint, sollte man sich vorab gut überlegen, ob man genug Zeit haben wird, ihn zu recherchieren, schreiben und gestalten – und ob sich das Thema wirklich für potentiell unendlich viele Ausgaben eignet.

Saras Tech-Newsletter heißt Durchgestartet – und hier gibt es ihre Podcast-Tipps

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Dieser Text stammt aus dem monatlichen Newsletter Digitale Notizen, in dem man mir beim Denken zusehen kann.

In diesem Newsletter sind z.B. erschienen: „Wir sind unbeugsam“ (Oktober 2017), „Unser Land – unsere Regeln“ (September 2017) „Selbstverpflichtung gegen den Terror“ (August 2017), „Freiheit zum Andersdenken“ (Juli 2017), „Was Medien vom Laufen lernen können“ (Mai 2017), „Fairer Teilen“ (März 2017) „Streiten lernen – für ein besseres Internet“ (Januar 2017), „Digitaler Heimat- und Brauchtumsverein“ (Oktober 2016), „Ein Dutzend Ideen für die Journalistenausbildung“ (September 2016) „Kulturpragmatismus“ (Juni 2016), „Denke kleiner“ (Februar 2016 ) „Social-Media-Gelassenheit“ (Januar 2016).

Wir brauchen eine Algorithmen-Ethik – Interview mit Konrad Lischka

Konrad Lischka ist Ko-Leiter eines Projekts der Bertelsmann Stiftung, das den Titel Algorithmenethik trägt – und sich mit den gesellschaftlichen Folgen algorithmischer Entscheidungsfindung befasst. Der Netzexperte ist (wie ich) Alumni der Deutschen Journalistenschule und hat mir vor zwei Jahren im Interview auf sz.de die Idee seines Buches „Das Netz verschwindet“ erläutert. Wir sind also persönlich gut bekannt. Auch deshalb interessiere ich mich sehr für das Algoethik-Projekt, das auch einen interessanten Newsletter verschickt.

Ich habe Konrad ein paar Fragen zu seinem Projekt gemailt.

Sind Algorithmen böse?
Kurze Antwort: Nein.
Längere Antwort: Es kommt darauf an.

Worauf?

Vor allem auf die Ziele, die Menschen mit Algorithmen verfolgen: Einige US-Autoversicherungen berechnen zum Beispiel die Prämien der Kunden basierend auf dem Kreditscoring. Wenn jemand Unfälle verschuldet, aber immer pünktlich seine Rechnungen beglichen hat, zahlt er weniger als Einkommensschwache mit perfektem Fahrverhalten. Bonität genießt Priorität. Dieses Ziel haben aber Menschen festgelegt – nicht der eingesetzte Algorithmus.
Es kommt aber auch auf die Umsetzung an, das heißt die Implementierung der Systeme in den gesellschaftlichen Kontext. Welche Konsequenzen hat eine algorithmische Bewertung für Menschen? Und wie können sie die Kriterien nachvollziehen und gegebenenfalls widersprechen? Auch das bestimmen Menschen. Ein anderes Beispiel: In Australien hat der Staat Software Sozialbezüge mit Steuererklärungen abgleichen lassen, um vermeintlich zu viel gezahlte Leistungen zu erkennen. Das System verschickte im Verdachtsfall auch gleich automatisch Mahnungen. So wurden in einer Woche so viele Mahnungen rausgeschickt wie die menschlichen Sachbearbeiter davor in einem Jahr schafften. Das Problem war: Die Software arbeitete mit unsauberen und veralteten Daten, die Fehlerquote war ähnlich hoch wie zuvor – nur, dass viel mehr Entscheidungen getroffen wurden. Es bekamen viel mehr Menschen als zuvor unberechtigte Mahnungen. Und weil der Staat die Kapazitäten für Beschwerden nicht ausgebaut hatte, waren die Hotlines und Servicezentren sofort überlastet. Der Algorithmus ist auch in diesem Fall nicht verantwortlich für die schlechte Datenqualität, den ungeprüften Mahnungsversand und die ungenügenden Korrekturprozesse. Aber ohne den Algorithmus wären diese von Menschen gesetzten Unzulänglichkeiten lange nicht so ins Gewicht gefallen.

Trotzdem haben Algorithmen ein eher schlechtes Image, oder? Woher kommt das?
Algorithmus ist ein Schlagwort, das zum Teil völlig unterschiedliche Phänomene auf eine scheinbar eindeutige Ursache reduziert. Jemand benutzt verzerrte Trainingsdaten und reproduziert in den Daten abgebildete Diskriminierung? Jemand baut ein System, um gezielt Menschen in Notlagen zu erkennen und deren Verwundbarkeit zum eigenen Vorteil ausnutzen? Die interessante Lüge verbreitet sich in der digitalen Sphäre schneller und weiter als ihre nüchterne Korrektur? Algorithmen sind da immer ein Instrument und Verstärker, schuld sind sie aber selten. Vielleicht entlastet uns Menschen aber auch zu sagen: Der Computer ist schuld!

Ist das in Deutschland anders als in anderen Ländern? Gibt es dort schon Ansätze zu einer Ethik der Algorithmen?

Es gibt in einigen Staaten eine gesellschaftliche Debatte mit vielen Ideen und Initiativen aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Verbänden. Dem Artificial Intelligence Committee im britischen Oberhaus haben mehr als 200 Organisationen ihre Impulse geschickt – von Amnesty International bis zum Ingenieursverband IEEE. In den Vereinigten Staaten haben Initiativen wie FATML erste Gütekriterien für algorithmische Systeme vorgeschlagen, Berufsverbände diskutieren professionsethische Standards. In Frankreich hat eine Schülerorganisation die Veröffentlichung eines Algorithmus zur Studienplatzvergabe vor Gericht erstritten. Da beginnt die konstruktive Arbeit an Lösungen.

Wenn du es auf den Punkt bringen müsstest: Warum brauchen wir eine Ethik für Algorithmen?
Wenn Software die gesellschaftliche Teilhabe beeinflusst, müssen ihre Ziele, Design und Wirkung der gesellschaftlichen Kontrolle und Willensbildung unterliegen. Technisch möglich ist vieles. Was sinnvoll und angemessen ist, müssen wir als Gesellschaft im Diskurs über konkrete Fälle und allgemeine Prinzipien entscheiden.

Du sagst, Leitbild für die Entwicklungen müsse das gesellschaftlich Sinnvolle sein, nicht das technisch Mögliche. Wie findet man das heraus?

In der gesellschaftlichen Diskussion über konkrete Fälle, abgeleitete Prinzipien und Regeln für den Einsatz. Gesetze sind geronnener Konsens solcher Debatten. Die muss man früh führen, bei bestimmten, teilhaberelevanten algorithmischen Prozessen vor und während der Entwicklung im Idealfall – fachöffentlich, aber auch mit potenziell Betroffenen und manchmal gesellschaftlich breit angelegt.

Was könnte man tun, um Algorithmen-Ethik zu fördern? Gehört das Thema in den nächsten Koalitionsvertrag?
Klar. Für eine gemeinwohlförderliche Gestaltung algorithmischer Systeme braucht es den Staat. Nicht nur als Regulierer, sondern auch als aktiver Gestalter und Förderer einer positiven Ordnung. Ich sehe vier große Themenfelder, wo es jetzt zu handeln gilt:
1. Übergreifend die Erforschbarkeit der Systeme ermöglichen und staatliche Kompetenz zum Einschätzen, Einhegen aber auch zum Entwickeln solcher Verfahren aufbauen.
2. Die gesellschaftliche Angemessenheit der in Systemen implementierten Ziele sichern. Da gibt es viele Ideen, wie man Instrumente aus anderen Bereichen übertragen könnte. Das geht von einer Professionsethik über standardisierte Prüfverfahren bis hin zu Ethikkommissionen.
3. Die Umsetzung und Implementierung prüfen, erklären und falsifizieren. Weil Transparenz allein keine Öffentlichkeit schafft und Überprüfbarkeit nicht Überprüfung garantiert, braucht es vielfältige Wächter-Organisationen, auch zivilgesellschaftliche.
4. Vielfalt der Ansätze und Betriebsmodelle: Bei sozialen Konzepten wie Nachrichtenrelevanz oder Mitarbeiterqualitiät gibt es nicht die eine eindeutig richtige Antwort. Deshalb brauchen wir keine algorithmische Monokultur, sondern vielfältige Systeme mit unterschiedlichen Ansätzen gibt.

Du bist Koleiter eines Projekts der Bertelsmann-Stiftung. Kannst du was zu der Motivation sagen: Warum treibt dich das Thema an? Und weshalb fördert die Bertelsmann-Stiftung die Idee einer Algorithmen-Ethik?
Algorithmische Systeme werden auch in Deutschland in absehbarer Zeit in immer mehr teilhaberelevanten Bereichen zum Einsatz kommen. Das ist eine Chance, denn wir wissen, dass die Entscheidungsqualität in vielen Bereichen unserer Gesellschaft heute nicht gut ist. Wer zu, Bewerbungsgesprächen eingeladen wird, bestimmen in Deutschland immer noch mehrheitlich Menschen. Wir wissen aus Studien: In der Summe entscheiden sie unfair. Um eine Einladung zu erhalten, muss ein Kandidat mit einem deutsch klingenden Namen durchschnittlich fünf Bewerbungen schreiben. Ein Bewerber mit gleicher Qualifikation und türkisch klingenden Namen hingegen sieben. Hier könnte gut gestaltete Technik unsere Gesellschaft gerechter machen.

Andererseits sehen wir in den USA und Australien, wo die Entwicklung weiter ist, dass bei Negativbeispielen für den ADM-Einsatz oft Menschen zu den Leidtragenden gehören, die zuvor auch ausgegrenzt wurden. Die Debatte darüber beginnt in diesen Staaten erst jetzt, wo Fehlentwicklung bekannt werden. Wir können und müssen in Deutschland aus solchen Fehlern lernen. Das treibt mich persönlich an: Technik für Gesellschaft gestalten.
Die Menschen stehen im Mittelpunkt der Stiftungsarbeit. Alle sollen gleichberechtigt in politische Entscheidungs- und Willensbildung einbezogen sein und fair an sozialer, kultureller und wirtschaftlicher Entwicklung teilhaben. Weil der Einfluss algorithmischer Systeme auf Teilhabe in diesem Sinne wächst, ist es ein Thema für die Stiftung. Wir wollen die Gesellschaft für Chancen und Risiken sensibilisieren, den Diskurs versachlichen und Anregungen für konkrete, konstruktive Lösungsansätze fördern und geben. Algorithmische Entscheidungsfindung muss jenseits von Partikularinteressen diskutiert und gestaltet werden. Deshalb ist es uns wichtig, einen Impuls für und aus der Zivilgesellschaft zu setzen.

Am Montag abend diskutiert Konrad Lischka zu dem Thema in München im Lost Weekend. Im Deutschlandfunk Kultur hat er seine Ideen unlängst in einem Essay dargelegt.